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Mittwoch, 25. April 2012

[Filmrezension] Wenn der Wind weht

Inhalt:
Hilda und Jim sind ein drolliges, altes Ehepaar. Sie leben friedlich auf dem englischen Land ohne direkte Nachbarn. Als Jim eines Tages im Radio eine Meldung hört, dass sich bald ein Krieg anbahnen soll, ergreift er Präventivmaßnahmen. Streng nach einem kleinen Handbüchlein der Regierung, bzw. des Landratsamtes. Seine Ehefrau Hilda hingegen lässt ihren Mann werkeln, passt auf, dass er nichts kaputt macht und geht ihrem gewohnten Tagesablauf nach.
Doch, was dann passiert, hätte sich das Ehepaar wohl nie träumen lassen...

Der Film basiert auf einem Buch (Comic?) von Raymond Briggs.
Der Anfang ist - für einen eigentlich animierten Film - etwas seltsam... Es werden reale Szenen einer Demonstaration oder eines Atommülltransports gezeigt. Auch andere Szenen sind nicht gezeichnet oder animiert, sondern 'real aufgenommen'. Ich vermute auch, dass entweder ein bisschen mit Computern animiert wurde, bzw. vielleicht auch in der Art von Wallace & Gromit. Zumindest sahen manche Sequenzen so aus. Was ich persönlich aber nicht negativ finde, denn die Bilder reihen sich wirklich gut in die Szenerie und Atmosphäre ein. Es ist ein besonderes Bonbon, das dem Zuschauer geboten wird.
Die Musik... ja, die hätte mich beinahe verschreckt, denn das Titellied (von David Bowie) fand ich nicht besonders passend. Später aber wird es besser. Wobei man dazu sagen muss, dass die musikalische Untermalung eher zweitrangig ist und der Film wirklich von den Protagonisten Jim und Hilda lebt.
Genau diese beiden besitzen einen untrüglichen, drolligen Charme. Sie sind das typische Ehepaar, das den zweiten Weltkrieg mitbekommen hat und noch in 'ihrer' Zeit leben. Hilda - die Mutter, die Hausfrau, die Saubermacherin. Jim, der seinen bubischen Schalk behalten hat, der Mann im Haus ist und doch gern mal in die Vergangenheit zurück schaut. Die beiden mosern, nörgeln, haben Witz, sind einfach furchtbar sympathisch und stellen nichts in Frage - nichts! So kommt es beispielsweise zu den absurden Sicherheitsmaßnahmen.
Der Film belehrt in gewisser Weise auch. Nicht mit oberlehrerhaftem Zeigefinger. Eher passend zur Geschichte erfährt man, wie es zu Zeiten des zweiten Weltkriegs zugegangen ist - von britischer Seite. Wer war da noch mal gegen wen? Jim klärt auf.
Man verfolgt das beschauliche Leben der beiden bis eine ungeahnte Wendung eintritt. Tatsächlich habe ich bis zum Schluss angenommen, dass es irgendwie erklärt wird - aber nein. Das Ende ist... traurig. Für mich auch ein bisschen verwirrend, weil ich einfach so auf ein anderes Ende gehofft habe, das aufklärt, denn die Wendung hielt ich für ein bisschen unrealistisch - im Zusammenhang gesehen.
Der Film ist ja auch schon etwas älter und meine Version wurde remastert. Dabei hat man wohl bei der Synchro vergessen den Ton einzupegeln. Jedenfalls musste ich DVD-Player und Fernseher etwas mehr aufdrehen als sonst, um alles zu verstehen.
Insgesamt bin ich von dem Film aber sehr angetan. Wem Die letzten Glühwürmchen gefallen hat, dem wird Wenn der Wind weht bestimmt auch gefallen - und umgekehrt.

Kurz: Ein herzlicher Film, der witzig und charmant ist, aber auch traurig stimmt und zum Nachdenken anregt.



Weitere Informationen:
Basiert auf einem Buch / Comic (deutsch, englisch) von Raymond Briggs
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: When the wind blows
Regie: Jimmy T. Murakami
Länge: 80 Minuten
FSK: 6
Auf DVD erhältlich.

Mittwoch, 18. April 2012

[Filmrezension] Die wilden Schwäne


Inhalt:
Die Prinzessin Lisa lebt mit ihren elf Brüdern in einem Schloss. Die Kinder leben ein vergnügtes Leben bis der Vater eine neue Frau zu seiner Königin nimmt. Die neue Königin führt nichts Gutes im Schilde und will sich die Kinder vom Hals schaffen. Lisa verwandelt sie in ein hässliches Mädchen, während sie die Söhne des Königs in Schwäne verwandelt. Um den Fluch der bösen Königin zu brechen, muss Lisa eine schier unmögliche Aufgabe bestehen...

Die Ausstattung der DVD an sich ist wirklich rudimentär: Man kann im Menü den Film starten und Kapitel anwählen. Es gibt nur deutschen Ton und keine Untertitel. Dafür hat die DVD ein Wendecover.
Überhaupt scheint sie auf den ersten Blick recht billig zu sein, aber davon darf man sich in keinem Fall abschrecken lassen, denn der Film, nach Vorlage von Hans Christian Andersens Märchen Die wilden Schwäne, ist wirklich sehenswert. Als Kind habe ich ihn geliebt und nachdem ich im Dezember Die Tochter der Wälder von Julliet Marillier gelesen habe, musste ich den Film einfach noch mal sehen.
Der Film verfolgt seinen ganz eigenen Stil. Schon die Animationen und Bildgestaltung machen es deutlich. Die Charaktere sehen puppenhaft aus, nicht wirklich detailliert. Die Animationen sind... einfach anders, interessant. Die Hintergründe eher kunstvoll, einfach als detailverliebt. Der Film ist bunt und kontrastreich und gleichzeitig auch ein bisschen trüb und verschleiert.
Die Musik ist ach nicht unbedingt das, was man von einem Märchen erwartet. Was in keinem Fall heißt, dass sie schlecht ist - im Gegenteil! Tatsächlich glaube ich, es gibt keinen einzigen Moment oder keine einzige Sekunde im Film, wo es "ruhig" ist. Sprich, wo es nicht mal ein Geräusch, ein Musikstück gibt. Alles geht nahtlos ineinander über.
Das Erzähltempo ist typisch Märchen: Es geht schnell, was auch schon die Spieldauer zeigt. Trotzdem kann sich Lisa als Hauptprotagonistin entfalten - allerdings nicht besonders tief. Man merkt, meiner Meinung nach, dass der Film tatsächlich für kleinere Kinder zugeschnitten ist, eben weil es wirklich Schlag auf Schlag geht.
Witzig fand ich persönlich auch noch, dass sie die Münder der Charaktere teilweise gar nicht oder nicht synchron zum Gesprochenem bewegen. Auch wird der gesungene Text (Englisch) noch mal ins Deutsche übertragen (sinngemäß).
Auch wenn es sich negativ anhören mag: Der Film ist einfach was Besonderes. Man muss sich einfach selbst ein Urteil über diese sehr außergewöhnliche Form bilden, aber das Gesamtpaket ist es wirklich wert. Vor allem auch für Märchenfans. Diese Art Film strahlt für mich immer noch eine ganz besondere Art "Magie" aus an die Neuverfilmungen (oft) nicht heranreichen.

Kurz: Ein außergewöhnlicher Märchentrickfilm, besonders für Kinder. Unterstrichen von ungewöhnlicher, aber guter Musik in seinem ganz eigenen Stil.



Weitere Informationen:
Ausstattung s. oben.
Originaltitel: Dikie lebedi
Regie: Vera Tsekhanovskaya, Mikhail Tsekhanovsky
Länge: 60 Minuten
FSK: 6
Auf DVD erhältlich.

Mittwoch, 11. April 2012

[Filmrezension] # 9


Inhalt:
Die Welt ist zerstört durch einen Krieg Mensch gegen Maschine. In einem zerbombten Haus wacht Nummer 9 auf, eine kleine Puppe/Maschine/Roboter. Er macht sich auf den Weg nach draußen und trifft dort auf einen Artgenossen. Doch schon bald taucht eine Bestie, eine Maschine auf, die 9 und seine Artgenossen jagt und 2 sogar gefangen nimmt.
Das will 9 sich nicht gefallen lassen und versucht seinem neuen Freund zu helfen. Doch einige seiner anderen (insgesamt acht) Artgenossen wollen nur eins: Schutz. 9 versucht die Welt zu verändern und von den Maschinen zu befreien. So einfach wie es scheint, ist es aber nicht...

