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Freitag, 12. Oktober 2012

[Minirezensionen]

Hallo alle miteinander!

Heute mal eine etwas andere Version meiner Minirezension(en). Denn heute gibt es gleich mehrere. Grund ist, dass ich einfach nicht mehr zu einer ausführlichen Rezension der Bücher komme. Trotzdem würde ich euch gern kurz mitteilen, wie ich die Bücher fand.
Deswegen ganz kurz die ersten vier, die ich bereits im Juni/Juli (!) gelesen habe.


4. Band
City of Fallen Angels von Cassandra Clare
Infos auf der Verlagsseite

Meine Meinung:
Simon spielt in diesem Band wirklich eine große Rolle. Es dreht sich viel um ihn - und auch um die "Nebencharaktere". Da ich Simon sehr mag, fand ich es spannend auch mal längere Szenen aus seinem Blickwinkel zu sehen.
Leider muss ich sagen, dass mir Clary immer noch ein bisschen auf die Nerven geht. Ich weiß nicht genau, warum, aber ... so ging es mir ja schon bei den ersten drei Bänden. Die Beziehung zwischen ihr und Jace ist auch noch nicht wirklich gefestigt, was ich aber eigentlich angenommen hatte... Das war noch so ein kleiner negativer Aspekt.
Toll war - natürlich - dass auch Magnus und Alec viel mehr Raum hatten - leider immer noch viel zu wenig für meinen Geschmack! Dabei hatte ich mich drauf gefreut, dass die beiden noch mehr Auftritte haben.
Die Story an sich ist mir eher so dahin geplätschert - am Anfang. Zum Schluss wird es dann aber erst richtig interessant und es endet - wie kann es auch anders sein? - mit einen bösen Cliffhanger!

Kurz: Nicht ganz so gut wie "Staffel eins". Trotzdem insgesamt wieder ein schöner Schmöker.




Jeden Tag, jede Stunde von Natasa Dragnic
Infos auf der Verlagsseite

Meine Meinung:
Ich fange mal mit dem - für mich - Positivem an: Das Buch ist wirklich schnell gelesen. Es ist ein schöner Schmöker für den Strand oder einen lauschigen Abend. Womit ich nicht sagen will, dass er nur seicht ist.
Außerdem habe ich durch die Lektüre Pablo Neruda für mich entdeckt - und hab sogar ein paar Brocken des Spanischen verstanden!
Ich denke, durch den leichten, lockeren Schreibstil der Autorin könnte der Roman oberflächlich wirken. Ich will auch nicht sagen, dass es die beste Hochliteratur ist. Nur, dass mehr dahinter steckt - oder stecken könnte. Die Szenen, die Beziehung von Dora und Luka, die Ereignisse - alles läd zum Interpretieren ein.
Leider fand ich es teilweise extrem vorhersehbar. Was mich prinzipiell eher weniger stört, aber hier hat es das definitiv. Mir war es stellenweise auch zu... ich weiß gar nicht genau, wie ich es beschreiben soll... Aufgezwungen vielleicht. Die Schere zwischen dem an sich wirklich schönem Stil, den Bildern und dem Plot war mir dann oft einfach zu weit aufgezogen.
Dazu kam, dass mich Luka (sorry, dieser Waschlappen) ziemlich genervt hat. Am liebsten wäre ich zwischen die Seiten gekrabbelt, hätte ihn geschüttelt und ihn angebrüllt. Nicht, dass ich nicht seine Beweggründe zumindest teilweise nachvollziehen könnte, aber irgendwann ist dann auch genug. Dora hat es auch das ein oder andere mal in meinen Augen übertrieben.
Was mich auch sehr irritiert hat, war, dass Szenen fast wortwörtlich wiederholt wurden. Manchmal bruchstückhaft, manchmal komplett. Es gab - trotz der wenigen Seiten - sehr viele Wiederholungen. Nun könnte es natürlich so interpretiert werden, wie die Wellen: Immer wieder kehrend. Allerdings bin ich mir nicht ganz so sicher, ob das beabsichtigt ist/war.

Kurz: Ganz okay, wenn die Charaktere ein bisschen mehr Mut gehabt hätten.



1. Band
Ewiglich die Sehnsucht von Brodi Ashton
Infos auf der Verlagsseite

Meine Meinung:
TOP! Es war spannend, wunderbar, sehr emotional. Ich bin komplett drin versunken und wollte auch gar nicht mehr gehen. Ashton hat wirklich einen einzigartigen Schreibstil. So kraftvoll wie ein Wirbelsturm und so berührend wie ein Schokokuchen.
Auch das Konzept ist mal etwas ganz anderes: Im Prinzip kennt der Lese das Ende nämlich schon vorher. Die Ereignisse sind schon passiert, aber wie genau und warum und überhaupt, das wird so puzzleartig erzählt, dass ich immer wieder mal vorblättern musste um meine unbändige Neugier zu stillen. Es gibt Rückblenden, die dann eben erklären, wie Nikki zu der Nikki wurde, die sie jetzt ist (auch wenn ich manchmal ihre Entscheidungen nicht ganz nachvollziehen konnte...) und die gleichzeitig auf ihre ganz eigene Art die Story noch spannender und kribbelnder machen.
Die Liebesgeschichte ist einfach nur schön, schön, schön. So rührig ohne kitschig zu sein. So herzig ohne Schmalz. Kurz: Einfach perfekt, wenn auch ein wenig verworren.

Kurz: Eines meiner Highlights in diesem Jahr - "blödem" Ende, dass mich nach dem zweiten Band lechzen lässt!



Herzklopfen auf Französisch von Stephanie Perkins
Infos auf der Verlagsseite

Meine Meinung:
Stephanie Perkins' Schreibstil ist schlichtweg wunderschön - zum Verlieben! Klar, es zog sich zeitweise mal ein klein wenig, trotzdem las es sich flott weg. Was weniger an der Schreibe als an den Charakteren lag.
Dennoch ist es mal ein anderes Liebesbeziehungsgeflecht: Anna verknallt sich in Etienne, aber sie weiß, dass er eine Freundin hat und will "nur" mit ihm befreundet sein. Trotzdem funkt es zwischen den beiden, was der Leser immer mehr und mehr merkt.
Herzklopfen auf Französisch gebt sich definitiv von anderen Jugendbücher ab, bei denen es (sehr) romantisch zugeht. Zwar können Anna und Etienne auch ganz schön nerven, doch insgesamt sind beide sympathisch und - was noch viel wichtiger ist - authentisch.

Kurz: Leichter Sommergenuss mit Suchtpotential!

Dienstag, 7. August 2012

[Rezension] Aus dunkler Gnade von Melissa Marr

5. Band (abgeschlossen)


Inhalt:
Der Sommerkönig Keenan ist verschwunden. Die Elfenhöfe bereiten sich auf die entscheidende Schlacht vor. Ein mächtiger Fremder ist auf den nächtlichen Straßen von Huntsdale unterwegs. Und Ashlyn - die sehnt sich wie verrückt nach Seth, während sie versucht, ihren eigenen Hof zusammenzuhalten.
Aber Seth hat mittlerweile eine ganz eigene Rolle im Spiel der Mächte - und das könnte ihn das Leben kosten ...

[Quelle: carlsen.de]

>>Leseprobe<<


Zuerst möchte ich (wieder) die äußere Erscheinung ansprechen. Ich bin ja ein Fan der Sommerlicht-Cover. Ich mag das verschnörkelte und irgendwie haben sie was, auch wenn ich die Originale beinahe schöner finde. Trotzdem zeigen die Cover für mich, dass es hier etwas düsterer zugeht und auch in gewisser Weise ein bisschen 'erwachsener' ist. Neben einem Schutzumschlag gibt's - natürlich - ein Lesebändchen.

Ich persönlich bin einfach kein Fan von Elfen-/Feen-Geschichten. Optisch: ja - lesetechnisch: nein. Dennoch schafft es Melissa Marr mit ihrem ganz eigentümlichen Erzähltenor, dass mich genau diese Serie so in ihren Bann zieht. Ich würde es gern mit einer schönen, rockigen Reibeisenstimme vergleichen. Denn genau das ist der Schreibstil für mich: Kratzig, eindringlich und er rockt einfach. Obwohl Marr stets aus der dritten Person erzählt, ist der Leser unglaublich nah am Charakter dran. Je nachdem aus welcher Perspektive gerade erzählt wird. Das schafft auch nicht jeder. Denn die dritte Person ist für mich prinzipiell immer mit einer gewissen Distanziertheit verbunden.
Was mich auch immer wieder auf's Neue fasziniert, ist die Tatsache, dass es die Autorin schafft wirklich augenblicklich ein Kopfkino entstehen zu lassen. Ihre Worte werden sofort lebendig, aber nicht nur das. Für mich haben sie auch ihren ganz eigenen "Stempel" - rauchig, düster, kantig.
Die Kapitel sind insgesamt sehr kurz gehalten - zumindest kam es mir so vor. Ich persönlich ziehe das ja vor, denn so ist für mich ein Roman einfach dynamischer, abwechslungsreicher, besonders, wenn er - wie in diesem Fall - aus unterschiedlichen Perspektiven (Keenan, Ash, Donia, Seth, Far Dorcha...) erzählt wird.
Als kleinen Kritikpunkt möchte ich anführen, dass ich das Gefühl hatte, dass Marr sich manchmal nicht so streng an ihre eigenen Regeln hält. Zum Beispiel dürfen Elfen nicht lügen, müssen also immer die Wahrheit sagen. An manchen Stellen habe ich jedoch bezweifelt, ob die Autorin es dort auch so streng genommen hat. Auch Keenan ist so ein Charakter, den ich - trotz allem - irgendwie nicht besonders sympathisch finde. Ich kann nicht erklären, woran es explizit liegt. Nicht, dass Marr einen schlechten/langweiligen Charakter geschaffen hätte, aber Keenan ist wohl eine Klasse für sich. Allerdings macht Keenan hier wirklich eine Wandlung durch und er macht sich da wirklich. Donias Leidenschaft kann ich zwar immer noch nicht ganz nachvollziehen (ich bin halt Seth-Fan), aber in diesem Licht betrachtet, kann ich Keenan schlichtweg mehr abgewinnen.
Aber genau das ist es, was Marrs Protgonisten so lebendig macht: Sie haben Ecken und Kanten. Das macht Keenan & Co. realer, lebendiger. Auch die Beziehungen zwischen den verschiedenen Charakteren scheinen ebenso real, komplex und teilweise verworren, wie die Protagonisten selbst. Hier läuft einfach nichts nach Schema und das ist auch gut so! Auch die Atmosphäre ist stets mit diesem Schleier, diesem Rauch bedeckt, wirkt einerseits düster und rauchig, andererseits klirrend klar und hart. Aber eben auch mal hell und weich. Im Nachhinein würde ich sagen, dass es drauf ankam, an welchem Hof sich der Leser befand. Trotzdem hatte alles eine... dreckige Note, was ich nicht negativ meine!
Es gibt in diesem Band eine tragische Wendung, die für mich so knapp und kurz beschrieben wurde, dass ich sie nicht mal richtig "sacken" lassen konnte, nicht mal richtig traurig war.
Insgesamt war die Reihe (ich nehme Band vier aus, da ich den nicht gelesen habe) sehr düster, brutal, aber auch wundervoll. Es war 'erwachsener' als viele andere Jugendbücher, würde ich sagen. Nicht nur, was die Gewalt angeht, sondern auch die Beziehungsgeflechte, die Charaktere. Liebe ist ein starkes Thema - im Buch, in der Reihe - aber trotzdem wirkt es nicht eine Zeile oder gar einen Satz lang kitschig. Die Beziehungen sind hier wirklich toll ausgearbeitet, leben und atmen einfach.
Wie oben bereits erwähnt, habe ich Band vier nicht gelesen, aber natürlich die Vorgänger. Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass mir elementare Geschehnisse und Ereignisse fehlen, da diese im Roman noch einmal angesprochen werden. Nichtsdestotrotz wird es wahrscheinlich besser sein, die Vorgänger gelesen zu haben, weil man dann noch mehr in der Welt drin ist und den letzten Band vielleicht noch einen Tacken besser versteht.

Kurz: Der Abschluss hatte alles: Tragik, Spannung und Gefühl. Der Schluss ist wirklich wundertoll gelungen - einen besseren hätte es nicht geben können!



Weitere Informationen:
Mehr Infos über die Reihe auf bittersweet
Verlag: Carlsen
Übersetzer: Birgit Schmitz
gebunden, mit Schutzumschlag
Seiten: 336
Originaltitel: Darkest Mercy
Reihe: Sommerlicht / Wicked Lovely
ISBN: 978-3-551-58263-8
Preis: [D] 17,90 €
Aus dunkler Gnade bei Amazon, bol, buch

Freitag, 20. Juli 2012

[Rezension] Küss den Wolf von Gabriella Engelmann


Inhalt:
Pippa ist verliebt! In Leo, den attraktivsten, charmantesten Typen, den die Welt je gesehen hat. Glücklich wie noch nie, macht sie sich auf den Weg zu ihrer Großmutter, doch in deren idyllischem Waldhäuschen passiert gerade eine unerklärliche Katastrophe nach der anderen. Irgendetwas geht dort ganz und gar nicht mit rechten Dingen zu. Und Pippa fragt sich, was der mysteriöse Marc damit zu tun hat.

[Quelle: arena-verlag.de]


Für eine Märchen-Verrückte wie mich, gehört es ja zum guten Ton sich allerlei Märchen-Adaptionen und dergleichen reinzuziehen. Besonders Gabriella Engelmanns Umsetzungen werden da hoch gelobt. Na, das musste ich doch einfach mal selbst überprüfen. Ob man der Meinung so viel er trauen kann? Yes, we can. Aber nun etwas ausführlicher.
Angerauscht ist Rotkäppchen, alias Pippa, nämlich als Gewinn. Ich konnte mich also - endlich mal - selbst überzeugen, was da denn dran ist. Brauch ich mehr davon? Oder reicht gar diese eine Geschichte... Rotkäppchen ist jetzt ja auch nicht unbedingt mein Märchen-Favorit, aber mal schauen. Die Aufmachung gefällt mir schon mal gut. Der Kontrast, das doch etwas andere Cover, ein bisschen märchenhaft, aber eben nicht zu sehr.
Genau wie die Geschichte. Denn die ist im Hier und Jetzt mit einem kleinen Schuss Magie verankert. Es ist Rotkäppchen mal anders - mal ganz anders. Die Autorin hat hier die wesentlichen Elemente übernommen und ganz neu vermixt. Anfangs - ich muss es gestehen - war ich doch ein bisschen skeptisch. "Och, Mensch, das ist schon sehr frei interpretiert", dachte ich mir.
Aber die Geschichte um Pippa, ihrer ersten Liebe zu Leo, der kleinen Krimi-Story und die Charaktere insgesamt haben es mir dann doch so sehr angetan, dass ich das Buch beinahe in Rekordzeit gelesen hatte. Es ist frisch, lustig, zauberhaft und auch ein bisschen zickig, was so viele Mädels auf einem Haufen so an sich haben. Küss den Wolf ist nicht streng an das Märchen Rotkäppchen angelehnt. Vielmehr ist es eine spannende Teenie-Geschichte, die so leicht ist als würde man auf einer Wolke schweben - im positiven Sinn natürlich.
Auch wenn ich an manchen Stellen etwas genervt war (Holla hat es mir zu Beginn nicht leicht gemacht!), musste ich doch mehr Lachen und Schmunzeln - und definitiv wissen, wie es weiter geht. Besonders gut hat mir gefallen, dass es am Anfang ein Personenregister gibt. Bei doch so vielen Charakteren auf "so wenig" Buch, war es zum Einstieg wirklich äußerst hilfreich - aber spoilerte natürlich nicht. Als Zuckerl gibt's zum Schluss auch noch ein Rezept für eine Rotkäppchentorte - yamyam!

Kurz: Eine spritzige Märchen-Adaption in der Jetzt-Zeit. Zauberhaft erzählt, aber viel zu schnell vorbei - wie das eben bei Märchen so ist! Zum Glück gibt's Nachschub!




Weitere Informationen:
Die Mikroseite zur "Reihe"
Verlag: Arena
Taschenbuch, Klappenbroschur
Seiten: 256
Reihe: ja, lose: Märchen-Adaptionen (s. oben)
ISBN: 978-3-401-06725-4
Preis: [D] 9,99 €
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Samstag, 2. Juni 2012

[Rezension] Ghostwalker - Tag der Rache von Michelle Raven

6. Band (Abschluss)


Inhalt:
Nach der Flucht der Gestaltwandler aus dem Labor des Geschäftsmanns Lee sinnt dieser auf Rache. Als er die Flüchtigen in einer Auswilderungsstation in Namibia aufspürt, sieht er seine Chance gekommen, endlich zuzuschlagen. Vor anderthalb Jahren hatte der Wandler Harken die Station verlassen, um die Leiterin Mia zu schützen. Nun ist die Löwenwandlerin dennoch ins Blickfeld des Feindes geraten. Harken bleibt keine Wahl, als zurückzukehren und die Frau zu retten, die er liebt …

[Quelle: egmont-lyx.de]


>>Leseprobe<<



Harken, Caruso und die Berglöwenwandler sind ihrem Feind Lee auf der Spur - dummerweise hat diese sich verflüchtigt. Um die Opfer von Lees Machenschaften aus seiner Reichweite zu bringen, organisiert Harken einen Transport nach Namibia - zu Shapes of Life, einer Auswilderungsstation, die Mia Leore leitet.
Doch Lee hat seine Augen und Ohren überall und scheint wieder einen Schritt vor den Berglöwenwandlern zu sein...

Der sechste und letzte Band der Ghostwalker Reihe.
Ich glaub, ich hab schon erwähnt, dass ich diese Reihe liebe, oder? Ich war und bin ein bisschen traurig, dass die Geschichte nun zu Ende ist. Aber sie hat ein würdiges Ende gefunden und lässt den Leser nicht ratlos zurück.
Aber zurück zum Anfang: Auch bei diesem Band ging es mir wieder so, dass mir die Geschichte nicht schnell genug voran ging. Es war beinahe schon zu spannend. Immer wieder, wenn ich dachte: Jetzt sind sie Lee endlich mal auf der Spur! Nein, Raven hat kunstvoll diesen Schritt hinausgezögert. So erfährt man beispielsweise zu Beginn sehr viel über Harken. wo er herkommt, welche Wandlerart er ist, was er überhaupt mit Lee zu schaffen hat, bzw. warum er ihn selbst jagt.
Auch die anderen Paare der vorangegangenen Bände haben sozusagen ihren letzten Auftritt. Was gleichzeitig auch bedeutet, dass die Geschichte wieder aus mehreren Perspektiven (plus Lees) erzählt wird. Ich finde gerade diese Erzählweise sehr reizvoll, da sie dynamisch ist und man als Leser einerseits sehr viele Einblicke und (Hintergrund)Infos erhält, andererseits schafft es die Autorin aber auch trotzdem eine... hm Grundspannung aufrecht zu erhalten. Gerade Lees Motive bleiben wirklich bis fast zum Schluss verschleiert. Ich hatte zwar nach ein paar Kapiteln (dieses Bandes) eine grobe Ahnung, warum Lee die Wandler jagt, aber trotzdem blieb diese eben nur eine Ahnung. Hier hätte ich mir aber... hm, einen etwas "tieferen" Grund erwartet. Oder anders: Ich konnte es, trotz Einblicke in Lees Sichtweise, nicht so ganz nachvollziehen. Nicht diesen unbändigen Groll, diese riesengroße Besessenheit. Das ist jedoch nur ein kleiner Kritikpunkt.
Obwohl Isabel und Bowen ja im letzten Band ihren großen Auftritt hatten, kamen sie auch jetzt wieder nicht zu kurz. Caruso und Dawn wurden, meiner Meinung nach, ein bisschen zu flach abgehandelt. Allerdings konnte ich mit Dawn auch nicht so viel anfangen, weswegen ich es nicht ganz so schlimm fand. Im Mittelpunkt stehen aber Harken und Mia, deren Geschichte auch wieder sehr herzzereißend ist und besonders mit Harken konnte ich sehr mitfühlen.
Ich muss dazu sagen, dass die erste Hälfte von Tag der Rache schon sehr, ähm, erotisch ist. Klar, gibt es auch in den vorangegangenen Bänden die ein oder andere explizite Szene, aber hier wurde man beinahe damit erschlagen. Nicht, dass ich mich beschweren wollte. Ich habe es eher als Schmankerl empfunden. So gerät zwar der eigentliche Plot ein klein wenig in den Hintergrund, aber dann geht es Schlag auf Schlag voran.

