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Freitag, 12. Oktober 2012

[Minirezensionen]

Hallo alle miteinander!

Heute mal eine etwas andere Version meiner Minirezension(en). Denn heute gibt es gleich mehrere. Grund ist, dass ich einfach nicht mehr zu einer ausführlichen Rezension der Bücher komme. Trotzdem würde ich euch gern kurz mitteilen, wie ich die Bücher fand.
Deswegen ganz kurz die ersten vier, die ich bereits im Juni/Juli (!) gelesen habe.


4. Band
City of Fallen Angels von Cassandra Clare
Infos auf der Verlagsseite

Meine Meinung:
Simon spielt in diesem Band wirklich eine große Rolle. Es dreht sich viel um ihn - und auch um die "Nebencharaktere". Da ich Simon sehr mag, fand ich es spannend auch mal längere Szenen aus seinem Blickwinkel zu sehen.
Leider muss ich sagen, dass mir Clary immer noch ein bisschen auf die Nerven geht. Ich weiß nicht genau, warum, aber ... so ging es mir ja schon bei den ersten drei Bänden. Die Beziehung zwischen ihr und Jace ist auch noch nicht wirklich gefestigt, was ich aber eigentlich angenommen hatte... Das war noch so ein kleiner negativer Aspekt.
Toll war - natürlich - dass auch Magnus und Alec viel mehr Raum hatten - leider immer noch viel zu wenig für meinen Geschmack! Dabei hatte ich mich drauf gefreut, dass die beiden noch mehr Auftritte haben.
Die Story an sich ist mir eher so dahin geplätschert - am Anfang. Zum Schluss wird es dann aber erst richtig interessant und es endet - wie kann es auch anders sein? - mit einen bösen Cliffhanger!

Kurz: Nicht ganz so gut wie "Staffel eins". Trotzdem insgesamt wieder ein schöner Schmöker.




Jeden Tag, jede Stunde von Natasa Dragnic
Infos auf der Verlagsseite

Meine Meinung:
Ich fange mal mit dem - für mich - Positivem an: Das Buch ist wirklich schnell gelesen. Es ist ein schöner Schmöker für den Strand oder einen lauschigen Abend. Womit ich nicht sagen will, dass er nur seicht ist.
Außerdem habe ich durch die Lektüre Pablo Neruda für mich entdeckt - und hab sogar ein paar Brocken des Spanischen verstanden!
Ich denke, durch den leichten, lockeren Schreibstil der Autorin könnte der Roman oberflächlich wirken. Ich will auch nicht sagen, dass es die beste Hochliteratur ist. Nur, dass mehr dahinter steckt - oder stecken könnte. Die Szenen, die Beziehung von Dora und Luka, die Ereignisse - alles läd zum Interpretieren ein.
Leider fand ich es teilweise extrem vorhersehbar. Was mich prinzipiell eher weniger stört, aber hier hat es das definitiv. Mir war es stellenweise auch zu... ich weiß gar nicht genau, wie ich es beschreiben soll... Aufgezwungen vielleicht. Die Schere zwischen dem an sich wirklich schönem Stil, den Bildern und dem Plot war mir dann oft einfach zu weit aufgezogen.
Dazu kam, dass mich Luka (sorry, dieser Waschlappen) ziemlich genervt hat. Am liebsten wäre ich zwischen die Seiten gekrabbelt, hätte ihn geschüttelt und ihn angebrüllt. Nicht, dass ich nicht seine Beweggründe zumindest teilweise nachvollziehen könnte, aber irgendwann ist dann auch genug. Dora hat es auch das ein oder andere mal in meinen Augen übertrieben.
Was mich auch sehr irritiert hat, war, dass Szenen fast wortwörtlich wiederholt wurden. Manchmal bruchstückhaft, manchmal komplett. Es gab - trotz der wenigen Seiten - sehr viele Wiederholungen. Nun könnte es natürlich so interpretiert werden, wie die Wellen: Immer wieder kehrend. Allerdings bin ich mir nicht ganz so sicher, ob das beabsichtigt ist/war.

Kurz: Ganz okay, wenn die Charaktere ein bisschen mehr Mut gehabt hätten.