# 9 ist ein sehr düsterer Animationsfilm. Definitiv nichts für Jüngere! Die Welt ist zerstört, die Atmosphäre, besonders am Anfang, sehr bedrückend. Teilweise ist es auch ein bisschen gruslig, weil das Setting auch einfach so dunkel und pessimistisch ist.
Nichtsdestotrotz ist der Film auch sehr süß: Durch die kleinen ... ja, Puppen? Denn was 9 und seine Gefährten sind, wird nicht ganz klar. Vielleicht kleine Roboter, die eigenständig denken? Das trifft es nicht ganz. Aber das ist auch das Besondere an diesem Film: Kein Mensch oder Tier oder Fabelwesen ist der Protagonist, sondern eben ein Wesen wie 9. Der "Böse" wird durch eine Maschine dargestellt, die bedrohlicher wohl nicht sein könnte. Auch deren Schergen sind wie aus einem Horrorfilm entsprungen.
Am Anfang ist es mir nicht so leicht gefallen die neun Puppen-Roboter-Wesen auseinander zu halten. Doch die Details fallen dann langsam ins Auge: Jeder von ihnen ist so einzigartig und gründlich ausgearbeitet, dass man auch schnell ihren Charakter ausmachen kann.
So ist mir beispielsweise 9, der Hauptprotagonist, ein bisschen zu heroisch. Er ist sozusagen der Jüngste, gerade erwacht und weiß noch nichts von der Welt - und doch spielt er schon den Helden, den Rebellen, den Weltveränderer. 8 hat mich hingegen an Oogie-Boogie aus Nightmare before Christmas erinnert. 7 ist eine geborene Kämpferin, 6 ein bisschen... crazy. 5 ist schüchtern, aber durchaus klug und entwickelt sich. 3 und 4 sind die, na ich sag mal, typischen Zwillinge, die den Ruhepol der Gruppe darstellen. 2 einer der "Alten", der leicht verrückte Wissenschaftler, der alles wissen muss und 1, der Älteste, der Anführer, dem Schutz über alles geht, der auch ein bisschen unsympathisch wirkt.
Die Zeit, die die neun miteinander verbringen, ist im Vergleich recht kurz und dennoch spürt man die Verbindung zwischen den neun untereinander. Besonders ist mir das bei 5 und 9 aufgefallen, die einfach so eine tiefe Freundschaft eingegangen sind als wären sie schon immer zusammen gewesen.
Auch wenn die Stimmung im gesamten Film etwas drückend ist, es gibt durchaus auch die ein oder andere witzige Szene, es gibt Spannung, ein bisschen Action und es wird auch traurig (besonders am Ende). Dazu mischt sich, zu dem sonst relativ (!) reellem Zukunftsbild, ein bisschen dunkle Magie.
Die Ausarbeitung der Charaktere, das Setting, das gesamte Design finde ich persönlich einfach durchweg gelungen. Es ist mal eine etwas andere Art von Animationsfilm, wobei die Animationen durchaus sehr flüssig sind. Zusammen mit der Musik, die wirklich auf den Ton genau perfekt ist, erschafft der Regisseur (und sein Team) eine ganz besondere Zukunftsvision.

Kurz: # 9 ist definitiv nichts für schwache Nerven, aber ein so wunderbarer wie düsterer Film.



Weitere Informationen:
Basiert auf einem Kurzfilm. Gibt es auch als exklusive Amazon-Edition (Blu-Ray).
Mehr Infos zur Ausstattung der Blu-Ray.
Originaltitel: 9
Regie: Shane Acker
Länge: 79 Minuten
FSK: 12
Auf DVD/Blu-Ray erhältlich.

Mittwoch, 4. April 2012

[Filmrezension] ZwergNase

Inhalt:
Jakob ist ein guter Junge. Seine Mutter verkauft Gemüse auf dem Markt, sein Vater ist Schuster. Die Leute mögen den jungen Jakob.
Eines Tages verschwindet die Prinzessin und genau dann taucht eine seltsame alte Frau auf, die Jakobs Mutter überredet ihn mit ihr mitzuschicken, um das Gemüse in ihr Haus zu bringen.
Was Jakob nicht weiß: Die Alte ist eine Hexe und braucht ihn, um ein Steinmonster zum Leben zu erwecken. Als Jakob sich weigert, verwandelt ihn die Hexe in einen hässlichen Buckligen mit einer großen Nase und die Prinzessin in eine Gans...

Den Film wollte ich schon so lange sehen. Klar, es beruht ja auch auf einem Märchen. Man merkt durchaus, dass es kein grimm'sches Märchen ist, doch trotzdem 'lehrt' auch ZwergNase in gewisser Weise eine Moral - und das viel direkter.
Die Synchronstimmen wurden hier wirklich gut gewählt. Auch wenn sie anfangs etwas merkwürdig klingen - ein bisschen zu rein, zu gut. Aber vor allem die Stimme der Hexe ist perfekt gewählt worden. So stell ich mir eine gruslige alte Frau vor, die nichts Gutes im Sinn hat.
ZwergNase hat schon einen recht eigenen Zeichenstil. Die Zeichnungen sind wirklich sehr schön und passen zum Film und zur Geschichte. Irgendetwas hat mich ein bisschen gestört... Vielleicht weil sie einfach zu schön waren oder zu "schlicht" - ich weiß es nicht. Auch die Animationen waren gut, aber ich fand gerade die Bewegungen der Figuren zu schnell, fast ein bisschen zu flüssig. Es wirkte teilweise etwas übertrieben. Hinzu kamen an manchen Stellen computeranimierte Stellen. Was ich an sich auch nicht schlimm finde, aber hier war es nicht unbedingt passend. Das hat mir persönlich einen zu großen Kontrast geschaffen.
Die Geschichte an sich ist schon ein bisschen kitschig. Auch irgendwie typisch Märchen. Es ist ein süßes Märchen, keine Frage. Es ist direkt und klar und auch schön. Insgesamt aber eher etwas für Jüngere. Denn gerade die werden der Geschichte auch sehr gut folgen können, da sie wirklich geradlinig erzählt wird. Das Märchen selbst kenne ich nicht, deswegen kann ich auch keinen Vergleich ziehen, wie der Film umgesetzt wurde.
Die Charaktere waren auch sehr sympathisch und nett, aber eben - wie der komplette Film - zu gut, zu böse, zu perfekt. Zu glatt vielleicht auch. Für mich fehlte es ein bisschen an Atmosphäre. Die Funken sind sozusagen kaum übergesprungen. Außer bei der Szene zwischen Jakob und Greta am See (Teich?), die ich aber auch sehr, sehr kitschig fand.
Die Musik wurde ganz gut gewählt, sie war passend und es gab sogar zwei kurze Lieder im Film: Am Anfang und etwa in der Mitte. Persönlich fand ich sie nicht störend, zumal sie auch relativ kurz waren. Aber auch nicht berauschend schön.
Was ich aber an der DVD ganz besonders fand, war das Menü (das in meinen Augen noch mal verdeutlicht, dass der Film dann doch eher für die (ganz) Kleinen ist). Denn sobald man die DVD einlegt und das DVD-Menü erscheint, erklärt ein Sprecher in einfachen Worten, wie man den Film startet. Auch bei den Boni ist der Sprecher dabei und erklärt die Spiele. So muss man eigentlich nicht lesen können, um durch das Menü zu kommen. Das habe ich selbst auch noch nicht gesehen/gehört und fand die Idee wirklich toll!

Kurz: Ein schöner Märchenfilm, der ein bisschen zu glatt ist. Insgesamt eher für ganz junges Publikum, aber trotzdem bietet er gute Unterhaltung.



Weitere Informationen:
Das Märchen ZwergNase kann man hier nachlesen.
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: Karlik nos
Regie: Ilja Maximow
Länge: 77 Minuten
FSK: ohne Altersbeschränkung
Auf DVD erhältlich.

Mittwoch, 25. Januar 2012

[Filmrezension] Chihiros Reise ins Zauberland


Inhalt:
Chihiro zieht gerade mit ihren Eltern um. Natürlich hat das Mädchen keine Lust darauf. Auf dem Weg zu ihrem neuen Zuhause kommen sie an einer merkwürdigen Mauer mit Durchgang vorbei. Chihiros Eltern sind neugierig und wollen die Gegend erkunden, während Chihiro ganz und gar nicht der Sinn danach steht.
Trotzdem folgt sie ihren Eltern und zusammen stoßen sie auf eine Art verlassenen Vergnügungspark. Überall gibt es (typisch japanische) Stände und sogar Essen! Chihiros Eltern machen sich sofort daran, doch Chihiro ist die ganze Sache nicht geheuer...
Als es dunkel wird, offenbart sich auch ihr (un)gutes Gefühl: Seltsame Gestalten belagern die verlassene Stadt, ihre Eltern verwandeln sich in Schweine und Chihiro weiß nicht mehr, was sie machen soll. Gerettet wird sie vom Jungen Haku, der sie kurzerhand im Badehaus unterbringt, wo Chihiro fortan arbeiten soll... Ob sie mit ihren Eltern jemals wieder in ihre Welt kommt?

Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass Chihiros Reise ins Zauberland einer der zauberhaftesten Filme ist, die ich je gesehen habe.
Der Film versprüht den typischen Ghibli-Charme und darüber hinaus toppt es mit einer leichten, aber doch tiefgründig(er)en Geschichte voll mit Mythen, Legenden und Zauber. Der ganz besondere Flair der plastischen und fließenden Animationen wird noch von der Musik unterstützt. Es herrscht hier wirklich die perfekte Kombination aus Bild und Ton. Vielmehr trägt die musikalische Begleitung noch zu der spannenden und prickelnden Atmosphäre bei, sodass man wirklich glaubt, den "Zauber" der von Chihiro ausgeht anfassen zu können.
Ganz im Gegensatz zu anderen (Anime)Synchronisationen ist diese hier wirklich gelungen. Zwar ist sie anfangs ein klein wenig gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem passt sie super zu den Charakteren. Vor allem die Betonung ist wirklich sondergleichen - im positiven Sinn. Wie oft habe ich lustlose Synchrosprecher bei anderen Zeichentrickfilmen erlebt? Hier definitiv nicht!
Chihiro wartet mit viel Magie und mythischen Einblicken auf. Die vielen japanischen Gottheiten und Bräuche versteht man durchaus auch bei uns. Für uns wirkt es vielleicht noch ein klein wenig exotischer. Trotzdem macht es einfach viel Spaß Chihiro auf ihrer "Reise" durchs Zauberland zu begleiten.
Besonders Chihiros Entwicklung vom verzogenen, störrischem Kind zu einem starken, jungen Mädchen ist äußerst beeindruckend. Sie durchläuft diese vollkommen natürlich - aber nicht ohne Kampf mit sich selbst. Der Film zeigt, dass einiges an Mut und Überwindung dazu gehört.
Auch die anderen Charaktere habe ich, trotz mancher Bosheiten, in mein Herz geschlossen. Sie sorgen nicht nur für witzige Situationen und eine knisternde Stimmung, sondern eben auch für einen Gegenpart zum Menschenmädchen Chihiro, bzw. unterstützen einige das Mädchen.
Der Film ist relativ lang, was man, meiner Meinung nach, vor allem am Anfang merkt. Ich weiß nicht, ob das vielleicht für jüngere Zuschauer nicht etwas zu langwierig ist. Aber ich denke spätestens nach einer halben Stunde wird jeder gebannt vor der Flimmerkiste sitzen. Abgesehen davon bleibt auch noch die ein oder andere (kleine) Unklarheit offen (was es z. B. mit dem Ohm-Gesicht auf sich hat). Allerdings machen Charakterdesign, die atemberaubende Musikunterstützung, die fulminanten Animationen und allen voran die Geschichte selbst dies mehr als wett.
Ich habe unten angegeben, dass die DVD FSK 12 ist. Tatsächlich ist "nur" das Bonusmaterial mit dieser Freigabe versehen. Der Film an sich ist ohne Altersbeschränkung!


Kurz: Ein zauberhafter, knisternder Film für Groß und Klein. Die perfekte Kombination aus Bild und Ton bannt wirklich jeden vor dem Fernseher!




Weitere Informationen:
Die DVD ist als Sonderausgabe Große Kinomomente, Einzeldisc und Special Edition erhältlich. Zum Film ist außerdem eine fünfteilige Anime-Comic-Reihe erschienen.
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: Sen to Chihiro no kamikakushi
Regie: Hayao Miyazaki
Länge: 120 Minuten
FSK: 12 (Bonusmaterial; Film: 0 / ohne Altersbeschräkung)
Auf DVD erhältlich.

Mittwoch, 18. Januar 2012

[Filmrezension] Das Königreich der Katzen

Inhalt:
Haru ist eigentlich eine ganz normale Schülerin. Eines Tages rettet sie eine Katze, die beinahe von einem Lastwagen überfahren wird. Die bedankt sich daraufhin bei dem perplexen Mädchen. Haru denkt sich erst einmal nichts dabei, während die Katze noch hinzu fügt, dass sie sich erkenntlich zeigen wird.
So bekommt Haru in der Nacht Besuch vom Katzenkönig höchstpersönlich. Denn Haru hat seinen Sohn gerettet und mit einem langen Katzenzug und viel Tamtam dankt ihr der schräge König der Katzen noch einmal persönlich.
Fortan geschehen dem Mädchen seltsame (Katzen)Dinge, denn auch die anderen Katzen des Königreichs sind Haru dankbar, dass sie ihren Prinzen gerettet hat. Doch als sie auch noch ins Königreich der Katzen soll, um dort den Prinzen zu heiraten, geht es dann doch zu weit. Haru sucht Hilfe beim mysteriösen Baron Humbert von Jikkingen...

Auch dieser Ghibli-Film läuft immer mal wieder im Free-TV.
Die Animationen sind wirklich sehr, sehr schön. Es ist typisch Ghibli. Durch die tollen, gleichzeitig schlichten und detailreichen Hintergründe bekommt der Film einen ganz besonderen visuellen Charme. Dazu tragen natürlich auch die geschmeidigen animierten Bewegungen der Figuren bei.
Die Synchrostimmen fand ich persönlich zwar okay, aber trotz allem nicht wirklich passend. Teilweise klingen sie etwas zu Erwachsen (z. B. bei Haru) oder steif, distanziert. Vor allem, wenn man manchmal Harus Gesichtsausdruck beobachtet. Es ist natürlich nicht in jeder Szene so. Ich kenne auch die Originalstimmen nicht, ich kann nur sagen, dass sie mir persönlich nicht so zugesagt haben. Einzig die Stimme des Katzenkönigs fand ich sehr gut. Vielleicht nicht 100% passend, aber wirklich gut. Es könnte vielleicht derselbe Synchrosprecher sein, der Scar (aus König der Löwen) gesprochen hat. So kam es mir vor. Ich hätte mir nur gewünscht, dass sie ein bisschen schrulliger und/oder abgedrehter rüberkommt.
Die Musik unterstreicht die Atmosphäre, war aber (leider) auch nicht ganz meins. Sie ist durchaus passend, dezent und wirkt einfach in der Gesamtkomposition.
Haru fand ich als Charakter schon ein bisschen... naiv. Sie scheint selbst nicht recht zu wissen, was sie möchte oder wer sie ist. Andererseits ist gerade letzteres ein Thema des Films. Allerdings habe ich nicht recht begriffen, warum, bzw. wie sich Harus Wandlung vollzieht. Den Baron und Muta (seinen bulligen Kumpanen) fand ich toll, auch wenn letzterer ein bisschen grob daher kommt. Auch der Katzenkönig hat durch seine verdrehte Art etwas eigenes Charmantes an sich.
Insgesamt ist es ein bisschen wie ein Märchenfilm. Jüngere Zuschauer und vor allem Katzenfans werden bestimmt viel Spaß mit diesem Streifen Marke Ghibli haben.

Kurz: Katziger Märchenfilm für einen kurzweiligen Abend! Niedliche Charaktere, deren Stimmen leider nicht so ganz passend gewählt wurden, überzeugen aber insgesamt.



Weitere Informationen:
Die DVD ist als Einzeldisc und Special Edition erhältlich.
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: Neko no ongaeshi
Regie: Hiroyuki Morita
Länge: 72 Minuten
FSK: 6
Auf DVD erhältlich.

Mittwoch, 11. Januar 2012

[Filmrezension] Mein Nachbar Totoro



Inhalt:
Satsuki und ihre kleine Schwester Mei ziehen mit ihrem Vater auf's Land. Ihre Mutter ist sehr krank und deshalb in einem nahegelegenen Krankenhaus untergebracht. Es ist Sommer und die Schwestern sind voller Energie und erkunden ihre neue Umgebung - inklusive dem alten, bereits etwas heruntergekommenen Haus.
Dort gehen seltsame Dinge vor, aber Satsukis und Meis Vater, sowie die Oma von nebenan wissen Rat: Rußmännchen leben in verlassenen Häusern und zeigen sich eher selten. Begeistert von der magischen Umgebung macht sich die kleine Mei auf und sammelt Eicheln. Dabei gelangt sie zum Herrn des Waldes: Totoro.

Der Film läuft immer mal wieder im Free-TV. Ich habe ihn aber das erste Mal komplett gesehen.
Zuerst einmal ist mir aufgefallen, dass die Synchro-Stimme des Vaters nicht recht passt. Ich finde sie zu... hm, jung und ein bisschen zu aufgekratzt. Die anderen Stimmen sind aber gut gewählt und die Musik passt in das Flair des Films.
Die Charaktere insgesamt sind auch alle sehr liebenswürdig. Satsuki und Mei sind zwei typische junge Mädchen, der Papa lustig und nett, die Oma von nebenan geduldig und Totoro und seine Freunde einfach nur herzzerreißend knuffig.
Es gab Szenen, da musste ich wirklich Schmunzeln, vor allem wegen Mei und Totoro. Mei ist so eine süße Kleine, aber eben auch noch sehr jung. Obwohl die beiden Mädchen nur so vor schier unerschöpflicher Energie strotzen, ist der Film relativ ruhig. Teilweise vielleicht auch ein bisschen düster. Die Geschichte wird relativ langsam erzählt, es gibt keine große Action, aber das würde auch gar nicht zur Thematik passen. Dafür wartet sie mit einer guten Portion Fantasy, bzw. Magie auf.
Ganz fesseln konnte mich Mein Nachbar Totoro aber leider nicht. Die Hasenbären (Totoro und Kumpane) und auch die Figuren an sich waren wirklich zuckersüß, aber mir fehlte irgendwie etwas. Vielleicht ein bisschen mehr "Dramatik" oder mehr "Aktion". Ich weiß nicht genau. Trotzdem war es ein solider Ghibli-Film, der besonders jüngere Zuschauer sicher zu begeistern weiß.

Kurz: Drollige Charaktere mit ein bisschen Magie und Witz. Langsames Erzähltempo, dem leider das gewisse Etwas fehlte.



Weitere Informationen:
Die DVD ist als Einzeldisc, Special Collection und Collector's Edition erhältlich. Ich selbst habe letztere. Ein Bild, was alles enthalten ist, seht ihr unten.
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: Tonari no Totoro
Regie: Hayao Miyazaki
Länge: 83 Minuten
FSK: 0 / ohne Altersbeschränkung
Auf DVD erhältlich.

Inhalt der Collector's Edition: Pappbox, Tischkalender 2008, Special Edition, Totoro-Poster, Haftnotizblock

Mittwoch, 4. Januar 2012

[Filmrezension] Kikis kleiner Lieferservice

Inhalt:
Kiki ist 13 und weiß was sie will: Hexe werden! Aber um ihren Berufswunsch anzutreten, muss Kiki erst ihre Ausbildung zum Hexenlehrling machen. Dafür muss sie ihre Heimat verlassen und ein Jahr in einer anderen Stadt arbeiten - als Hexe. So können junge Hexen Erfahrungen sammeln, neue Menschen kennen lernen und vor allem lernen selbstständig zu werden.
Begleitet wird Kiki von ihrem schwarzen Kater Jiji. Ganz hexenlike macht sie sich auf einem Strohbesen auf den Weg. Zu einer Stadt am Meer mit schönem Kirchturm will sie. Doch das ist alles gar nicht so einfach, wie es klingt...

