Dienstag, 12. Juli 2011

[Rezension] Stolen von Lucy Christopher


Inhalt:
In a moving letter to her captor, sixteen-year-old Gemma relives her kidnapping from Bangkok Airport while on holiday. Taken by Ty, her troubled young stalker, to the wild and desolate Australian Outback she reflects on a landscape from which there’s no escape. In a story of survival, passion and darkness, Gemma reveals how she had to deal with the nightmare, or die trying to fight it.

[Quelle: doublecluck.com]



Gemma ist 16 und mit ihren schwer beschäftigten Eltern gerade auf den Weg nach Vietnam. Die Familie muss am Bangkoker Flughafen umsteigen. Nachdem sich Gemma mit ihren Eltern gestritten hat, will sie sich nur schnell einen Kaffee holen. Aber sie kommt nicht zurück.
Sie trifft auf den charmanten und irgendwie gutaussehnden Ty. Er kommt ihr bekannt vor, doch nie im Leben hätte Gemma sich träumen lassen, was der knapp 10 Jahre ältere Mann mit ihr vor hat.
Er verschleppt sie geradewegs in die Wüste. Isoliert von allem: Zivilisation, Menschen, Gewohnheit.

Den Roman habe ich auf Englisch gelesen. Größtenteils war es recht gut zu verstehen, obwohl ich das ein oder andere Wort nachschlagen musste.
Da ich nicht ganz so firm mit der englischen Sprache bin, will ich mich nicht weiter über den Schreibstil äußern. Nur so viel: Ich konnte es relativ gut verstehen und nachvollziehen. Es las sich auch recht flüssig (für eine Fremdsprache).
Der Roman wird aus Gemmas Sicht erzählt. Genauer gesagt schreibt Gemma einen Brief an ihren Entführer Ty. Das führt dazu, dass man sich gut in Gemma hineinversetzen kann.
Mir fehlte aber (vielleicht aufgrund dessen, dass ich es auf Englisch und nicht auf Deutsch gelesen habe) der emotionale Bezug zu Gemma. Sie ist kein typischer, störrischer und launischer Teenager-Charakter. Das bei weitem nicht. Trotzdem sprang der Funke bei mir nicht über. Dafür aber beim Kamel. Die Szenen fand ich sehr berührend.
Ich muss auch gestehen, dass ich Ty mochte. Der Kerl tat mir irgendwie ein bisschen Leid und ich hatte immer das Gefühl, dass er nicht der Böse ist. Er kam mir nie unsympathisch vor, obwohl er natürlich keineswegs richtig gehandelt hat. Irgendwie ist er so ein Charakter, den das Leben auf schreckliche Weise gezeichnet hat - und Gemma ist dummerweise sein (Hoffnungs)Licht.
An manchen Stellen zog es sich ein bisschen. Ich hatte auch das Gefühl, dass Gemma insgesamt wesentlich länger festgehalten wurde als im Buch tatsächlich geschrieben.
Insgesamt ist es aber eine ganz neue Thematik und die Idee Australien in den Fokus zu setzen - und dann auch noch eine Seite, die man an Australien vielleicht nicht so kennt - ist wirklich beeindruckend. Ich habe mich beim Lesen oft gefragt, wie ich an Gemmas Stelle handeln und fühlen, was ich unternehmen würde. Die Entwicklung vollzieht sich meist auch sehr natürlich, obwohl das ein odere andere Detail ein bisschen "unrealistisch" und zu prompt kommt.
Trotzdem konnte ich das Buch spätestens ab der Hälfte kaum mehr aus der Hand legen. Denn ab diesem Zeitpunkt entwickelte die Geschichte, hatte ich das Gefühl, eine ganz eigene Dynamik und Spannung.

Kurz: Wer einmal etwas ganz anderes lesen möchte, der ist mit Stolen/Ich wünschte, ich könnte dich hassen sehr gut bedient. Allerdings darf man sich keine Liebesgeschichte erhoffen!




Weitere Informationen:
Der Roman ist bereits auf Deutsch unter dem Titel Ich wünschte, ich könnte dich hassen erschienen.
Verlag: Chicken House Publishing
Taschenbuch
Seiten: 320
Originaltitel: Stolen
Deutscher Titel: Ich wünschte, ich könnte dich hassen
ISBN: 9781906427139
Preis: [D] ca. 7,20 €

Kommentare:

  1. Ich hatte mir zwar eine Liebesgeschichte erhofft, fand es aber dennoch richtig gut, spannend und interessant zu lesen! Fand es gut, immer diesen "Du"-Ansprechpartner zu haben, das war mal was anderes!
    GLG,
    Charlousie

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  2. Nach dem Klappentext dachte ich auch, dass die Autorin ein bisschen mehr, bzw. tiefer auf die Beziehung zwischen Gem und Ty eingeht.
    Ich fand die Idee eines Briefes auch interessant. Obwohl ich mich zwischendrin immer wieder gefragt habe, ob sie das echt noch so detailliert wusste (so bestimmte Sachen) und wie lange sie wohl dran geschrieben hat. :D Waren ja immerhin gute 300 Seiten.

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