1. Band
Ewiglich die Sehnsucht von Brodi Ashton
Infos auf der Verlagsseite

Meine Meinung:
TOP! Es war spannend, wunderbar, sehr emotional. Ich bin komplett drin versunken und wollte auch gar nicht mehr gehen. Ashton hat wirklich einen einzigartigen Schreibstil. So kraftvoll wie ein Wirbelsturm und so berührend wie ein Schokokuchen.
Auch das Konzept ist mal etwas ganz anderes: Im Prinzip kennt der Lese das Ende nämlich schon vorher. Die Ereignisse sind schon passiert, aber wie genau und warum und überhaupt, das wird so puzzleartig erzählt, dass ich immer wieder mal vorblättern musste um meine unbändige Neugier zu stillen. Es gibt Rückblenden, die dann eben erklären, wie Nikki zu der Nikki wurde, die sie jetzt ist (auch wenn ich manchmal ihre Entscheidungen nicht ganz nachvollziehen konnte...) und die gleichzeitig auf ihre ganz eigene Art die Story noch spannender und kribbelnder machen.
Die Liebesgeschichte ist einfach nur schön, schön, schön. So rührig ohne kitschig zu sein. So herzig ohne Schmalz. Kurz: Einfach perfekt, wenn auch ein wenig verworren.

Kurz: Eines meiner Highlights in diesem Jahr - "blödem" Ende, dass mich nach dem zweiten Band lechzen lässt!



Herzklopfen auf Französisch von Stephanie Perkins
Infos auf der Verlagsseite

Meine Meinung:
Stephanie Perkins' Schreibstil ist schlichtweg wunderschön - zum Verlieben! Klar, es zog sich zeitweise mal ein klein wenig, trotzdem las es sich flott weg. Was weniger an der Schreibe als an den Charakteren lag.
Dennoch ist es mal ein anderes Liebesbeziehungsgeflecht: Anna verknallt sich in Etienne, aber sie weiß, dass er eine Freundin hat und will "nur" mit ihm befreundet sein. Trotzdem funkt es zwischen den beiden, was der Leser immer mehr und mehr merkt.
Herzklopfen auf Französisch gebt sich definitiv von anderen Jugendbücher ab, bei denen es (sehr) romantisch zugeht. Zwar können Anna und Etienne auch ganz schön nerven, doch insgesamt sind beide sympathisch und - was noch viel wichtiger ist - authentisch.

Kurz: Leichter Sommergenuss mit Suchtpotential!

Freitag, 4. Mai 2012

[Rezension] Flammen der Begierde von Kresley Cole

8. Band

Inhalt:
Die Walküre Lucia ist mit einem Fluch belegt, der sie unvorstellbare Schmerzen erleiden lässt, sollte sie ihr Keuschheitsgelübde brechen. Jahrhundertelang hat sie jeder Versuchung widerstanden – bis Lucia auf den dunklen Prinz der Lykae trifft! Garreth MacRieve weckt in Lucia eine lang verborgene Leidenschaft, die sie an den Rand der Verzweiflung treibt ...

[Quelle: egmont-lyx.de]



>>Leseprobe<<



Lucia hat vor langer, langer Zeit einen Fehler begangen. Die Konsequenzen dafür muss sie noch heute tragen. Aber nicht nur ein Fluch begleitet ihr Leben, sondern auch eine Gabe, die sie zur besten Bogenschützin weltweit macht. Lucia ist in ihrem Koven die vernünftige unter den Walküren, bedacht und eher ruhig. Bis sie eines Tages auf den Dunklen Prinz der Lykaner trifft: Garreth MacRieve. Der Werwolf weiß sofort, wer vor ihm steht: Seine Gefährtin!
Doch Lucia ist die Jägerin und lässt sich nicht so einfach einfangen...