Ich hatte den Film vor einiger Zeit schon mal nebenher im TV gesehen. Da sprach mich der Film allerdings nicht an. Wohl, weil ich ihn zum einen nebenher, also stückchenweise, gesehen habe und zum anderen auch nicht gleich von Anfang an.
Aber diesmal hat mich dieser relativ unbekannte Ghibli-Film total geflasht! Ich war schnell von Kiki und ihrem schwarzen Kater Jiji begeistert - von ihren Aufgaben und wie sie ihre Arbeiten erledigt.
Jiji, die sprechende Katze, hat mich nicht nur einmal zum Schmunzeln und Lachen gebracht. Ebenso wie Kiki selbst. Die beiden kann man einfach nur schnell ins Herz schließen und mit ihnen mitfühlen und bangen. Es war sehr interessant zu verfolgen, wie sich die beiden (vom Land) in einer Großstadt durchschlagen und auf die unterschiedlichsten Leute treffen.
Ganz wie ich/man es von Ghibli erwartet, ist die Synchro super, wenn nicht perfekt. Ebenso die Musik ist sehr passend. Einmal mehr musste ich daran denken, dass Ghibli das japanische Disney ist. Wobei ich das fast ein bisschen... unfair finde. Denn Ghibli spricht in seinen Geschichten, besonders hier, nicht nur kleine und junge Kinder an, sondern durchaus auch ältere! Die Geschichte wirkt nicht 'schnell durchgezogen', sondern entwickelt sich Stück für Stück. Nur das Ende ist ein bisschen abrupt. Vielleicht ist es auch ein bisschen zu 'hoch' für die ganz kleinen Zuschauer. Aber ich bin sicher Jiji zieht sie ganz in ihren Bann - den Rest erledigt dann Kiki selbst.

Kurz: Ein zauberhafter, lustiger, einfühlsamer Film aus berühmter Feder. Hinter diesem Anime steckt mehr als man auf den ersten Blick vermutet!


Weitere Informationen:
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: Majo no takkyûbin
Regie: Hayao Miyazaki
Länge: 98 Minuten
FSK: 0 / Ohne Altersbeschränkung
Auf DVD erhältlich.

Mittwoch, 28. Dezember 2011

[Filmrezension] Bärenbrüder

Inhalt:
"Zur Zeit der Mammuts." Kenai ist der jüngste von drei Brüder und hat nur Unsinn im Kopf. Am liebsten legt er sich mit seinem mittleren Bruder Denahi an. Der große Bruder Sitka dient dabei als eine Art Vaterersatz. Kenai nimmt seine Verantwortung gegenüber der Gruppe noch nicht ganz so ernst. Als er in einer Zeremonie sein Totem erhält, ist er jedoch alles andere als stolz. Denn er bekommt das Bären-Totem - eher ein "Weiber"-Totem.
Nach einem Zwischenfall verfolgt Kenai einen Bären, seine Brüder folgen ihm und dabei kommt sein großer Bruder, und sein Vorbild, Sitka ums Leben. Geblendet von Trauer und Wut will sich Kenai an dem Bären rechnen, verfolgt und tötet ihn. Doch dann geschieht etwas Magisches und Kenai wird selbst zum Bären...
Um wieder ein Mensch zu werden, muss er zum Berg, "wo die Lichter die Erde berühren" und wird dabei vom kleinen Bärenjungen Koda begleitet.

Anfangs mochte ich den Film nicht. Was vor allem an Kenai lag. Denn Kenai ist... ungestüm, gedankenlos, teilweise auch sehr gemein und scheint keinen Funken Mitgefühl zu haben. Er denkt scheinbar nur an sich und lässt sich von seinen Gefühlen blenden. Nicht, dass ich das nicht ansatzweise nachvollziehen könnte. Trotzdem hat Kenai es mir schwer gemacht. Dazu kam, dass ich später auch wusste, wer der Bär am Anfang war, den er getötet hat.
Aber Kenai mausert sich. Auch wenn er sich mit der kleinen Nervensäge Koda abgeben muss - typisch kleiner Bruder eben. Aber Koda und auch die Elchbrüder Benni und Björn bringen viel Humor und lustige Momente in die doch recht traurige und tragische Geschichte. Die Elche habe ich einfach sofort in mein Herz geschlossen, weil sie einfach nur genial sind. Ein bisschen dumm oder naiv, aber trotzdem herzensgut.
Auch Koda mochte ich gleich. Er ist ein kleines Plappermaul, schlägt sich insgesamt aber gut. Er ist eben der typische kleine Bruder, der liebenswert, aber eben auch mal nervig sein kann - und natürlich voller Energie!
Die Musik fand ich auch sehr toll. Sie passt sehr gut in die Atmosphäre des Films und unterstreicht die Szenen im altbekannten Disney-Charme. Wie gesagt, die Geschichte ist schon sehr rührig und man sollte auch ein paar Taschentüscher in Reichweite haben, vor allem, wenn man nah am Wasser gebaut ist.
Insgesamt macht Kenai aber eine große Entwicklung durch und zum Schluß mochte ich ihn dann auch etwas mehr. Er wird eben doch erwachsen. Allerdings fand ich ihn auch als Bär viel besser. Denn im Prinzip geht es ja um das: Wie man etwas wieder gut macht und seinen Weg findet und das macht Kenai doch ganz gut.
Auch wenn es sehr rührige und traurige Stellen gibt, wirkt es nie kitschig. Es ist vielmehr ein Film über Geschwisterliebe, Freundschaft, Erwachsenwerden und den-Weg-finden.

Kurz: Ein wunderbarer Film mit tollen Bildern, wunderbarer musikalischer Begleitung und vorwitzigen Charakteren. Abstriche bekommt Bärenbrüder durch den Hauptcharakter Kenai, der doch etwas... stur ist (aber sich bessert).







Weitere Informationen:
Es gibt einen zweiten Teil.
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: Brother Bear
Regie: Aaron Blaise, Robert Walker
Länge: 82 Minuten
FSK: 0 / ohne Altersfreigabe
Auf DVD erhältlich.

Mittwoch, 21. Dezember 2011

[Filmrezension] Nightmare before Christmas

Inhalt:
Jack Skellington, der König des Halloween-Festes, gelingt an diesem Halloweenfest einer seiner besten Streiche und wird von den Bewohner von Halloweentown gefeiert. Doch der Kürbiskönig ist Halloween leid und schlendert so ziellos durch die Gegend. Bis er auf eine Baumreihe trifft, die in verschiedene Welten führt. So auch in die Weihnachtswelt.
Gefangen von den bunten Lichtern keimt in Jack die Idee, dass er mal etwas anderes als "Halloween" probieren könnte und so versucht er dem Geheimnis von Weihnachten auf die Spur zu kommen. Sally, die Frankenstein-Puppe des verrückten Professors von Halloweentown, macht sich etwas Sorgen um Jack. Denn er ist immerhin DIE Halloweenfigur. So steht sie auch seinem Plan dieses Mal das Weihnachtsfest zu übernehmen und "Nikigraus" einen verdienten Urlaub zu spendieren skeptisch gegenüber...

Zu meiner Schande muss ich ja gestehen, dass ich Nightmare before Christmas bisher noch nie ganz gesehen hatte. Natürlich kannte ich den Film an sich, habe ihn auch schon lange. Aber damals bin tatsächlich kurz nach Beginn eingeschlafen und kurz vorm Ende wieder aufgewacht (nein, nicht weil er langweilig war, sondern ich schlichtweg müde). Vielmehr kannte ich den Film aus dem PS 2 Spiel Kingdom Hearts.
Die Optik, da brauchen wir eigentlich nicht drüber diskutieren, ist ein Fall für sich, aber unglaublich toll. Sie passt einfach wie die Faust auf's Auge zu der skurrilen und grusligen Geschichte. Selbst die Lieder und die Melodie sind auf ihre Weise gruslig und gänsehautbescherend. Vor allem merkt man, dass viel Liebe und Detailverliebtheit im Film steckt. Ich sag nur: Die Spinnenklingel! Oder die Idee den Weihnachtsmann "Nikigraus" zu nennen.
Tja, aber es gibt, leider, auch Sachen, die mir eher negativ aufgefallen sind. Zum einen wird wirklich viel gesungen. Teilweise hab ich es auch nicht richtig verstanden und auch der Sprechtext ist mehr Singsang als ein wirklich Dialog, zumindest bei Jack und Oogie. Auch wenn ich gerne Filme mit Liedern (typisch Disney eben) ansehe, so sollten mir die Lieder auch gefallen. Natürlich haben sie etwas für sich, aber sie waren auch nicht ganz 100% mein Ding.
Die Geschichte an sich ist auch nett, die Charaktere sind ausgefuchst, aber den Plot fand ich... nicht ganz so spannend. Meiner Meinung nach lebt die Story von ihrer Optik, den etwas durchgeknallten Halloween-Charakteren, dem Skurrilen an sich.
Ich würde den Film auch keinen kleinen Kindern empfehlen, denn es gab Stellen, die selbst ich ziemlich gruslig fand, obwohl ich mich in der Beziehung für relativ abgebrüht halte.

Kurz: Ein Film der einfach von der einzigartigen Optik und den bizarren Charakteren lebt. Die Musik unterstreicht die Melodie, während die Story ein bisschen mehr Dramatik, Spannung, etwas in die Richtung vertragen könnte.






