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Donnerstag, 3. November 2011

[Hörbuchrezension] Ruht das Licht von Maggie Stiefvater

gelesen von Annina Braunmiller, Max Felder, Gabrielle Pietermann und Johannes Raspe

Inhalt:
Grace und Sam haben endlich zueinander gefunden, doch ihre Liebe steht unter einem schlechten Stern. Sam, für Grace zum Menschen geworden, muss mit ansehen, wie der Wolf in ihr immer stärker wird. Graces Verwandlung zum Werwolf scheint unabwendbar. Cole, der Neue im Wolfsrudel, stellt Sam vor ein weiteres Problem. Durch seine Rücksichtslosigkeit gefährdet er das Rudel und dessen Geheimnis. Die spannende Fortsetzung der romantischen Saga – gelesen von Annina Braunmiller, Max Felder und weiteren deutschen Stimmen der »Twilight«-Verfilmungen.
[Quelle: dav2.juni.com]

Wie oben schon erwähnt, sprechen hier die Stimmen aus der Twilight-Verfilmung. Ich kenne die Filme, aber wenn ich nicht vorher gewusst hätte, dass es die Stimmen sind, ich glaub, ich hätte es nicht gleich erraten. Die Sprecher machen ihre Sache auf jeden Fall toll. Ganz besonders, finde ich, Johannes Raspe, der Cole den gewissen... Touch, die gewisse Arroganz und 'tote Lebendigkeit' gibt.
Die anderen Sprecher fand ich - leider - nicht ganz so passend. Damit will ich nicht ihre Arbeit bewerten oder dergleichen. Grace hatte ich mir nur irgendwie... kantiger vorgestellt, nicht ganz so weich. Obwohl ich Annina Braunmillers Stimme sehr, sehr gerne mag! Sam dagegen etwas weicher und Isabel etwas, wie soll ich sagen, zickiger, vielleicht eine Tonlage höher. Aber wie gesagt, das wäre so meine Vorstellung gewesen. Trotzdem konnten mich die Stimmen der vier einlullen, mitziehen, mitfühlen lassen!
Es ist die gekürzte Fassung. Ich habe ja Buch und Hörbuch 'parallel' gehört/gelesen und deswegen fließt jetzt ein kleiner Absatz Buch vs. Hörbuch ein. Es fehlen natürlich Teile. Das fiel mir jetzt natürlich mehr auf als bspw. bei City of Bones oder City of Ashes. Hier war ja auch die Erinnerung ans Buch noch etwas frischer. Das wichtigste ist in jedem Fall mit drin, die Sprecher erwecken die Charaktere zum Leben und man kann ihnen gut lauschen. Ich musste zwar immer mal wieder an Twilight denken - besonders "Bellas" Stimme - aber das war nicht weiter schlimm. Was ich etwas schade fand, dass Sams Liedzeilen nicht in irgendeiner Art vertont wurden (oder gar enthalten waren, aber da bin ich mir jetzt nicht 100% sicher, ob das der Fall war). Das wäre - für mich - noch das sprichwörtliche Tüpfelchen auf dem i gewesen.
Ansonsten hat mir auch dieser Teil wieder sehr gut gefallen, wie man auch meiner Rezension zum Buch entnehmen kann. Natürlich ist ein Buch zum Hören etwas anderes als zum Lesen und die Erfahrung es relativ parallel zu lesen/hören, war auch sehr interessant. So vertieft man die Geschehnisse noch einmal. Auf jeden Fall einen Re-Hear wert!

Kurz: Eine tolle Ergänzung zu den Büchern. Für den ein oder anderen werden die Stimmen der Twilight-Stars etwas gewöhnungsbedürftig sein. Trotzdem beleben sie die Charaktere auf ihre eigene Art und Weise. Besonders Grace / Annina Braunmiller und Cole / Johannes Raspe habe ich gerne gelauscht!



Weitere Informationen:
Hörprobe
Verlag: D > A < V / Der Audio Verlag
Autor: Maggie Stiefvater
Sprecher: Annina Braunmiller, Max Felder, Gabrielle Pietermann und Johannes Raspe
Länge: 377 Minuten auf 6 CDs (gekürzt)
ISBN: 978-3-86231-089-0
Preis: 22,99 € (lt. dav)

[Rezension] Ruht das Licht von Maggie Stiefvater

2. Band

Inhalt:
Obwohl alles verloren schien, ist Sam zu Grace zurückgekehrt. Er hat den Wolf in sich besiegt und jetzt liegt ein ganzes Leben in seiner Menschengestalt vor ihm. Doch nun ist es Grace, deren Zukunft ungewiss erscheint. Sie, die sich ihrer menschlichen Haut immer so sicher war, hört nachts die Stimmen der Wölfe und weiß: Sie rufen nach ihr.
Wogegen Grace sich mit aller Macht wehrt, wäre Cole hochwillkommen. Cole wünscht sich nur eines: Vergessen. Vergessen, wer er ist. Vergessen, was er getan hat. Die Wolfshaut ist seine Zuflucht. Doch trotz der eisigen Kälte gelingt es ihm nicht, die Wolfsgestalt dauerhaft anzunehmen.
Als Coles Vergangenheit ihn einholt und sich immer mehr neugierige Augen auf die Wölfe richten, muss Sam zusehen, wie seine Welt zerbricht: Das Rudel schwebt in größter Gefahr und Grace hält nur noch die Liebe zu ihm in ihrem menschlichen Leben. Sam ahnt, dass der Wolf in ihr eines Tages siegen wird …