Kurz: Ich bin (wieder einmal) restlos begeistert. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiede ich mich von den Ghostwalkern, die mich wirklich wunderbar unterhalten haben, die für viel Spannung und Gefühl sorgten, die mich in ihre Welt eingeladen und abtauchen ließen. Danke! Und vielleicht auf bald (in einem Reread?!)!



Weitere Informationen:
Verlag: EgmontLYX
Taschenbuch, kartoniert mit Klappe
Seiten: 432
Reihe: Ghostwalker
ISBN: 978-3-8025-8509-8
Preis: [D] 9,99 €
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Donnerstag, 3. Mai 2012

[Rezension] Du oder die große Liebe von Simone Elkeles

3. Band

Inhalt:
Eigentlich wollte Luis Fuentes sich auf der Hochzeit von seinem Bruder Alex mit dessen Freundin Brittany nur mit den Mädchen amüsieren – aber dann trifft er Nikki und verliebt sich postwendend in sie. Doch das Letzte, was Nikki will, ist, sich nach dem Fiasko mit Marco auf einen weiteren Latino-Macho einzulassen – und so gibt sie Luis einen Korb. Blöd nur, dass der überaus attraktive Luis ihr seit ihrem ersten Treffen partout nicht mehr aus dem Kopf geht! Noch blöder allerdings, dass Luis gerade, als die Sache zwischen ihm und Nikki ernst wird, in die Fänge der gefährlichen Latino Blood Gang gerät ...

[Quelle: randomhouse.de]


>>Leseprobe<<



Als Luis auf der Hochzeit seines älteren Bruders Alex ist, trifft er seinen Engel: Nikki. Doch Nikki versucht allem zu entgehen, was auch nur entfernt an eine Liebesbeziehung erinnert. Jungs sind schließlich alle doof, denn Nikki hat Liebeskummer wegen einem, der sie gewaltig an Luis erinnert.
2 Jahre später zieht Luis mit seiner Mutter in die alte Heimat nach Chicago und begegnet Nikki wieder. Doch die will immer noch nichts von ihm wissen - aus gutem Grund, denkt sie. Ob Luis ihr doch seine aufrichtige Liebe beweisen kann?

Der dritte und letzte Band um die Fuentes Brüder.
Zum Schreibstil kann ich nur immer wieder sagen: Absolut fesselnd und absolut unvergleichlich. Denn Simone Elkeles hat es mal wieder geschafft, mich vollkommen in die Geschichte um die Fuentes-Brüder hinein zu ziehen. Auch wenn sich die Inhaltsangabe, wie auch bei den vorherigen Bänden, jetzt nicht so extrem spannend anhört, wissen Kenner doch: Das täuscht nur!
Luis ist anders als seine Brüder. Er war und ist kein Krimineller, aber vor allem ein Beschützer - das haben die drei wohl dann doch gemeinsam. Er ist selbstsicher, aber kein Macho oder zu überzeugt von sich. Seine Familia steht an erster Stelle, was später noch zu einem wichtigen Dreh- und Angelpunkt wird. Anfangs dachte ich echt, dass es mit Luis weniger... ähm, mexicano Probleme geben wird. Aber dann fiel mir eine Andeutung in den Vorgängerbänden ein, die mich dann aber doch überrumpelt hatte!
Zugegeben diese Wendung oder vielmehr ihre Konsequenzen fand ich etwas gezwungen. Nachvollziehbar in jedem Fall - keine Frage. Auch hat es mich - ja, ja - ein bisschen gestört, dass auch wieder Luis als... "großer Macker" hingestellt wird. Er ist, wie seine Brüder in den vorherigen Bänden, erst 17! Bei Alex, okay, eine Sache. Bei Carlos? Er ist eben der Großkotz und Draufgänger. Aber Luis? Nein, ich erwarte nicht, dass er jungfräulich ist, aber auch hier hatte ich (wieder) das Gefühl, dass er schon einmal im ganzen Staat war - böse ausgedrückt.
Ich kritisiere hier echt auf hohem Niveau und wer den Band liest ohne die Vorgänger zu kennen (möglich, verdirbt aber vielleicht ein bisschen den Spaß auf die ersten beiden Bände), dem wird das (vielleicht) auch nicht so negativ auffallen.
Nikki ist eine ganz herzliche Person. Anders als Brittany und Kiara. Nicht nur, weil sie eine Latina ist, die kein Spanisch spricht, sondern weil sie "verstecktes Temperament" hat. Nikki ist nicht offensichtlich schnell aus der Ruhe zu bringen, geht auch eher kühl mit ihrer Umgebung um und doch offenbart sie in manchen Szenen ein ganz bestimmtes Feuer und Kampfgeist.
Tatsächlich spielen auch wieder Alex und Carlos eine Rolle im Buch, eine untergeordnete, aber immerhin. Vor allem gibt es eine Szene mit den drei Brüdern und ihren Freundinnen, die so herzlich, lustig und einfach familiär ist... Wen das nicht berührt, der muss ein Herz aus Stein haben. Ich hab mich jedenfalls auf jeder Seite, in jeder Zeile und bei jedem Satz auf hohem Niveau unterhalten gefühlt. Der Epilog rundet die Geschichte um die Fuentes-Brüder dann noch ab, obwohl ich zugeben muss, dass ich es schon mit einem weinenden Auge sehe, weil mir alle Protagonisten während der drei Bände sehr ans Herz gewachsen sind.
Nach dem ersten Band konnte ich mir, ehrlich gesagt, nicht so gut vorstellen, ob mich die Geschichte um Carlos und Luis noch so mitziehen kann. Immerhin sind es ja "die kleinen Brüder", aber die beiden konnten mit meinen 'Vorurteilen' aufräumen, durchwirbeln und mich vollauf mitziehen.

Kurz: Ein gelungener Abschlussband um die drei aufwirbelnden Brüder. Auch Luis und Nikki wissen mit ihrer lustigen, tragischen und herzergreifenden Geschichte wieder auf ganzer Linie zu überzeugen. Die Trilogie sollte in keinem Buchregal fehlen, weil sie auch eine Geschichte zum immer und immer und immer wieder lesen ist!



Weitere Informationen:
Verlag: cbt
Übersetzer: Katrin Weingran
Taschenbuch
Seiten: 384
Originaltitel: Chain Reaction
Reihe: Fuentes
ISBN: 978-3-570-30808-0
Preis: [D] 8,99 €
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Sonntag, 29. April 2012

[Rezension] 0.4 Eine perfekte neue Welt von Mike Lancaster


Inhalt:
Ein einziger Moment, eine einzige Entscheidung, können manchmal das ganze Leben verändern. Als der fünfzehnjährige Kyle Straker sich als Freiwilliger für eine Hypnosevorführung meldet, ahnt er nicht, dass er damit sein Schicksal besiegelt. Denn als Kyle aus seiner Trance erwacht, erwartet ihn ein unglaublicher Anblick: Alle anderen Einwohner seiner Stadt, seine Familie und Freunde sind reglos eingefroren. Kein Blinzeln, kein Beben der Nasenflügel – nichts und niemand bewegt sich mehr. Als die Menschen endlich erwachen, wird alles nur noch schlimmer. Für Kyle beginnt ein wahrer Albtraum: Alle um ihn herum sind wie ausgewechselt und er fühlt sich zunehmend bedroht. Zwar ist er angeblich in einer perfekten neuen Welt erwacht. Doch wie perfekt ist eine Welt, in der er nicht sein darf, wer er ist?

[Quelle: oetinger.de]


>>Leseprobe<<



Kyle lebt in einem kleinen Ort, wo jeder jeden kennt. Einmal im Jahr findet eine ganz besondere Veranstaltung statt: Ein Talentwettbewerb, zudem fast das ganze Dorf kommt. An diesem Wettbewerb nimmt auch Kyles Freund Danny teil, der die Leute hypnotisieren will.
Doch dann geschieht etwas... Kyle hat sich freiwillig gemeldet sich hypnotisieren zu lassen, aber als er und die anderen drei Freiwilligen wieder "aufwachen", ist nichts mehr wie es war...

Der Inhalt ist wirklich schwer zusammen zu fassen, wenn man nicht will, dass man zu viel verrät. Ich kann nur so viel sagen, dass es ein wirklich eindringliches Buch ist. Erst passiert nicht viel, man lernt die Protagonisten kennen, allen voran natürlich Kyle und genau diese eine Wendung ist Dreh- und Angelpunkt des gesamten Plots.
Aber erst einmal allgemein: Das Buch ist abgeschlossen und anders. Das sieht man schon allein an der Gestaltung. Nach dem Inhaltsverzeichnis wird der Leser vorm Weiterlesen gewarnt. Es folgt eine Vorbemerkung des Herausgebers (= Autors). Der Roman ist eine Erzählung von Kyle, die er auf Kassette gesprochen und aufgenommen hat - in Buchform. Gleichzeitig gibt es immer wieder Bemerkungen vom 'Herausgeber', die etwas (aus der 'Zukunft') erklären. Auch im Nachwort meldet sich wieder der 'Herausgeber' zu Wort und schließt das Buch damit ab.
Wie schon erwähnt, wird die Geschichte von Kyle aus der Ich-Perspektive erzählt. Er schildert seine Erlebnisse einer... nein, unserer Welt. Doch plötzlich ist von einem Augenblick auf den anderen alles anders. Das weiß man als Leser schon vorher, dass etwas im Argen liegt, dass etwas eingreifendes passiert ist, aber was genau findet man nur Stück für Stück - wie Kyle selbst - heraus.
Dem ein oder anderen mag der Anfang etwas zu zäh sein. Es wird lange darüber spekuliert, was genau passiert ist. Ich habe auch jegliche Optionen beim Lesen immer wieder hin und her geschoben, aber ein richtiges Bild kam nie so ganz raus. Es ist sehr spannend aufgebaut, es geht immer um dieses eine Rätsel, was denn los ist. Brotkrumen werden verfolgt - im wahrsten Sinne des Wortes. Bis es dann zum Schluss aufgelöst wird. Selbst durch die Anmerkungen erhält man keinen wirklich Hinweis.
Kyle selbst als Charakter ist ein netter Junge. Er erzählt seine Geschichte gut und eindringlich. Später konnte ich mehr mit ihm mitfühlen, obwohl ich von Anfang an mit ihm mitfieberte. Die anderen Charaktere werden (natürlich) nur durch Kyle gefiltert und so erfährt man jetzt nicht so extrem viel über sie. Ich würde behaupten, dass hier auch mehr der Plot und die rätselhaften Ereignisse im Vordergrund stehen statt die Protagonisten (die mehr eine Art 'Werkzeug' sind).
Zum Ende gibt es ein Zitat aus dem Buch: "Nein, es gibt kein Happy End, aber ein Ende muss schon sein." (S. 257) Was hier tatsächlich so zum Nachdenken und Nachgrübeln einläd ist das Ende. Nicht nur, weil man es durchaus weiterspinnen kann, obwohl die Geschichte an sich erzählt ist. Sondern auch, weil man sich dem vollen Umfang der "Wendung" bewusst werden kann (sollte/muss).