Weitere Informationen:
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: Nightmare Before Christmas
Regie: Henry Selick
Länge: 73 Minuten
FSK: 6
Auf DVD/Blu-Ray erhältlich.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

[Filmrezension] Tarzan

Inhalt:
Tarzans Eltern erleiden Schiffbruch vor der afrikanischen Küste und bauen sich dort ein Heim auf. Zu dieser Zeit hat auch Gorilladame Kala Nachwuchs. Doch das Schicksal in Form des Gepards (?) Sabor. Denn dieser reißt nicht nur Kalas und Kerchaks Sohn, sondern auch Tarzans Eltern. Kala findet dann den Säugling und nimmt ihn in der Gorillaherde auf.
Doch Tarzan hat es nicht leicht, denn er ist nunmal kein Gorilla und weiß auch nicht, dass es andere 'seiner Art' gibt. So versucht er sich anzupassen und akzeptiert zu werden, vor allem von seinem Ziehvater und Alphamännchen Kerchak.
Als dann eines Tages Menschen in den afrikanischen Dschungel kommen, ist Tarzan fasziniert von ihnen. Während Jane und ihr Vater Archimedes Porter nur im Sinn haben die Gegend und vor allem die Gorillas zu erforschen, will ihr 'Beschützer' Clayton etwas ganz anderes: Mit den Gorillas Geld verdienen...

Als ich Tarzan damals das erste Mal gesehen habe, mochte ich den Film nicht so sehr. Ich kann nicht beschreiben, warum, aber mit dem Film wurde ich einfach nicht warm - nehmen wir eine bestimmte Szene aus. Deswegen habe ich ihn lange nicht so häufig gesehen wie andere Disney-Filme. Aber wenn ich ihn mir jetzt anschaue, kann ich überhaupt nicht mehr nachvollziehen, was ich an Tarzan nicht mochte.
Fangen wir bei der Musik an: Die mochte ich schon immer und finde sie einfach nur fantastisch. Es passt hier wirklich jeder Ton, jede Note, jeder Song und jede Liedzeile! Faszinierend finde ich auch, dass der Anfang ohne jeglichen (Sprech)Text auskommt. Die Musik trägt die Szenen, schafft pure Emotionen und hilft dem Zuschauer komplett in den Dschungel und Tarzans Geschichte einzutauchen. Auch wenn der Anfang so traurig ist, dass ich jedes Mal, wenn ich ihn sehe, weinen muss.
Die Charaktere sind alle liebenswert - bis auf Clayton, den Bösen natürlich. Der kleine Tarzan erinnert mich immer irgendwie an den kleinen Hercules. Fragt mich nicht wieso. Er ist so süß und bemüht sich einfach dazu zu gehören, aber nicht nur Menschenkinder können grausam sein. Terk ist beinahe das genaue Gegenteil: Das Gorillamädchen ist voll integriert, akzeptiert, wild, unbändig und 'frei Schnauze'. In Kombination mit dem Elefanten Tantor geben die drei ein herrliches Gespann ab. Meine Lieblingsszene findet ihr (zwecks Zitat) weiter unten. Ich kann mich da wirklich jedes Mal wegschmeißen vor Lachen. Auch Jane, die ja mal eine ganz andere weibliche Disney-Hauptfigur ist, mochte ich gleich. Okay, sie ist ein Riesenplappermaul, aber trotzdem von der ersten Sekunde an sympathisch, chaotisch, ein bisschen naiv, lustig und schlicht liebenswert.
Ein kleines Manko: Die Muskeln, bzw. deren Form, vor allem bei Tarzan, fand ich etwas sehr übertrieben dargestellt. Da der Stil ja nicht so extrem wie bspw. bei Hercules ist, fand ich es nicht passen. Trotz allem mochte ich Tarzan an sich auch. Es ist wunderbar zu sehen, wie aus dem kleinen, aufgeweckten Säugling, ein Mann wird, der für seine Familie und Werte, im weitesten Sinn, einsteht.
Einen kleinen Gag haben sich die Macher auch einfallen lassen: Die Porters haben nämlich in ihrem Lager ein Teeservice, das man auch kurz in Großaufnahme sieht. Ratet mal, woher dem Disney-Fan das bekannt vorkommt? Natürlich aus Die Schöne und das Biest!

Kurz: Ein dynamischer, gefühlvoller und vor allem lustiger Film. Die Musik ist schlichtweg atemberaubend und hilft, neben den tollen Zeichnungen, den Zuschauer mitten in den Dschungel zu versetzen. Auf jeden Fall einen zweiten Blick wert!



Weitere Informationen:
In Hamburg wird das Musical zu Tarzan aufgeführt.
Es gibt noch zwei weitere Filme: Tarzan 2 und Tarzan & Jane.
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: Tarzan
Regie: Chris Buck, Kevin Lima
Länge: 85 Minuten
FSK: 0 / ohne Altersfreigabe
Auf DVD erhältlich.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

[Filmrezension] Küss den Frosch

Inhalt:
Tiane lebt mit ihrer Mutter in einem ärmeren Viertel von New Orleans. Sie arbeitet zwei Schichten als Kellnerin, um sich ihren großen Traum zu erfüllen: Ein eigenes Restaurant. Von dem träumte auch schon ihr Vater und Tiana setzt all ihre Energie daran diesen in die Wirklichkeit umzusetzen.
Als ihr dann ein sprechender Frosch ein verlockendes Angebot macht: Er sei ein reicher Prinz und gegen einen Kuss würde er Tiana helfen, ihren Wunsch zu erfüllen. Die junge Frau ist natürlich nicht angetan vom 'schleimigen' Frosch, aber für ihr Restaurant tut sie alles - und wird selbst zum Frosch!
Denn Prinz Naveen, der 'Froschprinz', wurde selbst vom Schattenmann, einem Vodoo-Zauberer namens Dr. Facilier, in eine grüne Amphibie verwandelt. Nun muss das grüne Pärchen durch den Bayou streifen, um Mama Odie zu finden. Denn die, so sagt Louis, der Alligator und neuer Weggefährte, könne die beiden wieder zurück verwandeln.

Küss den Frosch ist ja ein neuerer Disney-Film, der aber ohne Computeranimationen auskommt. Jedenfalls habe ich keine auffälligen gesehen. Es gibt wirklich schlechte Kritiken. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass man die meisten Disney-Filme, so behaupte ich mal, in seiner Kindheit und Jugend gesehen hat. Für mich heißt das, dass sie einfach immer in toller und irgendwie auch zauberhafter Erinnerung bleiben.
Nichtsdestotrotz habe ich mich köstlich unterhalten gefühlt, konnte über die Charaktere lachen und habe sie allesamt lieb gewonnen. Es ist nunmal keine sehr-nahe-am-Original-Märchen-Adaption, sondern eine in die Moderne übertragende. Mit dem typischen New Orelans Sound und der ganzen Atmosphäre des Mardi gras zeigt Disney einen sprühenden, lebendigen, bunten Film, der eben auf einem Märchen basiert.
Tatsächlich hat es mich stellenweise ein bisschen an Esmeralda, Forschprinzessin erinnert. Nicht im Detail natürlich. So aber beispielsweise, dass beide ihr Abenteuer als Frösche erleben und doch ein paar seltsame Weggefährten dabei aufstöbern. An manchen Stellen ist es auch ein bisschen gruselig. Vielleicht hätte ich mich da als Kind vor gefürchtet - ich weiß es nicht. Eine traurige Szene gibt es - leider - auch.
Die Charaktere sind, wie ich schon sagte, toll. Ich mochte Tiana, Naveen, Lotti (die ziemlich aufgedreht ist, aber gleichermaßen auch total lustig), Ray, Louis... Wie bei allen Disney-(Zeichentrick-)Filmen schien mir das Ganze etwas schnell zu gehen. Aber die tolle Musik, die überaus passende Synchro und vor allem Ray und Lotti haben das wieder wett gemacht.
Mein einziger Kritikpunkt liegt hier bei den Bösewichtern. Ich muss gestehen, dass ich am Anfang (als ich den Film das erste Mal gesehen habe) nicht ganz verstanden habe, was Dr. Facilier aka der Schattenmann denn von Naveen will. Erst beim zweiten Mal kam der 'Klick'- und 'Aha'-Moment. Aber ganz nachvollziehbar fand ich das auch nicht. Er ist - gestalterisch - ein toller Bösewicht. Vielleicht denke ich da auch zu kompliziert und 'erwachsen'.

Kurz: Alles in allem ein fantastischer, bunter, lustiger, musikalischer Film mit so viel Charme. Die negativen Kritiken kann ich in keinster Weise nachvollziehen. Ein wunderbares Schmuckstück für die ganze Familie!



Weitere Informationen:
Bei Amazon gibt es eine limitierte Sonderedition mit einer Tiana-Shampoo-Flasche.
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: The Princess and the Frog
Regie: Ron Clements, John Musker
Länge: 93 Minuten
FSK: 0 / ohne Altersfreigabe
Als DVD / Blu-Ray / Blu-Ray + Digitial Copy erhältlich.

Mittwoch, 30. November 2011

[Filmrezension] Inside Man

Inhalt:
Mein Name ist Dalton Russell.
Passen Sie gut auf, was ich sage, denn ich wähle meine Worte sehr sorgfältig, und ich wiederhole mich nie.
Ich habe Ihnen meinen Namen genannt. So viel zum "Wer".
Das "Wo" könnte man ohne weiteres als Gefängniszelle bezeichnen.
Aber es ist ein himmelweiter Unterschied, ob man in einer kleinen Zelle hockt oder im Gefängnis.
Das "Was" ist leicht erklärt.
Kürzlich habe ich mich daran gemacht, den perfekten Bankraub auszuführen.
Das ist zugleich das "Wann".
Das "Warum" ist neben dem offensichtlich finanziellen Motiv außerordentlich simpel.
Weil ich es kann.
Bleibt nur noch das "Wie" zu klären.
Und genau da, um es mal salopp zu sagen, liegt der Hund begraben.
[Quelle: Anfang des Films]

Den Inhalt kann ich einfach nicht besser beschreiben als es Dalton Russell (Clive Owen) selbst tut. Denn sonst würde ich vielleicht zu viel von der Handlung verraten und damit spoilern. Denn die eigentliche Geschichte ist so raffiniert und verzwickt, dass man sie, denke ich, erst versteht, wenn man den Film gesehen hat.
Am Anfang war ich, zugegeben, etwas abgeschreckt. Denn man wird gleich mal mit Bollywood-Musik beschallt, es passiert noch nicht wirklich was und ich dachte wirklich, dass es ein drittklassiger Film wird. Weit gefehlt. Die Musik passt wirklich super zum Film. Was ich aber selbst auch erst bei mehrmaligem Anschauen so sehen kann. Neben Clive Owen spielen auch noch Jodie Foster, Denzel Washington, Willem Dafoe und Christopher Plummer mit.
Denzel Washington verkörpert Dectective Keith Frazier. Er wird hinzugezogen als Russell die Bank überfällt und Geiseln nimmt. Was ich allerdings von diesem Charakter halten soll, weiß ich nicht genau. Denn er ist in eine interne Polizeiermittlung verwickelt, scheint also ein 'böser' oder korrputer Cop zu sein. Während Frazier natürlich seine Unschuld beteuert. Auch mit der Führung des Geiseleinsatzes scheint er überfordert zu sein. Ich weiß bis jetzt nicht genau, ob ich ihn an manchen Stellen ernst nehmen soll, er also nur 'spielt', oder ob er tatsächlich keine Ahnung hat, was er macht.
Von Dalton Russell an sich sieht man im Vergleich eher weniger. Was die Figur natürlich auf ihre Art interessant und mysteriös macht. Jodie Foster spielt Madeleine White. Auch ihre Figur ist... speziell. Denn womit White ihr Geld verdient ist sehr kurios und doch simpel. Wie sie zu der ganzen Sache steht, wird auch erst zum Schluss einigermaßen klar.
Insgesamt liefern die Schauspieler meiner Meinung nach eine brilliante Vorstellung ab! Auch wenn das Ende im Prinzip den ganzen Film erklärt und vielleicht auch ein Aha-Erlebnis schafft, so kann man sich Inside Man trotzdem immer wieder anschauen. Natürlich ohne, dass es langweilig wird. Wer aber eher auf Action-Filme mit wenig Hintergrund und einer klaren, geraden Handlung steht, der ist hier falsch.

Kurz: Ein vielschichtiger Film, mit tiefgründigem Plot und super Schauspielern! Witzig, knifflig und grandios!




Weitere Informationen:
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: Inside Man
Darsteller: Clive Owen, Jodie Foster, Denzel Washington, Willem Dafoe, Christopher Plummer
Regie: Spike Lee
Länge: 124 Minuten
FSK: 12
Auf DVD und Blu-Ray erhältlich.

Mittwoch, 23. November 2011

[Filmrezension] Juno

Inhalt:
Juno MacGuff ist 16 - und schwanger. Gleich bei ihrem ersten Mal. Doch was tun? Das Kind will sie nicht behalten. Abtreiben? Zur Adoption freigeben?
Und der Vater des Kinds? Ihr bester Freund Paul Bleeker hat da nichts zu melden.

Zum Inhalt kann ich gar nicht so viel sagen. Ich will ja auch nichts verraten. Im Kern geht's um eine etwas andere Teeniemom und ihre Schwangerschaft.
Mit viel Humor, Sarkasmus und einer Portion Gefühl zeigt der Film wie Juno (Ellen Page) mit ihrer ungewollten Schwangerschaft umgeht, wie sie versucht das Beste (auch für das Kind) draus zu machen. Da eine Abtreibung nicht in Frage kommt, sucht sich Juno die perfekten Adoptiveltern aus: Mark (Jason Bateman) und Vanessa Loring (Jennifer Garner).
Der Humor ist teilweise etwas unterschwellig. Juno ist sehr direkt und ein Kind aus der Mittelschicht (mittlere? untere?). Sie ist etwas... prollig, aber nicht dumm. Doch genau das macht ihren ganz besonderen Charme aus. Juno sieht sich mit einigen Vorurteilen konfrontiert. Doch denen kann sie (und ihre Stiefmutter Bren) gut Paroli bieten. Sie ist ja immerhin nicht auf den Mund gefallen.
Bleeker, der biologische Vater des Kinds, ist so ein Milchbubi. Unsicher, weil Juno schon sehr direkt ist, und irgendwie noch kein richtiger Mann. Aber man muss auch ihn einfach lieb haben. Ein bisschen Leid kann er einem auch schon tun.
Da sich in Junos Leben auch einiges um Musik dreht, ist das natürlich auch ein Thema im Film. Das mit ihrer "Beziehung" zu Adoptivvater Mark angesprochen wird. Dabei reden sie aber über eher (für mich jedenfalls) unbekannte Bands. Und genauso abgedreht wie die Story ist, ist auch die Filmmusik dazu. Sehr passend!

Kurz: Ein witziger Film mit viel Humor über eine Teenie-Schwangerschaft.



Weitere Informationen:
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: Juno
Darsteller: Ellen Page, Jennifer Garner, J. K. Simmons, Michael Cera
Regie: Jason Reitman
Länge: 92 Minuten
FSK: 6
Auf DVD und Blu-Ray erhältlich.

Mittwoch, 16. November 2011

[Filmrezension] Fluch der Karibik

Inhalt:
Port Royal. Der Piratenkapitän Jack Sparrow landet in der kleinen karibischen Küstenstadt. Ganz piratenmäßig will er sich dort ein Schiff entern. Zur gleichen Zeit findet eine Feier zu Ehren Commodore Norringtons in der Festung statt. Dort anwesend ist natürlich auch der Governeur Swann mit seiner reizenden Tochter Elizabeth. Als die von der Mauer stürzt, rettet Jack sie. Doch als Pirat wird er sofort verhaftet und eingesperrt.
Was bis dahin keiner ahnt: Das Piratenmedaillon, das Elizabeth Swann trägt und das sie damals dem kleinen schiffbrüchigen Jungen Will Turner abgenommen hat, ruft die verfluchte Mannschaft der Black Pearl. Die Piraten überfallen die Stadt und nehmen Elizabeth gefangen. Will, der heimlich in die junge Dame verliebt ist, versucht alles um sie zu retten. Und geht auch einen Pakt mit Jack Sparrow ein...

Fluch der Karibik ist einer meiner Lieblingsfilme. Ich mag Johnny Depps Darstellung des, sagen wir, etwas abgedrehten Piraten Jack Sparrows. Jack ist eine ganz tolle Figur. Einerseits der Böse, der Pirat. Andererseits aber auch nicht dumm. Er scheint immer mehr zu wissen als er andere glauben machen mag. Hat immer einen Plan in der Hinterhand und stellt sich (absichtlich?) nicht immer sonderlich schlau an. Vielleicht macht das auch den Reiz aus? Denn Jack ist nicht der typisch böse Pirat. Aber eben auch kein guter.
Will (Orlando Bloom) und Elizabeth (Keira Knightley) sind, in meinen Augen, natürlich die Augenweiden des Films. Will ist sehr moralisch, ein bisschen gestelzt, was man auch an seiner Wortwahl merkt und auch ein bisschen naiv. Er ist der Grünschnabel, der aber auch mit Jack für einen Lacher sorgt und eine gute Figur beim Kampf abgibt. Elizabeth, ich geb's zu, mochte ich anfangs nicht. In den anderen Teilen mag ich sie fast ein bisschen mehr (wobei ich die folgenden Teile schon nicht mehr so toll fand). Aber sie ist nicht das typische Fraulein (nein, kein Verschreiber). Sie scheint zwar so, aber sie kann durchaus auch kämpfen und ist klug obendrein. Mit Barbossa (Geoffrey Rush) hat das Trio einen guten Gegenspieler.
Der Film ist ein Mix aus allem - irgendwie. Abenteuer, Action, Humor und natürlich die obligatorische Hollywood-Liebes-Portion, die in keinem (und ich meine wirklich in keinem) Film fehlen darf! Was mir normalerweise sauer aufstößt, fand ich hier nicht so überzogen und kitschig. Klar, gibt es da die ein oder andere Szene, wo es ein bisschen schnulzig wird. Trotzdem gehört sie dazu, ist gut in die Geschichte und den Film an sich integriert.
Ja, und was soll ich zur Musik sagen? Hans Zimmer. Mehr brauch ich gar nicht, oder? Tolle Musik, die einfach Atmosphäre schafft!

Kurz: Ein lustiger, düsterer, spannender, abenteuerlicher und geheimnisvoller Film! Mit DER Parade-Rolle von Captain Jack Sparrow schlechthin.



Weitere Informationen:
Offizielle Seite (Fremde Gezeiten)
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl
Darsteller: Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley, Geoffrey Rush
Regie: Gore Verbinski
Länge: 137 Minuten
FSK: 12
Auf DVD und Blu-Ray erhältlich.


Eines meiner Lieblingszitate aus dem Film:
Norrington: "Ihr seid der schlechteste Pirat, von dem ich je gehört habe!"
Sparrow: "Aber ihr habt von mir gehört!"

Mittwoch, 9. November 2011

[Filmrezension] 50 erste Dates

Inhalt:
Henry Roth ist Tierarzt auf Hawaii - und er verdreht liebend gern den Touristinnen den Kopf. Ein kleiner Flirt hier, eine kurze Urlaubsromanze da. Aber binden will sich der passionierte Playboy nicht.
Als er bei einem Segelturn beinahe Schiffbruch erleidet, mit seinem Schiff das er auf eine Forschungsexpedition über Walrösser seefertig macht, kommt er ins Café und trifft dort auf Lucy. Er ist vom ersten Moment an von ihr fasziniert, unterhält sich gut mit ihr, schäkert. Doch als er sie wiedertrifft, kann sie sich nicht an ihn erinnern. Denn Lucy hat ihr Kurzzeitgedächtnis nach einem schweren Autounfall verloren. Lucys Freunde und Familie tun alles, damit Henry die Situation nicht ausnutzt. Doch das will er gar nicht...

Eigentlich mag ich keine schnulzigen Liebesfilme. Auch keine Liebeskomödien. Jedenfalls nicht besonders gerne. Aber 50 erste Dates ist einfach die Ausnahme schlechthin.
Der Film ist nicht besonders kitschig, er bringt mich auch jetzt noch zum Lachen und hat so eine süße und tolle Story. Auch wenn ich Adam Sandler (Henry Roth) und Filme mit ihm auch nicht besonders toll finde, so macht er hier einfach eine ganz großartige Arbeit! Als bekehrter Playboy ist er wirklich fantastisch und was soll ich noch über Lucy (Drew Barrymore) sagen?! Ich habe eine Schwäche für sie und die beiden zusammen sind einfach toll.
Auch die anderen Charaktere - allen voran Ula und Lucys Bruder Doug - bringen einen zum Lachen. Aber es ist auch traurig und ein bisschen dramatisch.
Der Film ist kreativ, lustig, romantisch, herzlich, warm, tragisch, traurig. Irgendwie ein wunderbarer Mix und hebt sich von anderen (schnuzligen) Liebesfilmen und -komödien einfach ab. Die Musik, die die Atmosphäre unterstreicht und einfach nur für gute Laune sorgt, tut dann noch ihr übriges.
50 erste Dates ist ein wunderbarer Film für Zwischendurch, mit Anspielungen und lustigen Szenen für Groß und Klein(er). Herrliche Unterhaltung ohne kitschig zu wirken.
Ihr merkt schon, dass ich absolut begeister bin, oder? Ich kann einfach nicht mehr sagen, außer: Schaut ihn euch unbedingt an!

Kurz: Eine süße, nette, lustige Liebesgeschichte mit allem Brimborium - ohne kitschig zu wirken! Auch für solche, die dem Romantik-Kram in der Filmecke immer aus dem Weg gehen.




Weitere Informationen:
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: 50 First Dates
Darsteller: Drew Barrymore, Adam Sandler
Regie: Peter Segal
Länge: 95 Minuten
FSK: 6
Auf DVD und Blu-Ray erhältlich.

Mittwoch, 2. November 2011

[Filmrezension] Heavenly Creatures

Inhalt:
Neuseeland, 1952. Pauline Yvonne Rieper geht auf eine Mädchenschule. Sie ist introvertiert und eine Außenseiterin. Sieht immer trotzig aus. Bis die 'Neue' auftaucht. Juliet Marion Hulme kommt eigentlich aus England, aber durch eine schwere Lungenkrankheit ist das selbstbewusste junge Mädchen viel herumgekommen. Die beiden freunden sich schnell an. Beim Kunstunterricht, wo Juliet ihrer Phantasie freien Lauf machen kann und auch beim Sport, wo beide wegen Krankheit nicht teilnehmen können.
Die Freundschaft der beiden Mädchen wird im Laufe der Jahre immer inniger und intensiver. Sie erschaffen sich selbst eine Traumwelt und ab 1953 führt Pauline auch Tagebuch - über ihr Leben und ihre Phantasiewelt. Doch schon bald entwickelt sich die Freundschaft der beiden ganz anders. Und zurück bleibt eine grausame Tat.

Ich habe den Film zum ersten Mal vor ein paar Jahren gesehen. Er war auf einer DVD einer Filmzeitschrift drauf, die mein Dad regelmäßig liest. Deswegen besitze ich auch nicht die Original-DVD und 'kann' euch hier nur das Cover-Bild und keine Fotografie der DVD präsentieren.
Auf demm Booklet (das gab es immer dazu, allerdings ist da eben nicht nur der Film drauf) steht, dass Heavenly Creatures ein Psycho-Thriller ist/sei. Unter Thriller stell ich mir etwas anderes vor. Mehr Action, mehr Tatkraft. In gewisser Weise auch etwas geheimnisumwitterter. Aber Psycho unterschreibe ich an dieser Stelle voll und ganz.
Der Film hat seinen ganz eigenen Charme, wenn man das so bezeichnen kann. Als Zuschauer kann man deutlich zwischen Realität und Phantasie unterscheiden. Während man aber trotzdem den Eindruck hat, dass Pauline (Melanie Lynskey) und Juliet (Kate Winslet) das nicht mehr können. Anfangs scheint es noch die typische Klein-Mädchen-Phantasie zu sein. Haben wir uns nicht alle mit Freunden verkleidet und in unserer Phantasiewelt gespielt? Doch die beiden geraten immer mehr in diese Welt, ich will schon fast sagen Wahn hinein.
Die Schauspielerinnen machen ihre Sache wirklich gut! Ausgezeichnet sogar. Auch der Wechsel zwischen den beiden. Anfänglich ist eher Juliet die treibende Kraft, aber Pauline gewinnt immer mehr an Einfluss über ihre Freundin. So scheint es. Und dabei verzichtet der Film weitestgehend auf großartige Special-Effects, sondern schafft eher diese verrückte Athmosphäre durch die Kameraeinstellung.
Manchmal sind die Szenen und der Lauf der Geschichte etwas zäh. Zurück bleibt aber ein Eindruck, der durchaus auch zum Nachdenken anregt. Wie leicht aus einer Freundschaft ein Wahn werden kann...

Kurz: Ein intensiver Film über eine innige Mädchen-Freundschaft, die zunehmend stärker und wahnsinniger wird.




Weitere Informationen:
Originaltitel: Heavenly Creatures, zu deutsch auch Himmlische Kreaturen
Darsteller: Melanie Lynskey, Kate Winslet
Regie: Peter Jackson
Länge: 95 Minuten
FSK: 16
Auf DVD erhältlich.

Mittwoch, 28. September 2011

[Filmrezension] Perfect Blue

Inhalt:
Mima Kirigoe ist eine erfolgreiche Pop-Sängerin der Mädchengruppe CHAM. Doch sie entscheidet sich ihre Karriere als Sängerin zu beenden und lieber in die Schauspielwelt einzutauchen. Ihre Fans nehmen dies anfangs nicht so gut auf und auch ihre Betreuerin Rumi spricht sich nicht gerade für Mimas Entscheidung aus.
Als Mima dann ihre erste kleine Rolle bekommt - in einer aktuellen Krimifernsehserie - setzt sich ihr Manager Tadokoro für eine bessere Rolle ein. Mima wird als Charakter zunehmend wichtiger für die Serie. Doch es geschehen seltsame, unheimliche Dinge. Der Fotograf, der erotische Fotos von Mima gemacht hat, wird ermordet aufgefunden. Außerdem betreibt scheinbar ein abgedrehter Fan eine Homepage in Mimas Namen - und er scheint viel über Mima zu wissen. Realität und Fiktion verschwimmen...

Der Film ist aus dem Jahr 1997. Das Internet also noch nicht so verbreitet - selbst in Japan. Deswegen muss Rumi Mima erst erklären, was eine Homepage ist, denn Mima hat bis dato noch keinerlei Kontakt mit Computern und dem WWW gehabt. So zieht diese Homepage Mima auch in einen Strudel. Denn dort stehen Dinge, die sie getan hat und "ihre" Meinung. Was sie anfangs noch lustig findet, wird beizeiten abgedreht, beinahe shizophren. Wie der Film selbst.
Die Szenen wechseln teilweise in den Perspektiven. Man weiß auch oftmals nicht gleich, was nun real ist, was Mima vielleicht geträumt hat, was gespielt wurde. Der Film an sich wirkt relativ real. So real wie eben ein animierter Film wirken kann.
Die Charaktere sind wie aus dem richtigen Leben gegriffen. Es gibt die schöne Mima, die vielleicht etwas naiv und auch ein bisschen arrogant wirkt. Den etwas ekligen und unheimlichen verrückten Fan und Stalker (?). Den beinahe skrupellosen und schleimigen Manager. Also durchaus reale Charaktere mit Kanten und Macken. Die Synchro passt hervorragend dazu.
Größtenteils verfolgt man als Zuschauer die ehemalige Pop-Sängerin Mima, die eine Schauspielerin sein möchte und in dieser Rolle auch gefordert wird.

Kurz: Ein spannender Psycho-Film über eine junge Schauspielerin, einen Stalker und das verrückte, gefährliche Leben eines Stars.




Weitere Informationen:
Der Film basiert auf einem Roman von Yoshikazu Takeuchi
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: Perfect Blue
Regie: Satoshi Kon
Länge: 78 Minuten
FSK: 16
Auf DVD erhältlich.

Donnerstag, 22. September 2011

[Filmrezension] Das Parfum

Inhalt:
Paris, 1938: Auf einem Fischmarkt bekommt eine Frau ein Baby, einen Jungen. Sie lässt ihn zum Sterben unter einem Tisch in ausgeweideten Fischen liegen. Doch das Kind lebt und bahnt sich mit einem Schrei das Weg in ein Leben. In das Leben eines olfaktorischen Genies, resistent wie ein Bakterium und dem größten Parfumeur aller Zeiten. Und Mörder.
Es geht um keinen geringeren als Jean-Baptiste Grenouille und sein Leben.