[Quelle: script5.de]



Der Frühling zieht ein in Mercy Falls. Sam kann immer noch nicht ganz fassen, dass er Sam geblieben ist. Da die Temperaturen langsam steigen, muss Sam sich auch klar werden, ob er Becks Platz einnehmen wird. Denn die neuen Wölfe könnten sich nun jeden Tag wieder in Menschen verwandeln.
So macht Sam auch Bekanntschaft mit einem der 'Neuen': Cole. Cole, der eigentlich nur vergessen, sich verlieren und ein Wolf bleiben will. Ausgerechnet er wird als erster ein Mensch. Die beiden sind sich nicht ganz grün, aber das ist nur das kleinere Übel mit dem sich Sam rumschlagen muss. Denn für ihn steht so viel mehr auf dem Spiel... und auch für Grace und das Wolfsrudel...

Der zweite Band der Wolves of Mercy Falls Reihe.
Ich muss gestehen, dass mich der Anfang gar nicht mit- und in die Geschichte reinziehen konnte. Der Schreibstil von Maggie Stiefvater ist wirklich schön. Wie auch schon im ersten Band ist er einfühlsam und wunderbar. Aber bis die Geschichte an sich in Gang kommt, dauert es. Auch wenn man durch kurze Sequenzen bereits eine Ahnung vom Verlauf, bzw. Ende des Bandes bekommt.
Diesmal wird aus vier Perspektiven erzählt: Grace, Sam, Cole und Isabel. Jeweils in der Ich-Form, Vergangenheit. Die Kapitel haben diesmal auch nicht die (sinkenden) Temperaturen zum 'Thema', sondern ihre Erzähler. Wenn ich schon bei der Form bin: Das Vorsatzpapier ist ein Traum! Es spiegelt den Hintergrund des Schutzumschlags wieder und ist leicht gerauht, beinahe wie der Band selbst oder ein bisschen wie geschöpftes Papier. Sehr schön!
Ich hatte zwar weniger Probleme an der Geschichte anzuknüpfen, aber trotzdem habe ich fast bis zur Hälfte eher nebenher gelesen. Vielleicht etwas unbeteiligt. Trotzdem hat es mich dann bis zum Schluß gepackt. Wieder habe mit allen mitgelitten und war - mit Grace - wütend, traurig, verängstigt. Vor allem das Ende hat mich (wieder einmal) sehr mitgenommen.
Grace und Sam mag ich als Charaktere nach wie vor sehr gerne. Isabel ja sowieso. Und Cole. Tja, der war etwas schwieriger, denn ich wusste anfangs nicht, wie ich ihn nehmen soll. Aber auch er ist mir im Laufe der Geschichte ans Herz gewachsen. Wer mir dagegen (ebenso 'mal wieder') absolut gegen den Strich ging, waren Graces Eltern. Einen solchen Brass auf Charaktere hatte ich ja auch schon lange nicht mehr. Ich erinnere mich da an Orpheus aus der Tintenwelt oder die allerfürchterlichste Person überhaupt: Dolores Umbridge aus Harry Potter. Nun. Graces Eltern kommen nicht ganz an die beiden ran, da die Brisbanes ja eher Nebencharaktere sind, aber solche Eltern wünsche ich echt niemandem. Fürchterlich. Sie kamen mir sogar noch schlimmer vor als im ersten Band.
Aber genug über zwei - unbedeutende - Charaktere ausgelassen. Dabei ist mir aber aufgefallen, dass die Eltern in dieser Reihe allgemein nicht sonderlich gut wegkommen. Wenn ich an Sams oder Isabels Eltern denke... Denn andere Eltern spielen in dem Sinn ja nicht die große Rolle (von Beck abgesehen). Sollte das den Leser bedenklich stimmen? Ich weiß es nicht, aber ich fand es auffällig und damit erwähnenswert.
Das Ende, sehr emotional, ist ein leichter, kleiner Cliffhanger. Also sollte man schon definitiv auch den letzten Band lesen, denn so endet die Geschichte eher offen. Während man Nach dem Sommer ja ach für sich stehen lassen konnte.
Was ich wieder sehr schön fand, waren die Einstreuungen von Sams Songzeilen. Auch allgemein, die Gegenwart von Musik. Ich bin jetzt kein Musikjunkie in dem Sinn, aber es gibt dem Buch, meiner Meinung nach, eine ganz besondere Atmosphäre.

Kurz: Ein würdiger Nachfolger. Wenn auch anfangs etwas langsam, so wirbeln die Ereignisse doch schnell durcheinander. Es wird wieder hoch emotional, traurig, rasend, ein bisschen lustig und auch ein bisschen düster. Einen Blick ist die Fortsetzung in jedem Fall wert.