Kurz: Eine andere Art von "Zukunftsroman", den ich gar nicht so recht einordnen kann. Man könnte es als "Dystopie" bezeichnen, aber vielleicht auch als "Utopie". Kyles Geschichte läd zum Nachdenken ein, zum miträtseln und auch zum mitfühlen.



Weitere Informationen:
Trailer
Verlag: Oetinger
Übersetzer: Peter Knecht
gebunden, mit Schutzumschlag
Seiten: 272
Originaltitel: 0.4
ISBN: 978-3-7891-4120-1
Preis: [D] 14,95 €

Dienstag, 24. April 2012

[Rezension] Küss weiter, Liebling! von Rachel Gibson


Inhalt:
Adele Harris hatte sie alle: Streber, Loser, Egomanen, Langweiler, Sexbesessene und die ganz normalen Wahnsinnigen. Wenn sie doch nur jemanden finden würde wie Zach, ihre erste große Highschool-Liebe, der sie dann allerdings wegen einer anderen sitzengelassen hat. Gut, so perfekt war Zach dann wohl doch nicht. Aber als Adele ihm plötzlich wieder über den Weg läuft muss sie feststellen, dass ihr Teenieschwarm so anziehend ist wie eh und je …

[Quelle: randomhouse.de]


>>Leseprobe<<



Adele Harris sucht den Mann für's Leben - eigentlich. Aber alle Männer, die sie datet sind - um es kurz zu machen - Loser. Ihre Schwester scheint das perfekte Leben zu führen - eigentlich. Doch als die sich, schwanger, von ihrem Mann trennt, braucht sie Adeles Hilfe und Adele sieht sich gezwungen wieder in ihre Heimatstadt zu ziehen.
Dort begegnet sie wieder ihrer ersten Liebe: Zach Zemaitis. Der ließ sie damals wegen seiner Ex sitzen und Adele flüchtete vor ihm. Ob sie ihm diesmal auch wieder entkommen kann?

Es ist leichte, aber unterhaltsame Lektüre. Ich liebe Rachel Gibsons Schreibstil, weil er so fluffig ist, aber auch gleichzeitig so fesselnd und gefühlvoll, dass ich ihre Bücher kaum aus der Hand legen kann.
In Küss weiter, Liebling! geht es nicht nur, um ein bisschen Sport und eine heiße (Erwachsenen-)Romanze, sondern der Roman hat auch einen kleinen fantastischen Einschlag, der äußerst witzig wird. Wie oben schon gesagt, konnte ich auch dieses Buch wirklich kaum aus der Hand legen. Ich habe zwar einmal etwas vorgelesen, sodass ich die grobe Handlung (und das Ende) kannte, aber trotzdem habe ich die Geschichte mit viel Spannung verfolgt und sie ließ mich wirklich kaum aus ihren Fängen.
Zum einen mochte ich die Charaktere, auch wenn Zach fast ein bisschen zu machomäßig war. Zum anderen - das habe ich auch schon oben erwähnt - fesselte mich einfach Gibsons Schreib- und Erzählstil so sehr, dass ich einfach immer wissen musste, wie es mit Adele, Zach und den anderen weiter geht.
Wer hier eine besonders tiefgründige Geschichte erwartet, der ist definitiv falsch. Wer einen gewitzten Plot, ein bisschen "Fantasie" und ein paar heiße Szenen lesen möchte, die einfach unterhalten, der ist platinrichtig!
Erzählt wird die Geschichte übrigens hauptsächlich und abwechselnd aus Zachs und Adeles Sicht - dritte Person, Vergangenheit. Ich konnte mit beiden sehr gut mitfühlen und mitfiebern, auch wenn an sich nicht sooo viel passiert. Ich hatte - wie immer bisher - viel Spaß und kann diese 'schnelle' und locker-flockige Lektüre nur jedem ans Herz lesen, der genau das sucht.

Kurz: Witzig, spritzig, locker, leicht. Zum Lachen, Weinen und mit Spannung mitfiebern. Diesen tollen Mix findet man in Küss weiter, Liebling!. Die Seiten werden nur so dahin fliegen!




Weitere Informationen:
Rachel Gibson FAQ: Antwort auf die meistgestellten Leserfragen
Verlag: Goldmann
Übersetzer: Antje Althans
Taschenbuch
Seiten: 288
Originaltitel: Not Another Bad Date
ISBN: 978-3-442-47032-7
Preis: [D] 8,95 €

Samstag, 7. April 2012

[Rezension] Hex Hall - Dämonenbann von Rachel Hawkins

3. Band

Inhalt:
Sophie Mercer ist gehörig in Schwierigkeiten. Sie hat ihre dämonischen Kräfte verloren, wurde von ihren Freunden getrennt und ist nun mitten in einem Lager von Kriegerinnen gelandet, die magische Wesen wie Sophie eigentlich jagen. Doch statt sie zu töten, eröffnen ihr die Brannick-Frauen, dass sie der Schlüssel ist, um einen Krieg in der magischen Welt zu verhindern. Aber wie kann ihr das ohne ihre Kräfte gelingen?

[Quelle: egmont-lyx.de]



>>Leseprobe<<



Sophie ist gerade noch mal bekommen und wacht in einem düsteren Wald auf, nur um gleich von einer vermeintlichen 12-jährigen und einem Werwolf angegriffen zu werden. Ohne magische Kräfte ist es Sophie kaum möglich sich zu verteidigen. Aber da ist ja noch ihr "Schatten": Elodie.
Dennoch wird Sophie von den Brannicks überrumelt und wacht doch in der Obhut ihrer Mutter auf, denn die ist eine! Für Sophie steht allerdings fest, dass sie die Casnoffs um jeden Preis aufhalten muss - auch wenn sie gegen ihre eigene Familie angehen muss, die doch etwas liebenswürdiger ist als gedacht.
Die Casnoffs haben nur ein Ziel: Prodigien in ihre hauseigene Dämonenarmee verwandeln und damit die Welt beherrschen... oder?

Der dritte und damit abschließende Hex Hall Band.
Diesmal bin ich relativ gut wieder in die Geschichte eingestiegen. Ein Rätsel, das gleich zu Beginn des Buches gelöst wird, hatte ich schon am Ende des letzten Bandes dunkel vermutet und so war für mich die Überraschung nicht allzu groß.
Mit Sophie konnte ich wieder herrlich Lachen und mitfiebern. Ich liebe ihren Humor einfach und sie selbst natürlich auch. Sie hat dieses Mal einiges zu verkraften und doch gibt sie nicht auf. Auch die anderen Charaktere, allen voran natürlich Archer, Jenna und Cal, sind mir sehr ans Herz gewachsen. So war das Ende für mich sehr traurig - Taschentuch-Alarm-traurig. Die Wendung musste zwar sein und prinzipiell begrüße ich die etwas realistischeren Wendungen, aber in diesem Fall hat es mich wirklich sehr mitgenommen. Was ich nicht erwartet habe, da mir auch gar nicht klar war, dass ich so an dieser Figur hing.
Neben allem Heulen und Lachen gilt es natürlich auch Pläne zu schmieden, um die durchgedrehten Casnoffs aufzuhalten. Es ist spannend und zwischendurch kann man die Resignation und Hilfosigkeit von Sophie und ihren Freunden beinahe anfassen. Es wird auch endgültig geklärt, warum sich die Casnoffs so verhalten wie sie es tun.
Wie auch schon in den vorangegangenen Bänden lockert Sophies Humor jede noch so düstere Stimmung auf. Obwohl es, meiner Meinung nach, nicht mehr ganz so düster zugeht wie in Band zwei, so müssen Sophie und ihre Freunde sich doch noch einmal auf's Neue beweisen.
Das Ende ist ein... gefühlvolles, schönes, aber eben auch sehr trauriges Ende. Ich könnte glatt schon wieder ein paar Tränchen vergießen, obwohl ich sonst nicht so nah am Wasser baue...

Kurz: Ein würdiger Abschluss. Sophies Humor bleibt ungebrochen, die Ereignisse überschlagen sich im wahrsten Sinne des Wortes. Es wird lustig, spannend, mysteriös und zum Ende hin (leider) auch sehr traurig. Abschließend kann ich nur sagen, dass ich diese Serie wirklich liebe, weil sie gleichzeitig leicht und lustig, aber auch düster und ernst ist. Einfach wunderhexenzaubervoll!



Weitere Informationen:
Verlag: EgmontLYX
Übersetzer: Michaela Link
Taschenbuch, kartoniert mit Klappe
Seiten: 304
Originaltitel: Spellbound
Reihe: Hex Hall
ISBN: 978-3-8025-8241-7
Preis: [D] 9,99 €

Donnerstag, 29. März 2012

[Rezension] Virtuosity - Liebe um jeden Preis von Jessica Martinez


Inhalt:
Die siebzehnjährige Carmen ist ein Star. Sie tourt mir ihrer Geige durch die Welt und spielt überall vor ausverkauften Konzertsälen. Doch die Konkurrenz ist hart. Beim Guarneri-Wettbewerb treten Jungstars aus den verschiedensten Ländern gegeneinander an - und nur der Sieg zählt.
Carmen steht unter Druck, den sie nur noch mit Tabletten in den Griff bekommt. Doch dann lernt sie Jeremy kennen, ihren ärgsten Konkurrenten um den Sieg. Und obwohl Carmen weiß, dass sie sich vor ihm in Acht nehmen sollte, fühlt sie sich unwiderstehlich zu ihm hingezogen. Für Carmen ist die Zeit gekommen, sich zu entscheiden: Setzt sie auf Sieg oder auf die Liebe ...

