Mittwoch, 11. Mai 2011

[Filmrezension] Auf immer und ewig

Inhalt:
Danielle de Barbaraque lebt mit ihrem Vater auf einem Gutshof in der französischen Provinz. Eines Tages kehrt ihr Vater mit einer Stiefmutter, der Baronesse Rodmilla de Ghent, und zwei Stiefschwestern, Marguerite und Jacqueline, von einer langen Reise zurück. Doch kurz darauf verstirbt der Vater und Danielle lebt von da an mit ihrer Stiefmutter und ihren Stiefschwestern auf dem Hof. Danielle ist allerdings das Dienstmädchen, während ihre Schwester ein behütetes Leben führen.
Die Jahre verstreichen, der Bauernhof verarmt, die Reichtümer der Familie werden immer weniger. Hautsächlich, weil der ausladende Lebensstil der Baronesse und ihrer Tochter Marguerite bezahlt werden muss. Sogar ihre Dienstboten verschachtert Rodmilla um ihre Schulden zu bezahlen. Danielle will dies nicht zu lassen und so kommt es ihr gerade recht, dass der Prinz von Frankreich, Henry, ein Pferd ihres Hofes stiehlt. Er bezahlt sie für ihr Schweigen, da Henry am liebsten frei von seinen Pflichten wäre.
Da der Prinz seinen königlichen Pflichten nicht nachkommen will, denn er möchte keine fremde Prinzessin heiraten, lenkt sein Vater ein. Zu Ehren des großen Leonardo da Vinci soll ein Ball statt finden. Bis dahin muss Henry seine Herzensdame gefunden haben oder er muss die Ehe mit der spanischen Prinzessin eingehen...

Es ist die Geschichte von Aschenputtel oder Cinderella, wie sie vielleicht wirklich hätte stattfinden können.
Danielle wird von Drew Berrymore gespielt. Die Besetzung ist gut gewählt, da Drew Berrymore etwas maskulines, rohes hat, das sehr gut zu Danielles Charakter passt. Denn dieses Aschenputtel ist keine feine Dame, sondern ein Wildfang, Raufbold und vor allem ein hart arbeitendes Mädchen. Doch langsam entwickelt sie sich - und auch Drew Berrymore erfüllt die Rolle dieser hübschen Prinzessin.
Henry wird von Dougrey Scott gespielt. Sicher nicht mein Traumprinz, aber auch er spielt seine Rolle toll. Ebenso wie Danielle ist auch Henry ein Wildfang, ein Freiheitsliebender, der sich einfach noch nicht binden und verpflichten will. Er läuft vor der Krone davon, genießt aber die Privilegien, die daraus entstehen.
Angelica Huston als die böse Stiefmutter spielt ihren Charakter sogar perfekt. Ich mochte die Dame gleich nicht. Nicht die Schauspielerin, sondern die Rodmilla. Auch die Mimik, die zwischen Gleichgültigkeit, Intriganz und Arroganz wechselt, lässt die Baronesse zu einem wahrgewordenen Albtraum einer Stiefmutter werden.
Auch wenn sicher nicht alle Fakten stimmen und sich nur lose an das eigentliche Märchen hält, was aber in den ersten Szenen des Films aufgeklärt wird, übt der Film doch auch die gleiche Faszination aus wie das Märchen.
Die Musik ist ruhig und der Zeit angemessen. Sie bringt den Touch von Märchenerzählern mit in den Film. Obwohl die Geschichte ja an sich vor Kitsch sprühen müsste, hatte ich hier nicht das Gefühl von schnulzigen Gefühlen und Phrasen erschlagen zu werden. Okay, das Ende ist ein bisschen kitschig, aber der Rest des Films wird ruhig erzählt, nicht unnatürlich, auch wenn mir manches im Nachhinein zu schnell geht.
Natürlich ist auch ein bisschen Witz dabei, der die oft tragische und traurige Geschichte etwas auflockert.

Kurz: Ein Märchen wird wahr - mit echten Gefühlen statt Kitsch!




Weitere Informationen:
Originaltitel: Ever After - A Cinderella Story
Darsteller: Drew Berrymore, Dougrey Scott, Angelica Huston
Regie: Andy Tennant
Länge: 118 Minuten
FSK: 6
Auf DVD erhältlich.

Mein Lieblingzitat aus dem Film:
"Ich werde als Mann, der die Tür öffnete, in die Geschichte eingehen!" - Leonardo da Vinci

Der letzte Satz:
"Und während Cinderella und ihr Prinz tatsächlich auf immer und ewig glücklich zusammen lebten, ist das Wesentlich doch, dass sie gelebt haben."
Das Original-Märchen: Aschenputtel.

Kommentare:

  1. Aaaach, ich liebe diesen Film. Einer der wenigen, die ich unendlich oft sehen kann, ohne das sie mir langweilig werden!

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  2. Jaaa, so ein schöner Film :-) Und Hustons Mimik ist einfach herrlich.

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  3. Ich hatte den Film vor Weihnachten zum ersten mal im TV gesehen und musste ihn mir sofort kaufen. Er ist einfach toll. Aber Drew liebe ich sowieso.
    VG
    Anja

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  4. Ne, der ist nix für mich :-/

    Dafür hab ich was für dich ;) http://thoughtsofmoon.blogspot.com/2011/05/book-blogs-award.html

    Liebe Grüße und weiter so!

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  5. @ Colliding Worlds: Jaaaa, und da ich ihn damals immer zum Einschlafen geschaut habe, kann ich den Anfang sogar perfekt mitsprechen. XD

    @ Friedelchen: Anfangs mochte ich Angelica Huston ja gaaar nicht. Aber mit der Zeit muss ich echt sagen: Respekt! Ich finde, sie hat das ganz toll gemacht!

    @ Buchmelodie: Stimmt, der lief ja im Free-TV. Ich hab ihn damals sogar das erste Mal im Pay-TV (noch Premiere) gesehen. :-) Mit Drew Barrymore ist die Rolle, mMn, auch perfekt besetzt.

    @ Moon: Jedem das Seine. :D Mich hat's nur gewundert, dass mein Freund den Film auch toll findet. (Und eigentlich ist es auch seine DVD... *hust*)
    Danke für den Award. :D

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