Dienstag, 20. September 2011

[Rezension] Dead Beautiful von Yvonne Woon



Inhalt:
Nach dem gewaltsamen Tod ihrer Eltern ist in Renée Winters' Leben nichts mehr, wie es einmal war. Von ihrem Großvater wird die 16-Jährige auf das Gottfried-Institut geschickt, eine elitäre Privatschule von Weltruf mitten in den Wäldern von Maine. Schnell merkt Renée, dass es dort nicht mit rechten Dingen zugeht: Der Fokus des Unterrichts liegt auf Fächern wie Gartenbau und Bestattungskunde und Latein scheint die Insider-Sprache zu sein. Darüber hinaus gibt es am Gottfried einige mysteriöse Todesfälle. Obwohl die strengen Regeln der Schule private Verabredungen zwischen Mädchen und Jungen verbieten, verliebt sich Renée in den kühlen, zurückgezogenen und wunderschönen Dante Berlin. Auch er scheint Gefühle für sie zu haben, doch einen Kuss verwehrt er ihr. Welches tödliche Geheimnis versucht er vor Renée zu verbergen?

[Quelle: dtv.de]



Renée lebt in Kalifornien und eigentlich ist sie da ganz glücklich. Sie ist ein normales Mädchen, hat Freunde, spielt im Lacrosseteam, ist gut in der Schule und bandelt gerade mit ihrem Schwarm an.
Doch an ihrem 16. Geburtstag soll sich alles ändern... Mit ihrer besten Freundin Annie entdeckt sie den Wagen ihrer Eltern und findet sie kurz darauf tot im Wald. Etwas ist seltsam an ihrem Tod und Renée glaubt nicht, dass es sich um eine natürliche Todesursache handelt.
Zu allem Überfluss übernimmt ihr Großvater ihre Vormundschaft und verweist sie ans Gottfried-Institut in Maine. Weg von Freunden und ihrer vertrauten Umgebung muss sich Renée nun im kalten Maine an einem Internat zurecht finden. Aber auch hier ist etwas seltsam und ganz und gar nicht richtig.
Was, das findet Renée erst mit viel Drängen und Recherche heraus - und auch nur Stück für Stück...

Der erste Band der Reihe Dead Beautiful.
Yvonne Woons Stil finde ich sehr toll. Es ist flüssig geschrieben und auch sehr emotional. Tatsächlich hatte ich am Anfang eine leichte Gänsehaut als Renée ihre Eltern fand. Das zieht sich zwar nicht durchs ganze Buch, aber trotzdem habe ich mich mit Renée gleich irgendwie verbunden gefühlt.
Was vielleicht daran liegen mag, dass die Geschichte in der Ich-Perspektive, Vergangenheit, erzählt wird. Und eben aus Renées Sicht. Dadurch fühlt man ganz besonders mit ihr mit. Auch nach dem Tod ihrer Eltern und dem plötzlichen Umzug.
Renée ist ein total sympathischer Charakter, hat immer einen sarkastischen Spruch auf den Lippen, ist schlagfertig und bringt einen (oder mich) trotz der düsteren Atmosphäre zum Lachen. Auch die anderen Charaktere sind sehr sympathisch, wenn auch teilweise geheimnisvoll.
Der Anfang ist, wie erwähnt, schon ziemlich gruselig. Was aber (leider) nicht so weiter geführt wird. Er verspricht ein bisschen mehr als er hält. Trotzdem bleibt die Geschichte und die Grundstimmung sehr düster und vor allem mysteriös. Die einzelnen Puzzlestückchen setzen sich nur langsam zusammen. Man wird auf falsche Fährten gelockt und es gibt die ein oder andere überraschende Wendung, mit der man zu Anfang sicher nicht gerechnet hätte.
Manche Stellen, besonders am Anfang, ziehen sich vielleicht ein bisschen, aber ich habe Dead Beautiful doch mit Spannung gelesen und musste unbedingt wissen wie es weiter geht. Man kann sich dem beinahe nicht entziehen, weil es immer unheimlicher und mysteriöser wird. Sicher kann man auf das ein oder andere schließen. Trotzdem kommen durch Renées 'Rechercheergebnisse' immer neue Rätsel auf.
Details, die eingangs vielleicht unwichtig erschienen oder die man überliest, werden später noch wichtiger. Was für mich noch einmal einen Pluspunkt gibt. Denn da sieht man, dass die Geschichte wirklich toll durchdacht ist. Es wird nichts irgendwie künstlich aufgebauscht. Sicher gibt es Szenen, die etwas steif wirken, aber das sind eher kleine, vielleicht auch Situationen, in denen man sich selbst auch "steif" verhalten hätte.
Man ahnt zwar, dass etwas am "Gähren" ist, aber bis ins letzte Detail wird es erst ziemlich zum Schluss aufgelöst. Das erhöht die Spannung natürlich.
Vielleicht ein Manko: Lateiner könnten im Vorteil sein. Ich selbst versteh's leider nicht, weswegen ich darüber auch nicht urteilen kann. Allerdings kann ich mir auch nicht vorstellen, dass die Autorin etwas essentielles mitten in der Geschichte verrät.
Und hier noch meine persönlichen kleinen Abstriche: Ein, zwei Szenen haben mich doch schon etwas zu sehr an Twilight/Bis(s) zum Morgengrauen erinnert. So zum Beispiel im Labor als Renée und Dante zusammenarbeiten müssen, er plötzlich verschwindet und dann (Tage später) nett und zugänglich ist. Das hätte die Autorin, meiner Meinung nach, nicht nötig gehabt. Natürlich ist Twilight romantischer, auch wenn in Dead Beautiful die Liebesgeschichte auch zunehmend eine Rolle spielt. Denn hier wird mehr Wert auf die mysteriösen Todesumstände und die Tode allgemein gelegt. Die Szenen haben mich teilweise an Twilight erinnert, obwohl Dead Beautiful doch auch in eine andere Richtung geht und im Großen und Ganzen auch anders ist.
Das Ende ist, würde ich sagen, zu 95% abgeschlossen. Ein paar kleine Details hätten noch erklärt werden soll, finde ich, aber sonst hat mir der Schluss super gefallen! Vor allem, weil er doch ein bisschen anders ist, als man es kennt.

Kurz: Mit gruseligem Auftakt wird es dann schnell düster und mysteriös. Mit einer guten Portion Romantik und ein bisschen "Sherlock Holmes" schafft Yvonne Woon eine faszinierende Geschichte - fernab vom Trend, aber trotzdem mitten ins Herz!





Weitere Informationen:
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag / dtv
gebunden, mit Schutzumschlag
Seiten: 480
Originaltitel: Dead Beautiful
Reihe: Dead Beautiful
ISBN: 978-3-423-76038-6
Preis: [D] 16,95 €


//Edit 06.10.11:
Ich habe gerade entdeckt/erfahren, dass Dead Beautiful sehr wohl eine Serie wird/ist. Also wieder einmal ein Auftakt zu einer Reihe. Band zwei soll im Original Life Eternal heißen.
Angaben habe ich oben ergänzt.
Quelle: Amazon

Kommentare:

  1. Schöne Rezi, jetzt freu ich mich richtig aufs Buch, hab's nämlich auch von vorablesen und werde es bald zur Hand nehmen :)

    Liebe Grüße!

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  2. Danke! Ich finde, es lohnt sich wirklich, weil es auch einfach nicht zuu kitshcig ist, obwohl, wenn ich ehrlich bin, es mit dem Anfang nicht mithalten kann. ;-)
    Trotzdem hat mir das Lesen riesigen Spaß gemacht. :D

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