Weitere Informationen:
Offizielle deutsche Seite der Autorin
Trailer
Verlag: script5
gebunden, mit Schutzumschlag
Seiten: 400
Originaltitel: Linger
Reihe: Wolves of Mercy Falls
ISBN: 978-3-8390-0118-9
Preis: [D] 18,90 €

Auch hier ist die Gestaltung ohne Buchumschlag wunderschön:

Donnerstag, 3. Februar 2011

[Rezension] Nach dem Sommer von Maggie Stiefvater

1. Band

Inhalt:
Jeden Winter wartet Grace darauf, dass die Wölfe in die Wälder von Mercy Falls zurückkehren – und mit ihnen der Wolf mit den goldenen Augen. Ihr Wolf.
Ganz in der Nähe und doch unerreichbar für sie, lebt Sam ein zerrissenes Leben: In der Geborgenheit seines Wolfsrudels trotzt er Eis, Kälte und Schnee, bis die Wärme des Sommers ihn von seiner Wolfsgestalt befreit. In den wenigen kostbaren Monaten als Mensch beobachtet er Grace von fern, ohne sie jemals anzusprechen – bevor die Kälte ihn wieder in seine andere Gestalt zwingt.
Doch in diesem Jahr ist alles anders: Sam weiß, dass es sein letzter Sommer als Mensch sein wird. Es ist September, als Grace den Jungen mit dem bernsteinfarbenen Blick erkennt und sich verliebt. Doch jeder Tag, der vergeht, bringt den Winter näher – und mit ihm den endgültigen Abschied.

[Quelle: script5.de]



Grace wartet jeden Winter ganz gespannt auf ein Ereignis: Wenn die Wölfe, ihre Wölfe, ihr Wolf, zurückkommen. Seit sie als Kind von den Wölfen angefallen wurde, besteht eine besondere Verbindung mit einem ganz besonderen Wolf, den Grace wie auf magische Weise sofort erkennt.
Doch in diesem Winter ist alles anders. Die Wölfe sollen gejagt werden, da sie angeblich einen Schüler getötet haben. Die Meute von Mercy Falls macht sich also mit Gewehren auf den Weg. Natürlich setzt Grace alles daran dies zu verhindern, denn auch ihre Freundin Olivia, die Fotos im Wald von den Wölfen macht, ist in Gefahr.
Auf der anderen Seite ist da Sam, ein Junge mit ganz besonderen Augen. Auch er hat eine ganz besondere Verbindung zu Grace, doch ist er zu schüchtern sie anzusprechen und so ziehen die Sommer- und auch die Wintermonate vorbei, bis sich die beiden endlich treffen... Von Mensch zu Mensch.

Der erste Band der Trilogie als wundervoller Auftakt.
Für manche mag es etwas schnell gehen. Denn Grace und Sam sind sofort ein Herz und eine Seele, ohne groß Worte ausgetauscht zu haben oder sich gar im herkömmlichen Sinn zu kennen. Doch mit ihrem wunderbaren, einfühlsamen Schreibstil schafft Maggie Stiefvater es, diese ganz besondere Verbindung der beiden Hauptcharaktere so natürlich wirken zu lassen, als würden sie von Anfang an unweigerlich zusammen gehören.
Grace ist eher die Stille, während Sam, der zwar auch recht schweigsam ist, ein bisschen Wirbel in die Geschichte bringt. Man fiebert mit den beiden mit, denn jetzt, da sie sich endlich kennen gelernt haben, muss Sam Grace verlassen - für immer. Die beiden versuchen das natürlich zu verhindern, hinauszuzögern, aber der Kampf gegen die Kälte und den Wolfsvirus scheint aussichtslos zu sein.
Die Geschichte war wirklich sehr emotional und ich habe beide Charaktere, eigentlich fast alle, in mein Herz geschlossen. Die Handlungen der Charaktere wirken logisch und nachvollziehbar. Durch die richtigen Worte an der richtigen Stelle schafft die Autorin, dass sich der Leser in die Geschichte hineingesaugt fühlt und meint, mittendrin zu stehen.

Kurz: Grandioser Auftakt mit unerwartetem Ende, das nach mehr - viel mehr - lechzen lässt!


Weitere Informationen:
Verlag: Script5
gebunden, mit Schutzumschlag
Seiten: 424
Originaltitel: Shiver
Reihe: The Wolves of Mercy Fall
ISBN: 978-3-8390-0108-0
Preis: [D] 18,90 €


Ich bin zwar kein großer Zitate-Mensch, aber es gibt eine Stelle, die mich besonders berührt hat und die ich euch nicht vorenthalten möchte:
"Dann fing er an, einen Song zu summen, und nach ein paar Takten sang er, leise, halb gesungen, halb gesprochen, und unglaublich sanft. Ich bekam nicht den ganzen Text mit, aber es ging um sein Sommermädchen. Mich. Vielleicht für immer seins."

Und weil ich die Gestaltung besonders schön fand, hier noch das Buch ohne Umschlag: