Dienstag, 10. Januar 2012

[Hörbuchrezension] Das Kind von Sebastian Fitzek

gelesen von Simon Jäger
Inhalt:
Als Robert Stern diesem ungewöhnlichen Treffen zugestimmt hatte, wusste er nicht, dass er damit eine Verabredung mit dem Tod einging. Noch weniger ahnte er, dass der Tod etwa 1,43 m messen, Turnschuhe tragen und lächelnd auf einem gottverlassenen Industriegelände in sein Leben treten würde.Strafverteidiger Robert Stern ist wie vor den Kopf geschlagen, als er sieht, wer der geheimnisvolle Mandant ist, mit dem er sich auf einem abgelegenen und heruntergekommenen Industriegelände treffen soll: Simon, ein zehnjähriger Junge, zerbrechlich, todkrank - und fest überzeugt, in einem früheren Leben ein Mörder gewesen zu sein. Doch Robert Sterns Verblüffung wandelt sich in Entsetzen und Verwirrung, als er in jenem Keller, den Simon beschrieben hat, tatsächlich menschliche Überreste findet: ein Skelett, der Schädel mit einer Axt gespalten. Und dies ist erst der Anfang. Denn nicht nur berichtet Simon von weiteren, vor Jahren hingerichteten Opfern, schon bald wird auch die Gegenwart mörderisch...
[Quelle: audible.de]

Hab ich schon gesagt, dass ich Simon Jäger als Sprecher liebe? Besonders hier hat er wieder bewiesen, dass er seinen Job genau richtig gewählt hat und die richtige Stimmung und vor allem Leben in die Geschichte bringt. Wie er den verschiedenen Charakteren ihr ganz eigenes, ich nenne es mal, Profil gibt, ist wirklich meiner Ansicht nach einzigartig.
Aber natürlich hat da auch der Autor ein ganz großes Mitspracherecht. Eigentlich sind ja Thriller und dergleichen nicht so ganz mein Genre. Trotzdem gefielen mir bisher alle Romane von Sebastian Fitzek (zumindest als Hörbuch) sehr gut.
Nun bin ich ja kein Genrefuchs. So viel habe ich noch nicht gelesen und kann auch mit anderen Autoren eher weniger Vergleiche ziehen. Aber ich finde, dass jeder Roman von Fitzek einzigartig ist. Sie sind in meinen Augen nicht vorhersehbar, haben nichts gemeinsam. Außer eines: Die Geschichte beginnt relativ oberflächlich, um nicht zu sagen flach. Doch irgendwas lockt, Schritt für Schritt den Leser/Zuhörer jede einzelne Stufe in einen tiefen, dunklen Keller hinab... und dort wartet dann eine Überraschung, bzw. die Auflösung.
Das Kind war teilweise gruslig und vor allem krank. Nicht im Sinne des Erzählstils, sondern eher von der Thematik her. Was aber irgendwie auch den ganz besonderen Kitzel und Reiz ausgemacht hat. Wenn man sich gewisse Szenen oder Tatsachen näher vorstellt, sind sie wirklich eklig. Die Charaktere haben ihre Ecken, Kanten und Macken und machen die Geschichte dadurch auf besondere Weise glaubwürdiger, realistischer, lebensnäher. Natürlich gibt es auch Szenen, bei denen ich dachte "Das geht doch gar nicht... oder?". Trotzdem war die Geschichte und ihre "Spielfiguren" durchweg gelungen, fesselnd, faszinierend und einfach nur spannend. Eine besondere Dynamik gewinnt die Geschichte, finde ich, durch die wechselnden Erzählsichtweisen, durch die man auch immer wieder auf die falsche Fährte geführt wird.

Kurz: Bisher mein Lieblings-Fitzek. Tolle Story, die wirklich Abgründe aufzeigt, über die man vielleicht nicht so gerne nachdenkt.





Weitere Informationen:
Das Kind wurde jüngst abgedreht und kommt wohl im Herbst 2012 in die Kinos. Interessanter Beitrag bei der Süddeutschen über die Verfilmung und Interview mit Sebastian Fitzek: >>Klick<<
Hörprobe
Verlag: Lübbe Audio
Autor: Sebastian Fitzek
Sprecher: Simon Jäger
Länge: 558 Minuten (ungekürzt), 289 Minuten auf 4 CDs (gekürzt)
ISBN: 978-3785735213
Preis: 19,95 € (lt. amazon) / 10,99 € (lt. lübbe)

Kommentare:

  1. Zumindest in meinem dm gibts das nicht, vieleiicht ist das von Filiale zu Filiale unterschiedlich.

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  2. Hm, seltsam. Kann mich auch täuschen. Musste mir schon lange keinen mehr kaufen und vielleicht haben sie den bei uns auch schon aus dem Sortiment genommen. :-/

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