Der achte Band der Immortals After Dark Reihe.
Es gibt hier einige Überschneidungen mit den vorangegangenen Bänden. Insgesamt kann man den Band sicherlich auch unabhängig von den anderen lesen. Ich würde aber empfehlen zumindest Nacht des Begehrens und Versuchung des Blutes vorher zu lesen. Der Band enthält jetzt zwar keine direkten Spoiler zu den beiden erwähnten, aber ich denke man hat mehr Spaß erst Nacht des Begehrens, Versuchung des Blutes und anschließend Flammen der Begierde zu lesen.
Ich fange diesmal erst mit meinen Kritikpunkten an: Ich weiß nicht, ob ich es schon mal erwähnt habe, aber mir geht es langsam ein bisschen auf den Zeiger, dass der weibliche Part immer die Jungfrau sein muss (egal wie alt - und wir sprechen hier nicht von "Jugendlichen"). Oder zumindest sehr unerfahren. Gerade bei Kresley Cole stößt mir das doch öfter auf. Wohingegen der Mann immer schon der absolut sexerprobte Hengst ist - sorry. Das ist so unglaubwürdig und... nervig einfach. Mir ist durchaus bewusst, dass es früher für die weiblichen Mythenweltbewohner etwas schwer gewesen sein muss (in "unserer" Welt), denn sie waren/sind halt nun mal Frauen. Aber die Mythenwelt an sich scheint ja anders hierarchiert zu sein...
Einerlei. Was mich auch ein bisschen... enttäuscht hat, ist, dass man nichts von Lucias frühester Vergangenheit erfährt. Die Begebnisse mit ihrem Fluch werden zwar durchaus logisch aufgeklärt, aber eine Frage stellt sich trotz allem noch, die nur vage beantwortet wurde. Die Frage ist nun, ob das Absicht war, weil es eventuell in einem folgenden Band noch wichtig wird/werden könnte oder ob es einfach vergessen wurde. Ich weiß es nicht.
Was aber alles wieder herausreißt - und ich werde niemals müde das zu betonen - ist Coles Schreibstil. Diese Frau schreibt einfach dermaßen fesselnd, bildlich und sinnlich, dass meine Augen quasi wie Saugnäpfe an den Seiten hängen und ich das Buch am liebsten mit Klebstoff an meinen Händen festkleben würde, damit ich es ja nicht weglegen muss. Mich begeistert die Mythenwelt - auch wenn man diesmal nicht so viel Neues und Tieferliegendes erfährt - immer wieder.
Besonders fasziniert mich, neben dem Aufbau, auch, wie Cole es schafft so viele Handlungen teilweise parallel laufen zu lassen ohne dass es langweilig wird einem bestimmten Strang zu folgen. Fehler oder Unlogik hab ich bisher (noch?) nicht entdeckt. Als Leser kann man sich an bestimmten Punkten aus den anderen Bänden orientieren, was einerseits zu einem Aha-Effekt führt und andererseits wiederholt ohne dass es wirklich aufdringlich wäre.
Den Plot fand ich diesmal nicht ganz so megaspannend, aber das Ende hat definitiv Lust auf viel mehr gemacht. Apropos "Lust": Auch hier gibt es wieder ziemlich explizite und heiße Szenen. Denn eine große Prise Erotik ist bei jedem Cole-Band unabdingbar. Man muss diesen Kniff mögen, dann hat man sehr viel Spaß damit in die Mythenwelt abzutauchen.

Kurz: Einige Überschneidungen, ein paar kleine Kritikpunkte, aber dennoch wieder ein sehr schöner Band. Das Ende macht vor allem auf den folgenden extrem neugierig. Kresley Cole wie man sie kennt und liebt.



Weitere Informationen:
Verlag: EgmontLYX
Übersetzer: Bettina Oder
Taschenbuch, kartoniert mit Klappe
Seiten: 480
Originaltitel: Pleasure of a Dark Prince
Reihe: Immortals After Dark
ISBN: 978-3-8025-8610-1
Preis: [D] 9,99 €
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Samstag, 28. April 2012

[Rezension] Das falsche Herz des Meeres von Hilke Rosenboom



Inhalt:
Wangerooge, 1854: Leevke wird auf einem arabischen Handelsschiff von Piraten entführt! Doch dem jungen Kapitän Hanrib el Aniil gelingt es, sein Schiff zurückzuerobern. Mit dem Mädchen an Bord segelt er in Richtung Rabat … Dort bringt Hanrib sie im Palast seines Bruders unter. Umgeben von unermesslichem Luxus, hat Leevke nur ein Ziel: auszubrechen aus ihrem goldenen Käfig. Als sie fliehen kann, beginnt eine abenteuerliche Reise quer durch Afrika und Europa. Was sie nicht weiß: Hanrib folgt ihr wie ein Schatten …

[Quelle: randomhouse.de]


>>Leseprobe<<



Leevke Magnussen und ihre kleine Schwester Ebba verlieren in einer Nacht ihre Mutter (bei der Geburt des kleinen Bruders) und den Vater. Leevkes Vater ist Kapitän, die Familie wohlhabend - eigentlich. Doch Leevke ist minderjährig und so übernimmt der Landvogt die Vormundschaft und eine befreundete Familie nimmt Leevke und ihre Schwester auf.
Doch Leevke ist ein aufbrausendes, junges Mädchen, das sich von ihrer besten Freundin überreden lässt, auszubrechen. Weg von der kleinen Insel Wangerooge. Nach Hamburg soll es gehen. Eine Anstellung als Dienstmädchen gebe es dort zu Hauf. Wie gut, dass Leevke das Meeresherz, ein Stück Bernstein in Form eines Herzens, vor den raffgierigen Händen des Landvogts retten konnte.
Als Leevke eben jenes Stück an Händler verkaufen will, die vor Wangerooge anlegen, gerät sie in die Fänge von Piraten... und mit ihnen auf eine weite und lange Reise.