Der Film beginnt im Prinzip mit dem Ende. Oder relativ nah am Ende. Das gibt dem Zuschauer die Möglichkeit sich grob zu orientieren, sofern er das Buch noch nicht kennt.
Ich habe den Film damals im Kino gesehen. Etwa vier Jahre nachdem wir in der Schule das Buch gelesen habe. Ich konnte mich an Eckpunkte erinnern, aber vielmehr nicht. Deswegen erschien mir der Ablauf des Films auch sehr gut umgesetzt, mir war als würde das Buch sehr gut übernommen. Kurz: Ich war absolut hin und weg und begeistert.
Das bin ich jetzt, nachdem ich erst das Buch gelesen und gleich danach den Film gesehen habe, immer noch. Nur dass ich diesmal den Film eher als eine Art Interpretation des Romans ansehe. Natürlich stimmen der grobe Ablauf, die wichtigsten Daten etc. mit dem Roman überein. Aber die Darstellung ist nicht wie im Buch.
Trotzdem bin ich immer wieder von den Schauspielern, dem Schnitt, der Atmosphäre begeistert. Den Geruch so als Bild zu komponieren - Wahnsinn. Es gibt schnelle Schnitte, was Grenouille riecht. Da bekommt man schon beim Zusehen bei den ekligen Szenen eine leichte Gänsehaut oder einen wohligen Schauer bei den wohlriechenden Momenten.
Der Erzähler übernimmt hier teilweise Passagen aus dem Buch. Er taucht nicht die ganze Zeit auf, aber bei wichtigen Wendepunkten, damit der Zuschauer leicht folgen kann und auch merkt, was mit Grenouille passiert und in ihm vorgeht, obwohl Ben Whishaw als Grenouille wirklich fast perfekt ist. Fast, weil Ben Whishaw einfach zu hübsch ist. Trotzdem interpretiert er den Geruchsmörder auf seine ganz eigene Weise und haucht der Figur so dieses seltsame Wesen ein, das Jean-Baptiste innewohnt. Auch Dustin Hoffman als Baldini und Alan Rickman als Richis - Grandios! Mehr kann ich dazu einfach nicht sagen.
Die Musik wurde auch passend zur Atmosphäre gewählt und schmiegt sich wie ein Geruch an die Bilder und Szenen an.
Das einzige Manko, wofür der Film an sich nichts kann, ist die DVD. Denn die hatte bei mir (auf Xbox, sowie 'altem' DVD-Player) Abspielprobleme. Scheinbar durch einen neuartigen Kopierschutz (auf auf der OFDb nachzulesen, s. Link unten). Schade! So hab ich ein paar Minütchen des Films verpasst, aber ich kannte ihn ja bereits. Trotzdem wollte ich das noch mal explizit für alle erwähnen!

Kurz: Ein sensationeller Film. Wunderbares Beiwerk zum Buch, aber auch ohne das Lesen der Lektüre einfach toll! Ein paar Abstriche durch Grenouilles Wesen (s. Erläuterung weiter unten), aber insgesamt ein besonderer Film.




Weitere Informationen:
Offizielle Seite
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Darsteller: Ben Whishaw, Dustin Hoffman, Alan Rickman, Karoline Herfurth, Rachel Hurd-Wood
Regie: Tom Tykwer
Länge: 142 Minuten
FSK: 12
Auf DVD und Blu-Ray erhältlich.


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Buch VS Film

Ja, was lässt sich sagen? Ich finde die Umsetzung sehr gelungen, auch wenn sich nicht exakt oder gar 1:1 an den Roman gehalten wurde. Es wurde viel weggelassen. Der Film wirkt gröber und doch auch sehr fein. 
Zum Besipiel wurden Pater Terrier und der Marquis de la Taillade-Espinasse (beide Romanfiguren) komplett gestrichen. Bei ersterem nicht so schlimm vielleicht, aber letzterer spielt doch eine große Rolle. Auch wenn die Zeit Grenouilles beim Marquis nicht sonderlich interessant war, so doch für die Figur Grenouille an sich aufschlussreich. Ich stelle es mir aber sehr schwierig vor das zu Verfilmen, bzw. in Bilder zu packen und kann daher die Entscheidung nachvollziehen diese Passage gestrichen zu haben.
Laure (im Film Laura) taucht im Buch kaum auf. Sie ist das schmückende Beiwerk, der Schatz, ja beinahe ein Gegenstand. Im Film wird sie doch mehr personalisiert, was vielleicht dazu beiträgt Grenouilles Faszination nachzuvollziehen. Auch wird im Buch nichts von den Akkorden eines Parfums erzählt - jedenfalls nicht direkt. Demnach begeht Grenouille nicht 12/13 Morde (Film), sondern tatsächlich ein Dutzend mehr (Roman)! So nimmt Richis im Buch auch beispielsweise nicht an der Folter Grenouilles teil. Im Buch ist er paralysierter, schockierter.
Im Film läuft die Zeit scheinbar recht schnell. Wie lange begleitet der Zuschauer wohl den Erwachsenen Grenouille? Zwei Jahre? Vielleicht drei? Tatsächlich verstreicht im Buch vieeel mehr Zeit. Grenouille entwickelt sich eher, lernt mehr. Man hat im Film, finde ich, nur diesen Hauch der Entwicklung.
Was mich zur Hauptfigur an sich bringt: Grenouille. Mal abgesehen davon, dass er viel zu hübsch dargestellt wird, wird im Film angedeutet, dass er zu Gefühlen (positiven, liebevollen) fähig sei. Was absoluter Käse ist. Die Darstellung von Grenouille im Film ist ansonsten wirklich gelungen. Im Buch geht es eben etwas tiefer, es ist etwas verworrener - besonders der liebe Jean-Baptiste.

Kurz: Das Buch ist intensiver, geht tiefer, deckt Seiten an Grenouille auf, die man im Film so nicht zu sehen bekommt. Nichtsdestotrotz ist die Verfilmung wirklich gelungen und sollte doch zumindest auf das Buch neugierig machen.

Mittwoch, 21. September 2011

[Filmrezension] Ghost in the Shell

Inhalt:
Es ist das Jahr 2029. Die Welt ist 'computisiert' und die Menschen haben nicht nur künstliche Körperteile, sondern auch künstliche Menschen, Cyborgs, erschaffen. Major Motoko Kusanagi arbeitet für die Polizei, genauer gesagt Sektion 9, und gehört einer Elite-Einheit an. Als ihre Einheit einen unerlaubten Übertritt eines Wissenschaftlers ins Ausland vereitelt, kommen sie einem mysteriösen Hacker auf die Spur - dem PuppetMaster.
Der Hacker versteht es Menschen als seine Marionetten zu benutzen und ist nicht zu fassen. Doch Kusanagi und ihre Kollegen sollen genau das schaffen. Dabei geraten sie mit einer anderen Polizei-Einheit aneinander, Sektion 6, die eigentlich für die äußere Sicherheit zuständig ist.
Was verbirgt sich hinter dem Puppenspieler? Und was hat Sektion 6 damit zu tun?

Ich habe den Film schon vor sehr langer Zeit das erste Mal gesehen und damals hat er mir wirklich gut gefallen. Jetzt habe ich ihn das erste Mal seit langer Zeit wieder gesehen und kann meine Faszination von damals nicht ganz nachvollziehen.
Dabei habe ich der neuen Synchronisation gelauscht (die alte ist übrigens auch auf dieser DVD enthalten) und mir kam sie gar nicht bekannt vor. Die alte aber übrigens auch nicht recht. Die neue Vertonung wurde auch textlich etwas angepasst, aber ich finde sie doch etwas seltsam. Kusanagi wirkt so arrogant. Die alte Stimme passte besser zu ihr, fand ich. Wobei ich in die alte auch nur sporadisch kurz reingelauscht habe.
Die Musik ist irgendwie auch abgedreht. Privat würde ich sie so sicher nicht hören, aber sie passt ziemlich gut zum Film. Sie erinnert mich irgendwie an Tempelmusik oder rituelle Gesänge... in großen Höhlen. Irgendwie sowas. Auch mit den Trommeln.
Die Animationen sind, dafür, dass der Film schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat, ganz ordentlich. Teilweise geht es hier aber ziemlich brutal zu, es wird viel geschossen und es mag auf den ersten Blick auch etwas freizügig wirken.
Der Film basiert übrigens auf dem Manga von Shirow Masamune. Ich selbst habe ihn nie, bzw. noch nicht gelesen, deswegen kann ich auch keine Vergleiche anstellen. Bzw. gibt es mehrere Manga: Ghost in the Shell, Ghost in the Shell 1.5 (war, wenn ich mich recht erinnere, eine limitierte HC-Edition) und Ghost in the Shell 2: Manmachine Interface.
Die Geschichte an sich ist etwas verwirrend erzählt, finde ich. Nicht, weil die Schauplätze oder die Erzählstränge verworren wären, sondern, weil ich persönlich das Thema so abstrus fand. Wer aber solche Geschichte mag, ist mit Ghost in the Shell bestens bedient.

Kurz: Etwas verwirrende Geschichte mit viel Action und großem Rätsel. Passende Filmmusik, aber mit der neuen Synchro wurde dem Film kein Gefallen getan!




Weitere Informationen:
Es gibt auch noch eine Anime-Serie (Ghost in the Shell Stand Alone Complex) und einen weiteren Film (Ghost in the Shell 2.0)
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: Kôkaku kidôtai
Regie: Mamoru Oshii
Länge: 79 Minuten
FSK: 16
Auf DVD erhältlich.