[Quelle: luebbe.de]


>>Leseprobe<<



Carmen Bianchi ist ein sogenanntes Wunderkind auf der Geige. Sie steht kurz vor dem bedeutendsten Wettbewerb ihres Lebens: Des Guarneri-Wettbewerbs. Doch seit einem Zwischenfall auf einem Konzert in Tokio plagt Carmen starkes Lampenfieber. An diesem Wettbewerb hängt ihre gesamte Karriere und so 'kundschaftet' sie ihren ärgsten Konkurrenten aus: Jeremy King, ebenfalls ein Geigenvirtuose.
Doch auch wenn ihr Jeremy anfangs nicht sympathisch ist und Carmen ihn am liebsten aus ihren Gedanken streichen würde, muss sie doch ständig an ihn denken. Als wäre das nicht genug macht ihr der immer stärker werdende Druck den Wettbewerb gewinnen zu müssen, immer mehr zu schaffen. Mit jedem Tag, mit dem der Guarneri näher rückt und mit dem sie mehr Zeit mit Jeremy verbringt, muss sich Carmen die Frage stellen: Sind ihre Gefühle echt und kann sie trotzdem den Wettbewerb gewinnen?

Der Titel und der Autorenname auf dem Cover sind leicht erhaben und glänzen. Das Buch ist gebunden, hat aber keinen Schutzumschlag. So ist das Cover doch irgendwie besonders griffig, finde ich. Eine solche Veredelung auf einem "nur" gebundenen Buch hatte ich auch noch nicht.
Der Untertitel könnte für den ein oder anderen ein bisschen irreführend sein. Denn das Hauptaugenmerk der Geschichte liegt auf Carmen und ihrem Leben als "Wunderkind". Diesem ungeheuren Druck, der auf ihr lastet, ihr "Geheimnis", das sie keinem anvertrauen kann (wovon lediglich ihre Mutter und ihr Geigenmentor wissen) und dann auch noch der starke Konkurrent: Jeremy King. Er zieht sie an, aber wirkt arrogant und unsympathisch auf Carmen. Aber doch scheint er der einzige zu sein, der sie verstehen muss, oder?
Vorweg: Ich kenne mich so gar nicht mit Geigen, dem Spielen und klassischer Musik aus. Mir kam es aber so vor als hätte Jessica Martinez sich ihr Wissen nicht nur angelesen, sondern, dass sie bis zu einem gewissen Grad auch aus Erfahrung spricht (was durch ihre Vita ja bestätigt wird). Gleichzeitig war es für mich als Laien auch nicht immer ganz einfach den "Fachwörtern" zu folgen, bzw. mir die Details auch vorzustellen. Sei es nun, weil ein (kleiner) Teil der Geige beschrieben wurde oder auf eine klassische Komposition eingegangen wurde. Mich persönlich hat das gar nicht gestört. Ich fand es zwar ein bisschen schade (wie immer, wenn von Musik geredet wird, die ich nicht kenne), dass ich es mir nicht genau vorstellen konnte, aber durch ihren Sprachstil hat Martinez das in meinen Augen wieder wett gemacht.
Ich weiß nicht genau, ob ich Carmen nun mag oder nicht. Nicht, weil sie unsympathisch ist oder dergleichen. Sie ist einfach nur so ganz anders, was ja auch sehr verständlich ist. Denn Carmen ist (und war) kaum unter Gleichaltrigen und führt im Prinzip auch kein normales Leben. Dennoch ist sie auch ein ganz normaler Teenager, der sich freut, der sich mit seinem ersten Gefühlschaos auseinander setzen muss, der finden muss, was er will. Carmen hat mich als Ich-Erzählerin auf jeden Fall sehr eindrucksvoll durch ihre Geschichte getragen, die gleichzeitig auch einen interessanten Einblick in das Leben eines (Geigen)Stars gibt.
Es gab noch so viele... Komponenten, möchte ich es mal nennen, die mich beeindruckt haben, aber da würde ich jetzt zu weit bei der Geschichte vorgreifen und euch Details verraten, die schon hart unter "Spoiler" laufen (und das will ich ja nicht).
Ob diese Dinge und Gegebenheit nun der Realität entsprechen oder entsprechen könnten, kann ich natürlich nicht sagen. Auf mich wirkte es durchaus natürlich und ich konnte, gerade Carmens Handlungen, nachvollziehen. Die zarte Schwärmerei, die sich zwischen Jeremy und Carmen entspinnt, ist genau das: zart, süß, ein bisschen schnell, verwirrend und prickelnd. Diese Beziehung wird nicht unbedingt logisch beschrieben. Die beiden haben ja auch kaum Zeit mit- und füreinander, aber doch ist es irgendwie so eine typische Teenagerromanze, die schon am Anfang eine schwere Hürde nehmen muss.

Kurz: Ein virtuoser Roman über die Schattenseiten eines Wunderkinddaseins. Aber er zeigt auch, dass es strahlendes Licht gibt, wenn man zu sich selbst findet - auch, wenn es eine gehörige Portion Mut erfordert.



Weitere Informationen:
Interview mit Jessica Martinez
Trailer
Verlag: Boje / Bastei Lübbe
Übersetzer: Sabine Bhose
gebunden
Seiten: 253
Originaltitel: Virtuosity
ISBN: 978-3-414-82322-9
Preis: [D] 12,99 €

Donnerstag, 15. März 2012

[Rezension] Das Land der verlorenen Träume von Caragh O'Brien

2. Band

Inhalt:
Die sechzehnjährige Gaia Stone, eine junge Hebamme, muss aus ihrer Heimat fliehen, mit nichts als den Kleidern am Leib und ihrer neugeborenen Schwester im Arm. Alles wurde ihr genommen – sind doch ihre Eltern ermordet und die Liebe ihres Lebens verhaftet worden, und die zerstörte Welt, in der sie lebt, straft unbarmherzig jede Schwäche. Als ein Fremder sie mitten im Ödland vor dem Verdursten bewahrt, scheint sie zunächst gerettet. Doch das Dorf des Fremden nimmt Gaia erst die Schwester und dann auch noch die Freiheit. Verzweifelt und entmutigt gibt sie beinahe auf. Schließlich besinnt sich Gaia jedoch darauf, dass vor allem anderen das Leben zählt – und sie stellt sich ihrem Schicksal, ihrer Verantwortung für ihre Schwester und einer neuen, zarten Liebe …

[Quelle: heyne-fliegt.de]


>>Leseprobe<<



Gaia und ihre kleine Schwester Maya erreichen mit letzter Kraft die Grenze des toten Waldes. Der Zuflucht zu der sie ihre Mutter kurz vor ihrem Tod geschickt hat. Gerettet werden sie vom jungen Chardo Peter, der sie zur Matrarch, der Vorsteherin des Dorfes, bringt.
Doch das Dorf Sylum ist nicht das erhoffte Paradies. Gaia muss sich entscheiden, ob sie bei ihrer Schwester bleiben soll, die dem Tod näher als dem Leben ist, oder sofort das Dorf verlassen will. Denn sobald Gaia die sogenannte Schwellenkrankheit bekommt, kann sie das Dorf nicht mehr verlassen.
Doch für die junge Hebamme steht fest: Sie bleibt zu jedem Preis, nur um in der Nähe ihrer Schwester zu sein. Doch das Leben in Sylum bricht Gaia beinahe...

Der zweite Band der Reihe um die junge Hebamme Gaia Stone.
Nachdem ich vom ersten Band ja restlos begeistert war, hatte ich natürlich auch hohe Ansprüche an den Nachfolger. Ich kann sagen, dass die voll und ganz erfüllt worden sind und ich nun mit großer Spannung dem dritten Band entgegenfiebere.
In Die Stadt der verschwundenen Kinder hat sich die Protagonistin Gaia ja von einem schüchternen Mädchen zu einer starken, jungen Frau entwickelt, die für ihre Überzeugung einsteht. Gaia war mir schon vom ersten Augenblick an sympathisch, weil sie eben nicht die "normale" Heldin ist. Sie ist durchaus klug, manchmal etwas unsicher und stur. Aber gleichzeitig ist sie auch sehr gefühlvoll und denkt eher logisch als emotional. Natürlich nicht im Übermaß, aber sie handelt in den meisten Fällen überlegt und instinktiv und lässt sich von ihren (pubertären) Gefühlen nicht so leicht ablenken. Denn Gaia musste schon sehr früh lernen erwachsen zu sein und das merkt man ihr auch an. Ihre Denkweise und ihre Charakterentwicklung zu verfolgen ist allein schon total spannend.
Gleichzeitig wird sie in diesem Band sehr hart auf die Probe gestellt, denn die unbändige Gaia, die zu allem eine eigene, beinahe störrische Meinung hat, soll sich unterordnen, unterwerfen und damit auch ihre Werte und Ideale aufgeben. In diesem Prozess, den sie durchmacht, habe ich so mit ihr mitgelitten und gegrübelt. Sie hat bestimmt falsche Entscheidungen getroffen, aber diesen starken Vogel in einem so engen Käfig zu sehen, aus dem er sich nicht befreien kann, war wirklich beinahe unerträglich. Ich weiß nicht, was ich an ihrer Stelle getan hätte.
Es geht hier also in erster Linie um die Hierarchie und die Beschaffenheit des Dorfes Sylum. Gaias "Gegenspielerin" ist die Matrarch, Lady Olivia. Sie ist ebenso stur, nein, viel sturer als Gaia und... ich weiß nicht, ob ich sie mochte oder nicht. Eher letzteres, aber gleichzeitig hat sie auch so eine einnehmende Autorität versprüht, sodass man ihr einfach Respekt zollen musste. Sie ist nicht in dem Sinn böse und handelt wirklich in gutem Glauben. Aber sie ist so eingefahren, dass sie es nicht mehr erkennt, dass Außenstehende ihr nur helfen wollen. Natürlich waren auch nicht alle Vorschläge von Gaia perfekt oder dergleichen, das will ich damit nicht sagen. Ein guter Austausch wäre sinnig gewesen, aber wo bliebe da die Spannung?
Die Entscheidungen aller Personen konnte ich gut nachvollziehen. Die Situation im Dorf wird von mehreren Seiten beleuchtet und die Angst auszusterben lauerte unterschwellig zwischen jeder Zeile. Zusätzlich kommt der Mädchen-/Frauenmangel hinzu. Gaia und manch andere Dorfbewohner denken hier fortschrittlich, während die 'regierende' Kaste eher im alten Trott bleiben will. Altbekannter Konflikt. Trotzdem hat es Caragh O'Brien geschafft ihn so spannend und mit viel Emotionen darzustellen, dass ich beim Lesen beinahe meinte selbst in Sylum zu sein.
Die zarte Liebesgeschichte, die im ersten Band begonnen hat, setzt sich auch hier mit einigen Hindernissen fort - oder anfangs eher nicht. Denn, wie oben bereits erwähnt, steht die Romantik nicht an erster Stelle, auch wenn es einige romantische, herzklopfende und -rasende Szenen gibt. Na, bei so vielen Männer im Verhältnis zu Frauen im Dorf kein Wunder.
Das Ende ist auch hier wieder relativ abgeschlossen. Es lässt Platz für (viel) mehr, aber die dringendsten Fragen wurden beantwortet und so ist es kein Cliffhanger. Trotzdem kribbelt es mir jetzt schon in den Fingern (endlich) weiter lesen zu können.