Das falsche Herz des Meeres ist genau das richtige Buch für Fernweh, für Interesse an andere Kulturen und für starke Mädchen.
Der Einstieg fiel mir etwas schwer. Denn Leevke ist ein richtiges Seemannsmädchen und es kommen im gesamten Buch so viele "Fachwörter" der Seemanssprache vor, die man sicherlich schon mal gehört hat, aber eben nicht genau weiß, was es ist. Leider gibt es auch kein Glossar, das ich an dieser Stelle wirklich etwas vermisst habe. Man braucht es jetzt zwar nicht zum Verständnis der Geschichte, aber es hätte sie noch eindringlicher gemacht, finde ich, noch bunter und lebendiger.
Auch mit Leevke hatte ich anfangs Probleme. Sie ist 14 und schon da ein starkes Mädchen mit Charakter. Mutig, wenn auch noch manchmal unsicher. Besserwisserisch (oft mehr als gerade gut für sie ist) und ihrer Zeit einfach meilenweit voraus. Sie ist ein bisschen wie das Meer, das sich nicht von den Menschen zähmen lässt, das keine Grenzen kennt und doch auf welche stößt. Doch nach und nach mochte ich Leevke immer mehr und bewunderte dieses harte, salzige Mädchen. Sie ist klug, vielleicht ein bisschen naseweis, ungestühm und furchtbar neugierig und wissbegierig. Außerdem hat Leevke die ganz besondere Gabe das Meer zu lesen - was ich aber etwas unrealistisch fand. Nicht, weil ich nicht glaube, dass es Menschen mit diesem Talent tatsächlich so gibt. Sondern weil Leevke zwar von ihrem Vater viel über Seefahrt, das Meer gelernt hat, aber eben nie selbst direkt auf dem Meer war. Zumindest wird das so nicht im Buch erwähnt.
Den rauen Charme der Nordsee hat Hilke Rosenboom sehr gut eingefangen. Die Geschichte beginnt ja auf Wangerooge. Die Menschen sprechen noch verständlich, aber eben auch mit dem 'typischen' Dialekt. Der Leser begleitet Leevke in Form des Er-Erzählers (Vergangenheit) und ich würde behaupten, dass selbst im Orient und später in Venedig immer ein bisschen von Wangerooge mitschwingt - nicht nur durch Leevkes Gedanken. Gleichzeitig ist auch Hanrib el Aniil immer präsent, auch wenn er als Charakter an sich nicht so präsent ist. Die zarte Liebesgeschichte, die sich hier entspinnt, ist eher... ich will nicht sagen nebensächlich, denn sie nimmt durchaus einigen Raum ein, aber eher unterschwellig. Ja, unterschwellig.
Die Autorin entführt Leevke - und mit ihr die Leser - in eine so wunderbare, duftende, bunte Welt, die alles vermischt: Kultur, Liebe, Sehnsucht, Fernweh, Heimweh, Freundschaft, Verrat, Graumsamkeit, Freundlichkeit, Abneigung, Zerrissensein. Man lernt sicherlich auch noch einiges über Schifffahrt, Marokkos Kultur, das Venedig des 19. Jahrhunderts. Alle Charaktere haben dabei - wie auch die Welt und die Geschichte, der Plot an sich - ihre Ecken und Kanten. Aber das macht für mich einen Roman immer so lebendig und realistisch. Auch wenn sich einige Stellen etwas ziehen, wird es nie langweilig.
Fragen bleiben zum Schluss an sich keine offen. Der Leser kann die Geschichte im Kopf gut weiterspinnen, aber im Endeffekt ist alles gesagt. Die Wendung zwischen Leevke und ihrer besten Freundin Johanna hat mich zum Schluss sehr erschreckt und ich konnte es nicht ganz nachvollziehen. Da hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht.

