Sonntag, 31. Juli 2011

[Rezension] Der Seelenbrecher von Sebastian Fitzek



Inhalt:
Sie wurden nicht vergewaltigt. Nicht gefoltert. Nicht getötet. Ihnen geschah viel Schlimmeres ...
Drei Frauen – alle jung, schön und lebenslustig – verschwinden spurlos. Nur eine Woche in den Fängen des Psychopathen, den die Presse den »Seelenbrecher« nennt, genügt: Als die Frauen wieder auftauchen, sind sie psychisch gebrochen – wie lebendig in ihrem Körper begraben. Kurz vor Weihnachten wird der Seelenbrecher wieder aktiv, ausgerechnet in einer psychiatrischen Luxusklinik. Ärzte und Patienten müssen entsetzt feststellen, dass man den Täter unerkannt eingeliefert hat, kurz bevor die Klinik durch einen Schneesturm völlig von der Außenwelt abgeschnitten wurde. In der Nacht des Grauens, die nun folgt, zeigt der Seelenbrecher, dass es kein Entkommen gibt …

[Quelle: droemer-knaur.de]



Zwei Studenten nehmen an einem Experiment ihres Professors teil: Sie sollen eine Patientenakte über den "Seelenbrecher" lesen.
Der "Seelenbrecher" entführte drei junge Frauen. Eine von ihnen starb kurz nachdem die Polizei sie gefunden hatte. Äußerlich hatten die Frauen keine Verletzungen, aber sie wurden in einer Art Koma aufgefunden.
Die Patientenakte ist mehr wie ein Roman geschrieben und schildert die Erlebnisse eines Vorfalls in der Teufelsbergklinik, einer Psychiatrie. Ein Mann mit Gedächtnisverlust wurde dort eingeliefert. Einen Tag vor Weihnachten herrscht ein schlimmer Schneesturm und durch einen Unfall sind die Insassen der Klinik von der Außenwelt abgeschnitten.
Und unter ihnen befindet sich der "Seelenbrecher".

Mein erstes (gelesenes) Buch von Sebastian Fitzek. Gehört habe ich bereits AmokSpiel und Der Augensammler.
Erzählt wird die Geschichte einmal aus der Sicht des Professors und einmal aus Sicht Caspars, dem Mann mit dem Gedächtnisverlust aus der Patientenakte. Beides Mal aus Sicht der dritten Person.
Ich mag voreingenommen sein, aber Fitzeks Schreibstil eignet sich wunderbar zum erzählen, bzw. zum Zuhören. Beim Lesen hatte ich daher ein bisschen Schwierigkeiten mich ganz in die Geschichte einzufühlen. Aber nach ein paar Seiten hat das ganz gut geklappt.
Was mich immer wieder fasziniert ist, wie der Autor den Leser (oder Hörer) auf falsche Fährten lockt. Zwar konnte ich mir einiges zusammenreimen, aber erst kurz bevor die Geschichte die Wendung, bzw. das "Geheimnis" sowieso gelöst hat. Wie ein Puzzle muss man sich die Geschichte Stück für Stück selbst zusammenpuzzlen und vielleicht ein falsch gelegtes Teil mal an anderer Stelle probieren.
Das mach den Roman sehr spannend - und auch ein bisschen gruslig. Wozu das Setting sicherlich auch beiträgt. Durch die (selten) wechselnden Sichtweisen bekommt man noch weitere Puzzlestücke vorgelegt, die sich nach und nach zusammensetzen.
Der Protagonist Caspar ist ein leeres Blatt - anfangs. Er erinnert sich an nichts mehr und so versucht er Schritt für Schritt den Schleier zu lüften. Mit dem Leser. Ich kann selbst nicht sagen, ob ich Caspar sympathisch oder unsympathisch fand. Ich habe an einigen Stellen mit ihm mitgefühlt, das sicher, aber nicht er hat mich in die Geschichte gezogen, sondern mehr die Ereignisse und die Athmosphäre selbst. Auch ein Weg den Leser zu fesseln.
Einzig ein Charakter ging mir nach kurzer Zeit auf die Nerven: Der Sanitäter Tom Schadeck. Dass ihm nicht einer der anderen Charaktere, pardon, das Maul gestopft oder ihn zumindest "unschädlich" gemacht hat... Welch Tragödie. Andererseits trug besonders dieser Charakter zu der panischen, hysterischen Athmosphäre bei.
Vielleicht sollte ich noch allen "Zuerst-Danksagung-Leser" sagen: Ihr werdet nichts über das Ende der Geschichte erfahren, wenn ihr die Danksagung zuerst lest. Das fand ich ganz besonders gut, obwohl ich sie diesmal tatsächlich als letztes gelesen habe.

Kurz: Spannend, detektivisch, kribbelnd - ein ganz besonderer deutscher Psychothriller! Auch, wenn mir Der Augensammler besser gefallen hat.




Weitere Informationen:
Trailer
Verlag: Knaur.
Taschenbuch
Seiten: 368
ISBN: 978-3-426-63792-0
Preis: [D] 8,99 €

Kommentare:

  1. Ich fand den Seelenbrecher super und eines der besten Bücher von Fitzek, aber der Augensammler war fast genauso gut.

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  2. Ich fand's auch nicht schlecht. Ist ja auch ein Genre, das ich jetzt eigentlich nicht lese. Deswegen hab ich mich auch erst mal an ein Hörbuch von Fitzek gewagt, obwohl ich "Der Augensammler" schon länger im Auge hatte. ;-)

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