Kurz: Eine geniale Fortsetzung, die gut mit ihrem Vorgänger mithalten kann! Gaia zu verfolgen ist schlichtweg atemberaubend und spannend und gleichzeitig so schlimm, denn sie muss einige Hürden überwinden, um zu sich selbst zu finden. Ein bisschen Herzschmerz ist auch dabei, gemischt mit einer gehörigen Portion frischem Geist und Rebellion. So fliegen die Seiten nur dahin und alles, was ich zum Schluss denken konnte ist: Mehr, mehr, MEHR!



Weitere Informationen:
Schiebepuzzle
Verlag: Heyne fliegt
Übersetzer: Oliver Plaschka
gebunden, mit Schutzumschlag
Seiten: 464
Originaltitel: Prized
Reihe: ja
ISBN: 978-3-453-26728-2
Preis: [D] 16,99 €

Samstag, 10. März 2012

[Rezension] Leaving Paradise von Simone Elkeles

1. Band

Inhalt:
Nothing has been the same since Caleb Becker left a party drunk, got behind the wheel, and hit Maggie Armstrong. Even after months of painful physical therapy, Maggie walks with a limp. Her social life is nil and a scholarship to study abroad—her chance to escape everyone and their pitying stares—has been canceled.
After a year in juvenile jail, Caleb’s free . . . if freedom means endless nagging from a transition coach and the prying eyes of the entire town. Coming home should feel good, but his family and ex-girlfriend seem like strangers.
Caleb and Maggie are outsiders, pigeon-holed as "criminal" and "freak." Then the truth emerges about what really happened the night of the accident and, once again, everything changes. It’s a bleak and tortuous journey for Caleb and Maggie, yet they end up finding comfort and strength from a surprising source: each other.

[Quelle: fluxnow.com]


>>Leseprobe<<



Vor einem Jahr hat Caleb Becker seine Nachbarin Maggie Armstrong betrunken angefahren und Fahrerflucht begangen. Dafür musste er ein Jahr lang ins Jugendgefängnis, während sich Maggie zahlreichen Operationen und Physiotherapiestunden unterziehen musste.
Alles was Caleb nun will, ist sein altes Leben zurück. Alles soll wieder so sein wie zuvor. Doch nichts ist im kleinen Ort Paradise so wie vergangenes Jahr.
Caleb ist nun der Ex-Knacki, Maggie hat sich von ihren (beliebten) Freunden zurück gezogen, Calebs Zwillingsschwester Leah (und Maggies beste Freundin) ist ebenfalls zu einem Außenseiter geworden und auch Calebs Freunde haben sich verändert. Oder hat doch eher Caleb sich verändert?
Beide, Caleb und Maggie, sind nun die "Freaks" und auch wenn sie einander hassen sollten, sind doch beide in einer ähnlichen Situation...

Der erste Band der Paradise Reihe.
Wer schon die Bücher um die Fuentes Brüder gelesen und verschlungen, ja inhaliert hat, der wird auch hier wieder voll auf seine Kosten kommen.
Auch wenn ich nicht jedes Wort verstanden habe, so wusste ich doch eins: Simone Elkeles' Stil ist so einnehmend, so klar und voller Gefühl, dass es eigentlich egal ist, in welcher Sprache man ihre Bücher liest. Auch wenn die Thematik hier eine ganz andere ist, ist die Geschichte um Caleb und Maggie doch genauso fesselnd und mitfühlend und spannend wie die (bei uns bekannten) Geschichten um die Fuentes-Brüder.
Ich konnte das Buch wirklich kaum aus der Hand legen, weil mich Calebs und Maggies Geschichte einfach so berührt hat. Beide haben ihre Fehler und Macken, beide sind aber auch gleichzeitig so herzlich und sympathisch. Man kann mit beiden mitfühlen, obwohl sie sozusagen auf unterschiedlichen Seiten stehen. Das wird auch durch die Erzählperspektive vertieft: Abwechselnd wird aus Calebs und Maggies Sicht, in der Ich-Perspektive, Präsens, erzählt.
Klar, wollte ich beide manchmal schütteln und sie benehmen sich auch mal daneben, statt einfach nur ehrlich miteinander zu sein. Immerhin sind die beiden keine Fremden, sondern eigentlich Freunde. Jeder der beiden hat sein ganz persönliches Päckchen zu tragen. Wer auchhier wieder vom Klischee ausgeht, dem zeigt Elkeles ein weiteres Mal, dass das eben nicht alles ist. Sie dringt so tief in die Charaktere, ihre Perspektive, ihre Gefühlswelt, dass man beinahe auch selbst meinen könnte in Maggies oder Calebs Haut zu stecken.
Das Ende könnte man als abgeschlossen betrachten. Doch zum Glück geht es weiter mit den beiden, denn sonst hätte ich das Ende als eher unbefriedigend empfunden. Es gibt bis dorthin drastische Wendungen und Lösungen. Ein dunkles Geheimnis wird gelüftet und Maggie und Caleb realisieren, dass sie sich verändert haben.

Kurz: Wieder mal ein Meisterstück. So berührend und fesselnd und vereinnahmend, dass man sich schon beinahe den Arm abhacken muss, um das Buch aus der Hand zu legen. Wunderbar!



Weitere Informationen:
Verlag: Flux
Taschenbuch
Seiten: 303
Reihe: Paradise
ISBN: 9780738710181
Preis: [D] ~ 7,60 €

Freitag, 9. März 2012

[Rezension] Forgotten von Cat Patrick


Inhalt:
London Lane kann sich an nichts aus der Vergangenheit erinnern. Die Zukunft hingegen kennt sie. Beim Aufwachen an jedem Morgen bleibt ihr nur ein Zettel mit ihren Notizen vom Vortag.
An einem kalten Wintertag lernt London den geheimnisvollen Luke kennen. Aber begegnet sie ihm wirklich zum ersten Mal? Er ist ihr so seltsam vertraut und wird ihre große Liebe. Doch warum hat London plötzlich schreckliche Visionen von einer Beerdigung? Wird Luke sterben?

[Quelle: ullsteinbuchverlage.de]


>>Leseprobe<<



London Lane ist ein besonderes Mädchen. Denn sie kann sich nicht an ihre Vergangenheit erinnern, aber an ihre Zukunft! So erkennt sie zwar ihre beste Freundin, aber nicht von gestern, sondern vom nächsten Tag. Aufgrund dieses "Handicaps" macht sich London jeden Abend Notizen über den vergangenen Tag.
Eines Tages lernt sie dann Luke kennen - und vergisst ihn am nächsten Tag. Denn Luke taucht nicht in ihrer Zukunft auf. Was hat es damit auf sich? London ist sich unsicher, ob sie ihn nicht doch lieber 'vergessen' soll... Aber London hat auch noch ganz andere Probleme: Sie träumt regelmäßig von einer Beerdigung. Außerdem streitet sie sich mit ihrer besten Freundin, die dann erst mal nicht mehr mit ihr reden will...

Die Leseprobe hat mich damals etwas verwirrt. Als ich die Kapitel dann aber noch mal gelesen habe, leuchtete mir Londons "Problem" doch schon eher ein. Es ist ein bisschen schwierig sich in ihre Lage zu versetzen. Nicht, weil London so ein komischer Charakter wäre. Eher, weil London sich nur an die Zukunft 'erinnert'. Aber nach und nach gewöhnt man sich an Londons verdrehte Erinnerungen.
Der Schreibstil ist anfangs - eben durch diese verdrehten Erinnerungen - etwas holprig, trotzdem zieht Patrick ihre Leser gleich in Londons Geschichte hinein. Erzählt wird die in der Ich-Perspektive im Präsens. Dazu kommen ab und an noch Londons Notizen über den vergangenen Tag. So weiß der Leser unter anderem auch wie viel Zeit vergeht, welcher Tag ist und erfährt auch noch kleinere Details aus Londons Leben (z. B. was sie anhatte, an was sie sich erinnern muss...).
Wie gesagt ist es anfangs etwas verdreht und komisch, da sich ja London an nichts aus ihrer Vergangenheit erinnern kann. So kommt es auch im Sprachverlauf zu Wiederholungen (sorgar wörtlichen). Was ich aber nicht schlecht, sondern sogar sehr gut fand. Das verstärkt Londons Problem und ihre Einzigartigkeit.
Insgesamt hat mich Londons Geschichte so für sich eingenommen. Es war bewegend und spannend und fesselnd. Denn ich wollte unbedingt hinter das ominöse Geheimnis der Beerdigung kommen und warum London überhaupt so ist, wie sie ist. All das wird nur Puzzlestück für Puzzlestück aneinander geheftet, bis es das komplette Bild ergibt - ziemlich zum Schluss. Ich hatte zwar eine Ahnung, was hinter Londons "Erinnerung" an die Beerdigung stecken könnte, lag aber nicht so ganz richtig. Überhaupt habe ich anfangs wild spekuliert, was es sein könnte.
Besonders die zarte Liebesgeschichte, die sich zwischen London und Luke entspinnt und auch Londons Streit mit ihrer besten Freundin und ihre Anspannung ihrer (alleinerziehenden) Mutter gegenüber haben mich so neugierig gemacht und verinnahmt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Es gab einfach so viel Geschichte und ... Leben auf vergleichsweise recht wenig Seiten - ohne, dass etwas zu überstürzt wirkte.
Das Ende... hat gepasst. Die Geschichte schloss nicht abrupt, sondern lief schön rund aus, was mir pesönlich gut gefallen hat. Es gab zum Schluss kein überschüssiges Blabla, sondern einfach ein rundes Ende. Obwohl ein winziges Detail offen blieb, aber ein bisschen Fantasie darf man ja als Leser auch selbst haben.