Kurz: Ein Buch mit vielen Worten und doch ohne Worte. Das falsche Herz des Meeres hat seine Macken und doch war es eine so wunderbare Reise, die ich jederzeit wieder mitmachen würde - ohne Umschweife.



Weitere Informationen:
Verlag: cbt
Taschenbuch
Seiten: 384
ISBN: 978-3-570-30485-3
Preis: [D] 8,95 €

Samstag, 24. März 2012

[Rezension] Still Missing von Chevy Stevens

1. Band (?)

Inhalt:
Ein ganz normaler Tag, ein ganz normaler Kunde mit einem freundlichen Lächeln. Doch im nächsten Moment liegt die junge Maklerin Annie O'Sullivan betäubt und gefesselt in einem Lastwagen. Als sie erwacht, findet sie sich in einer abgelegenen, schallisolierten Blockhütte wieder. Ihr Entführer übt die absolute Kontrolle über sie aus. Ein endloser Albtraum beginnt, hinter dem ein noch schlimmerer auf sie wartet …

[Quelle: fischerverlage.de]


>>Leseprobe<<



Annie O'Sullivan war eine erfolgreiche Immobilienmaklerin, eine offene junge Frau und mit Luke hatte sie auch einen verlässlichen Partner an ihrer Seite. Bis sie entführt wurde.
Ein Fremder, der sich selbst "David" nennt, überrumpelte Annie und verschleppte sie in eine Blockhütte in den Bergen. Dort hält er sie fest, hält sie unter Kontrolle und schädigt sie nicht nur physisch. Doch Annie hält durch...

Ich glaube es ist der erste Band einer Reihe.
Chevy Stevens zieht die Geschichte von einer anderen, ja ungewöhnlichen Seite auf. Denn Annie erzählt ihre Geschichte selbst - in Therapiesitzungen. Zuerst erzählt sie ihrer Therapeutin etwas, was sie beschäftigt, etwas aus ihrem Alltag. Nach diesem Absatz arbeitet Annie langsam ihre Entführung auf, fängt von vorn an, über ihre "Befreiung" bis hin zu den Folgen der Ermittlungen.
Es wird sozusagen ja schon ein "Spannungspunkt" vorweg genommen, da Annie ihre Geschichte ja selbst erzählt. Einerseits fand ich das nicht so schlimm, denn Annie selbst nach dieser grausamen Tat zu erleben und das Ganze mit ihr noch einmal zu durchleben, war... sehr befangen. Andererseits fehlt es eben teilweise ein bisschen an Spannung. Wobei die Geschichte um ihre Entführung und Gefangenschaft bis etwa zur Hälfte des Buches erzählt war. Der Rest beschäftigte sich mit den Folgen von Annies Entführungen und welche Auswirkungen es auf Annie selbst, ihre Freunde und Familie hat.
Annie ist eine... Wahnsinnsperson. Anders kann ich es nicht sagen. Sie lebte ein Jahr mit dem "Psycho" zusammen, wie sie ihren Entführer nennt. Doch trotzdem hat sie sich selbst nie aufgegeben. Überhaupt die Traumata nachzuvollziehen, ihre Gefühle, ihre Ängste, ihren Abscheu und dann noch die unglaubliche Wendung am Schluss. Ich habe wirklich mit Annie mitgefühlt und musste über die ein oder andere Tat den Kopf schütteln, war fassungslos. Aber zu viel will ich nicht erzählen, sonst macht das Lesen ja keinen Spaß mehr.
Es gab natürlich auch Passagen, die ich ein bisschen... steif, unrealistisch, zu glatt fand. Aber das waren wirklich nur wenige. Besonders mitgenommen hat mich das Ende (obwohl ich vor lauter Neugier schon mal mittendrin ein bisschen 'vorgespitzt' habe). Unter Thriller stelle ich mir aber etwas anderes vor: Mehr Spannung, ggf. mehr Action, auch in gewisser Weise mehr Angst und "nervenzerreißendes Feeling". Trotzdem möchte ich Still Missing deswegen nicht abwerten, weil es einfach auf psychologischer Ebene komplett überzeugt hat.
Den nächsten Band (Never knowing) werde ich mir auf jeden Fall auch kaufen und lesen.