Kurz: Ein bewegendes Buch mit einer etwas anderen Idee und Geschichte. Es gibt zwar nicht viel Action, aber schon allein Londons Leben und wie sie es meistert, war spannend für mindestens drei Bücher! Auch die zarte Liebesgeschichte zwischen London und Luke war einfach so herzlich und wunderwunderschön, dass meine Augen wortwörtlich an den Seiten kleben blieben.



Weitere Informationen:
Verlag: Marion von Schröder
Übersetzer: Sybille Uplegger
gebunden, mit Schutzumschlag
Seiten: 304
Originaltitel: Forgotten
ISBN: 9783547711820
Preis: [D] 16,99 €

Samstag, 3. März 2012

[Rezension] Während ich schlief von Anna Sheehan

1. Band

Inhalt:
Rose Fitzroys Welt scheint perfekt: Als einzige Tochter steinreicher Eltern genießt sie alle Privilegien und ist zudem noch frisch verliebt. Doch dann versetzen ihre Eltern sie in einen künstlichen Schlaf – und niemand weckt sie auf. Bis ein fremder Junge sie 62 Jahre später zurück ins Leben holt. Rose muss feststellen, dass nichts in ihrer Welt mehr so ist, wie es war: Ihre Eltern sind verschwunden, ihr Liebster unauffindbar, und an ihre Fersen heftet sich ein seltsames Wesen, das ihr offensichtlich Böses will ...

[Quelle: randomhouse.de]


>>Leseprobe<<



Irgendwann in der Zukunft. Der junge Brendan findet im Keller eine alte Stase-Röhre. Dort drin befindet sich ein Mädchen. Aber nicht irgendeines. Es handelt sich um Rose Fitzroy, die verschwundene Tochter des Multikonzern-Chefs von UniCorp Mark Fitzroy.
Rose hat 62 Jahre in der Röhre, in künstlichem Schlaf zugebracht und nichts ist mehr wie es einmal war. Ihre Eltern sind tot, alle Freunde gestorben und Rose muss sich nun, mit ihren 16 Jahren, an ganz neue Lebensumstände anpassen.
Die Medien und die Öffentlichkeit stürzen sich förmlich auf das junge Mädchen und das ruft etwas Bedrohliches auf den Plan, dessen sich Rose und ihre Umgebung gar nicht bewusst sind...

Der erste Band einer Reihe. Wobei die Weiterführung bisher noch nicht betitelt wurde.
Anna Sheehan beschreibt hier eine sehr, sehr, sehr moderne Dornröschen-Adaption. Okay, im Prinzip ist nur der lange Schlaf, die Prinzessin und der "Kuss" identisch. Nichtsdestotrotz ist Während ich schlief ein so wunderbares, futuristisches Märchen. Der Schreibstil ist flüssig, leicht zu lesen und zieht einen vom ersten Wort, den ersten Sätzen direkt in die Geschichte.
Die Story beginnt ohne viel Vorplätschern. Es wird erst mal nicht groß erklärt, was genau passiert, bzw. passiert ist, sondern der Leser beginnt mit Rose an dem Punkt ihres 'Erweckens'. Das ist gut, denn als Leser ist man ähnlich orientierungslos in dieser Zeit wie Rose. So lernt man mit ihr diese Zeit, die Gepflogenheiten, die (neumodischen) Ausdrücke und den Aufbau kennen. Nicht in einer großen Protion, sondern löffelweise. Was ich als sehr gut empfand, denn so setzt sich das Wissen, geht irgendwie tiefer und wird auch - ein bisschen - verständlicher.
Nach den ersten Seiten und dem Klappentext, hatte ich eine Ahnung, wie Während ich schlief werden könnte. Kaum etwas davon bestätigte sich. Angefangen hat es beispielsweise mit Rose. Ich hatte so ein Bild einer verwöhnten, hochnäsigen Prinzessin im Kopf. Vielleicht auch ein sehr gefestigter und starker Charakter. Ein Mädchen voller Emotionen. Doch Rose ist beinahe das komplette Gegenteil. Anfangs konnte ich sie nicht recht einschätzen. Sie wirkt (nicht nur durch den langen Schlaf) sehr zerbrechlich, in sich gekehrt und eher empfindlich. Auch ihr Auftreten ist nicht harsch oder aufbrausend, sondern bedacht und ruhig. Rose hat alles verloren und natürlich ist sie traurig, entsetzt und fassungslos. Aber all das spielt sich mehr in ihrem Innern ab und weniger "außen".
Rose ist einfach ein wahnsinnig toller Charakter, der sich vom zerbrechlichen Samen zur biegsamen Knospe bis hin zur aufblühenden Rose entwickelt, die eben nicht nur "schön" ist. Ihren Werdegang zu verfolgen, ihre Wandlung, ihre Versuche sich anzupassen und das Leben wieder aufzunehmen, die Verarbeitung ihrer Vergangenheit - kurz: Man entwickelt sich mit Rose. Man leidet mit ihr. Manchmal ist es schwer, vor allem am Anfang, ihr Verhalten nachzuvollziehen. Aber das wird Stück für Stück aufgelöst.
Tja, Roses Eltern... sind ein Dreh- und Angelpunkt in der Geschichte. Spätestens als sie das zweite Mal (in Roses Erinnerungen) auftauchten, habe ich mein Urteil gefällt: Ich mag sie nicht. Anders: Sie sind krank! Aber genau das macht die Geschichte, finde ich, so... lebendig, so vereinnahmend. Denn sie hat gute Charaktere. Charaktere, die man mag, die man langsam ins Herz schließt, die man nicht mag und die man einfach nur abartig findet.
Ein bisschen hat mich das Buch an Zweiunddieselbe erinnert. Doch Während ich schlief ist viel einnehmender, spannender, es geht etwas mehr unter die Haut, regt dafür aber ein bisschen weniger zum Nachdenken an.
Das Ende ist soweit, finde ich, abgeschlossen. Es lässt sicherlich Raum für mehr, aber im Grunde ist alles gesagt und weitgehend aufgelöst.

Kurz: Überwältigend. Mit den wichtigsten Dornröschen-Elementen, einer dicken Portion Zukunftsvision und lebendigen, eckig-runden Charakteren zieht die Autorin den Leser wirklich in ihre Geschichte hinein und lässt ihn nicht mehr los.



Weitere Informationen:
Verlag: Goldmann
Übersetzer: Karin Diemerling
Taschenbuch, Broschur
Seiten: 352
Originaltitel: A Long, Long Sleep
Reihe: Ja (folgende Titel angekündigt, stehen aber noch nicht fest)
ISBN: 978-3-442-47565-0
Preis: [D] 12,00 €

Freitag, 2. März 2012

Sieben Minuten nach Mitternacht von Patrick Ness, Siobhan Dowd und Jim Kay (Illustrator)



Inhalt:
Das Monster erscheint sieben Minuten nach Mitternacht. Aber es ist nicht das Monster, das Conor fürchtet. Was er eigentlich fürchtet, ist jener monströse Albtraum, der ihn jede Nacht quält, seit seine Mutter ihre Behandlung begann. Dieser Traum, in dessen Herzen tiefstes Dunkel herrscht und wo im Abgrund ein Albtraumwesen lauert, bis dann ein Schrei die Nacht zerreißt …
Das Monster aber, das scheinbar im Garten hinter Conors Haus lebt, verkörpert etwas völlig anderes. Es ist uralt, wild und weise – es ist das Leben selbst. Und es ist gekommen, um Conor zu helfen. Doch auf welchen Weg Conor sich mit seinem gigantischen Freund begeben wird, ahnt er nicht. Er wird ihn hinab in die tiefsten Tiefen seiner Seele führen, er wird ihn in seinen Albtraum begleiten und dann wird er ihm das Gefährlichste überhaupt abverlangen: die ganze Wahrheit. Denn nur wenn Conor sich dieser stellt, wird er das wahre Wesen des Lebens erkennen …

[Quelle: randomhouse.de]



>>Leseprobe<



Conor hat einen seltsamen Traum. Er träumt von einem Baummonster, das er nicht recht ernst nehmen kann - als Monster. Es kommt immer Sieben Minuten nach Mitternacht.
Doch warum taucht es auf? Warum ist es da? Was will es von Conor?
Aber der junge Conor muss sich nicht nur mit dem nächtlichen Monster herumschlagen. Denn Conors Mutter ist krank. Sehr krank.

Ich möchte als aller erstes ein Zitat aus dem Vorwort anbringen: "Jetzt bist du dran. Lauf los. Stifte Unruhe. (...) Stiften Sie Unruhe."
Es war so bezeichnend für diese Geschichte, die so... anders und mit so viel Herz und Gefühl erzählt wird ohne es direkt anzugehen.
Zuerst einmal fallen einfach diese tollen Illustrationen auf! Da hat sich Jim Kay, der Illustrator, wirklich selbst übertroffen. Sie wirken einfach genau wie die Geschichte selbst: Bedrohlich, düster, aber doch auf ihre ganz eigene Art - lebendig. In der Leseprobe kann man sich davon überzeugen, wie toll da gearbeitet wurde. Beinahe auf jeder zweiten Seite finden sich größere und kleinere Bilder. Besonders toll fand ich das "Monster".
Die Sprache hat zudem ihren ganz eigenen Zauber. Ich will das jetzt gar nicht zerpflügen, denn das wäre einfach falsch. Ich kann nur so viel sagen, dass ich selten einen so poetisch und doch klaren Schreibstil erlebt habe, der trotz seiner "Andersartigkeit" dermaßen ins Kopfkino zieht, dass man denkt, man träume selbst vom "Monster".
Ab der ersten Seite berührt die Geschichte um Conor den Leser sanft und zart. Sie ist düster, ein bisschen gruselig, was von den Bildern noch mal unterstrichen wird, aber auch auf eine beinahe so unheimliche Art lebendig und kraftsprühend, wie es nichts anderes sein kann. Es regt definitiv zum Nachdenken an.
Das "Monster" erzählt Conor drei Geschichten, um Conor mehr oder weniger eine Lektion zu erteilen. Anfangs musste ich an Scrooge aus der Weihnachtsgeschichte denken. Doch die Geschichte dienen nicht dazu Mitgefühl zu erregen.
Vielmehr kann und will ich auch gar nicht sagen, denn ich finde keine Worte wären gut genug um zu beschreiben wie wunderbar und fantastisch dieses Buch ist!

Kurz: Wortlos. Überwältigend. Lebendig. Wunderschön.



Weitere Informationen:
Offizielle Seite
Verlag: Goldmann / cbj
Übersetzer: Bettina Abarbanell
gebunden, mit Schutzumschlag
Seiten: 216
Originaltitel: A Monster Calls
ISBN: 978-3-442-31280-1 (Goldmann) / 978-3-570-15374-1 (cbj)
Preis: [D] 16,99 €

Mittwoch, 29. Februar 2012

[Rezension] Die Brüder Grimm und das Rätsel des Froschkönigs von Andreas Venzke


Inhalt:
Kaum ein Name ist in Deutschland, ja in der Welt, so bekannt wie der der Brüder Grimm. Jakob und Wilhelm lebten für die deutsche Sprache und ihre Ursprünge. Ihre Leidenschaft galt den Märchen, die sie sich erzählen ließen, aufschrieben und gerne etwas ausschmückten. Mit der Feder in der Hand, war den unzertrennlichen Brüdern keine Forschungsaufgabe zu mühselig. Diese beeindruckend authentische Biographie erzählt aus dem wahren Leben der Märchensammler.

[Quelle: arena-verlag.de]


Eine Art Biographie, kindgerecht aufgearbeitet, der Brüder Grimm. Mit kleinen Geschichten aus ihrem Leben und dazu ein paar Hintergrundinformationen.

Abwechselnd wird hier die Geschichte, bzw. Biographie, der Brüder Grimm erzählt. Einmal aus Wilhelms und einmal aus Jakobs Sicht. Dazu kommen zwischen den einzelnen Kapitel kurze, einfach geschriebene Sachtexte, die die Biographieerzählungen in einen größeren historischen Zusammenhang bringen.
Am Ende finden sich ein Glossar, das die wichtigsten Begriffe und Persönlichkeiten kurz erklärt, eine Zeittafel und ein Inhaltsverzeichnis (je eins für die Biographie- und eins für die Sachtexte). Zudem lockern gezeichnete Bilder (im Comicstil) die Geschichte auf. Die Sachtexte sind oft auch noch mit "Zeitdokumenten" unterlegt, wie beispielswiese Gemälden, Porträts etc.
Ganz jungen Lesern würde ich den Band nicht empfehlen. Zumindest nicht zum Alleinlesen. Eher so etwa ab 12. Einfach deshalb, weil ich denke, dass jüngere bestimmte Zusammenhänge vielleicht noch nicht ganz verstehen.
Am Schreibstil liegt es nicht, denn der ist wirklich flüssig und lässt sich leicht lesen. Es gibt kaum ein 'richtiges' Fachwort und wenn, dann wird alles im Glossar erklärt.
Die Idee mit der Geschichte, die die Brüder Grimm selbst erzählen, finde ich sehr witzig. So sind sie dem Leser doch irgendwie näher. Wer sich also für die Märchen-Brüder interessiert, der kann hier bestimmt noch einiges lernen - ohne wirklich zu 'lernen'.

Kurz: Eine ganz besondere Idee! Tolle Umsetzung, ein guter Stil und einfach Spaß am Wissen - der perfekte Mix.



Weitere Informationen:
Mit Illustrationen
Verlag: Arena
Taschenbuch, Klappenbroschur
Seiten: 112
Reihe: Arena Bibliothek des Wissens (das Buch ist aber abgeschlossen)
ISBN: 978-3-401-06775-9
Preis: [D] 8,99 €

Dienstag, 28. Februar 2012

[Rezension] Daughter of Smoke and Bone - Zwischen den Welten von Laini Taylor

1. Band
Inhalt:
Was würdest du dir wünschen, wenn du nur eine Perle deiner Kette opfern musst, damit dein Wunsch in Erfüllung geht?
Wo würdest du hinreisen, wenn du bloß durch eine Tür gehen musst, um nahezu alle Orte der Welt zu erreichen?
Wie würdest du dich fühlen, wenn du den falschen Mann liebst, er aber die Antwort auf alle deine Fragen ist? Karou dachte, sie wüsste, wer sie ist. Doch dann kommt es zu einer Begegnung, die alles verändert …

[Quelle: fischerverlage.de]




>>Leseprobe<<



Karou lebt in Prag und geht auf eine Kunstakademie. Sie hat eine blühende Fantasie - denken ihre Freunde. Doch was sie nicht wissen, ist, dass Karou ein Doppelleben führt. Für den Chimären Brimstone spielt Karou den Boten. Denn Brimstone und die anderen sind für Karou so etwas wie ihre Familie.
Aber Brimstone sammelt nicht nur Zähne, sondern er erfüllt auch Wünsche. Kleine unnütze Wünsche, aber auch mächtige. Doch plötzlich verändert sich Karous Welt von einemTag auf den anderen...

Der erste Band der Daughter of Smoke Reihe
Erst einmal zum offensichtlichen: Die Ausstattung. Ich finde, der Verlag hat sich mal wieder selbst übertroffen (siehe unten). Der Schutzumschlag ist matt. Lediglich die Augen (von Karou?) glänzen und der Titel ist geprägt. Aber nimmt man ihn ab, entdeckt man eine Strichzeichnung des Titelbilds. Das Vorsatzpapier ist in einem warmen Lila und die Kapitelüberschriften werden von kleinen Grafiken flankiert.
Insgesamt ist das Buch in mehrere Teile unterteilt. Der Beginn wird immer mit einer Art Gedicht und einer Federgrafik eingeleitet.
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Denn Zwischen den Welten ist etwas ganz anderes, besonderes. Die Lobesstimmen versprechen definitiv nicht zu viel - beinahe zu wenig, denn Laini Taylor erschafft hier wirklich eine so einzigartige, abgedrehte, düstere, mythische, bunte und lebendige Welt, die den Leser schlichtweg voll und ganz für sich einnimmt.
Es ist alles andere als 'typisch' und das schwingt immer mit: In jedem Satz und in jeder Zeile. Alles fängt schon mit Karou an (ich las anfangs immer "Kaoru"), die nicht nur durch ihr Äußeres auffällt (knallblaue Haare), sondern auch durch ihre abgedreht-wirkende Persönlichkeit, durch ihre Ironie (die eigentlich keine ist) und durch ihr Leben an sich. Das hat es mir zu beginn ein bisschen schwer gemacht voll einzusteigen, da alles ein bisschen befremdlich, etwas durchgedreht war, aber eben definitiv mal was ganz anderes, was man im Jugendbuchgenre (Tichtung Fantasy, Romantik) sonst so liest.
Besonders das Setting fand ich interessant: Prag. Nicht die USA, nicht eine HighSchool, ein Internat - nein. Auch die Idee mit den Wünschen, den Chimären, Karous Doppelleben, ihren Geheimnissen, die sie teilweise selbst nicht kennt.
Genau das macht auch die unglaubliche Spannung aus: Karous Geheimnisse. Hauptsächlich wird aus Karous Sicht erzählt, was heißt, dass der Leser schon einige ihrer Geheimnisse kennt. Doch Karou ist ein Waisenkind und kennt daher selbst ihre Geschichte nicht. Hinzu kommt der mysteriöse Akiva (aus dessen Sicht auch die ein oder andere Passage erzählt wird). Er ist ein Engel und man kann vermuten, was es mit ihm auf sich hat. Doch die Geschichte wird erst ziemlich zum Schluss aufgelöst.
Während Karous Parts eher modern, frisch, quirrlig erzählt werden, sind Akivas Passagen anders. Irgendwie älter, voller, kontrollierter. Insbesondere, wenn es um Gefühle und Sinneseindrücke geht. Aber genau dieser Stil unterstreicht noch einmal den Charakter der Protagonisten, macht sie lebendiger und glaubwürdiger.
Ich muss zugeben, dass sich die Geschichte zwischendurch mal ein bisschen zog. Karous Geheimnis schwelt eine ganze Zeit ohne wirklich zu brennen. Es entsteht eine Katz- und Mausjagd, die eher wie ein Marathon erscheint. Trotzdem hat es mich nicht so gestört. Es war vielmehr so, dass ich einfach so dringend wissen wollte, wie es denn weitergeht, was hinter Karous Herkunft steckt, was es denn nun genau mit Akiva auf sich hat. Und ich wurde belohnt. Die Legende, die erzählt wird, ist einfach wundervoll und auch Karous Geschichte geht einem nahe.
Das Ende ist kein richtiges Ende, aber auch kein megafieser Cliffhanger. Dennoch bin ich sehr gespannt, wie es weitergeht, denn es sind noch einige Fragen offen und noch eine Reihe Abenteuer gilt es zu bestehen.

Kurz: Berauschend! Lebendig. Düster. Voll. Einnehmend. Liebevoll. Mythisch. Wer ein buntes und gleichzeitig dunkles Fantasy-Abenteuer voller Mythen und einzigartiger Charaktere lesen will, der sollte ganz schnell zugreifen!



Weitere Informationen:
Verlag: Fischer Jugendbuch
Übersetzer: Christine Strüh und Anna Julia Strüh
gebunden, mit Schutzumschlag
Seiten: 496
Originaltitel:
Reihe: Daughter of Smoke and Bone
ISBN: 978-3-8414-2136-4
Preis: [D] 16,99 € - Daughter of Smoke and Bone bei Amazon kaufen


So sehe ich "drunter" aus.




Danke an Blogg dein Buch und Fischer Jugendbuch für das Rezensionsexemplar!