Kurz: Ein mal ganz anderer "Psychothriller", wobei ich mir unter "Thriller" etwas anderes vorstelle. Dennoch konnte man sehr gut in die Geschichte eintauchen, es gab überraschende und auch vorhersehbare Wendungen. Es regt definitiv zum Grübeln an. Fans von Criminal Minds beispielweise könnte dieses Buch gefallen - aber auch solchen, die einfach mal einen etwas anderen "Psychothriller" lesen wollen.



Weitere Informationen:
Trailer
Verlag: Fischer
Übersetzer: Maria Poets
Taschenbuch
Seiten: 416
Originaltitel: Still Missing
Reihe: ja (?)
ISBN: 978-3-596-18716-4
Preis: [D] 8,99 €

Freitag, 23. März 2012

[Rezension] Return to Paradise von Simone Elkeles

2. Band
Inhalt:
Caleb Becker left Paradise eight months ago, taking with him the secret he promised to take to his grave. If the truth got out, it would ruin everything.
Maggie Armstrong tried to be strong after Caleb broke her heart and disappeared. Somehow, she managed to move on. She’s determined to make a new life for herself.
But then Caleb and Maggie are forced together on a summer trip. They try ignoring their passion for each other, but buried feelings resurface. Caleb must face the truth about the night of Maggie’s accident, or the secret that destroyed their relationship will forever stand between them.

[Quelle: flux.com.de]



>>Leseprobe<<



Caleb hat vor Monaten seine Heimatstadt Paradise verlassen und jeglichen Kontakt abgebrochen. Als die Polizei in Calebs Unterkunft eine Razzia macht und ihn verhaftet, wird es eng für Caleb. Denn seine Mitbewohner dealten mit Drogen und er wird bezichtigt dies ebenfalls zu tun. Der zuständige Polizist zwingt Caleb dazu seinen alten Bewährungshelfer anzurufen.
Damon boxt Caleb nur unter einer Bedinung heraus: Er muss an einem Programm teilnehmen, in dem sechs Jugendliche an Schulen und Ferienprogrammen über die Folgen von fahrlässigem Autofahren erzählen. Was Caleb noch nicht weiß: Er trifft dort auf Maggie...

Der zweite Band der Paradise Reihe und damit auch der Abschluss.
Im gewohnten Stil zieht Simone Elkeles ihre Leser wieder und vor allem weiter in Calebs und Maggies Geschichte - und auch nach Paradise. Wieder wird abwechselnd aus Calebs und Maggies Sicht erzählt, wobei ich finde, dass der Fokus doch mehr auf Caleb liegt. Denn sein Geheimnis macht ihm schwer zu schaffen.
Man merkt beinahe mit jeder Seite wie ein Ziegel nach dem anderen auf Calebs Schultern abgelegt wird. Während Maggie hier stärker auftritt, ein bisschen selbstbewusster ist. Trotzdem ziehen sich Caleb und Maggie noch an wie ein frisch aufgeladener Magnet. Sie stützen einander, brauchen einander, lieben einander - und trotzdem scheint es einfach nicht genug zu sein. Alles dreht sich um das Geheimnis, das Maggie nicht preisgeben kann und Caleb nicht preisgeben will.
Es ist wieder faszinierend, wie beide es schaffen und schaffen müssen mit dem Autounfall, der ihrer beider Leben verändert hat, klar zu kommen. Wie so oft steckt mehr dahinter als es scheint. Manchmal wollte ich Caleb schütteln, damit er endlich aufwacht und nicht vollends abstürzt. Seine machohafte, unnahbare Fassade versucht er in einer Tour aufrecht zu erhalten und doch ist er eben auch "nur ein Mensch".
Die Wendungen sind diesmal vielleicht nicht ganz so überraschend. Return to Paradise ist nicht ganz so spannend wie sein Vorgänger Leaving Paradise. Doch er zeigt einfach eine komplizierte (reale) Welt, in der man seine Probleme lösen muss und nicht vor ihnen davon laufen kann. Das gesamte, wacklige Gerüst, dass im ersten Band aufgebaut wurde und im zweiten weitergebaut wurde, droht von Seite zu Seite einzustürzen - bis es tatsächlich auch geschieht. Aber da ist noch nicht Schluss. Denn auch damit müssen alle Beteiligten fertig werden.
Was ich persönlich einfach so aufregend fand, ist dieses komplexe Lügen-Gefühls-Gebilde, das Elkeles hier schafft. Man kann durchaus dazu lernen und sich auch einmal bewusst machen, dass man durch einen solchen Unfall nicht nur physische Schäden davon trägt.

Kurz: Ein würdiger Abschluss-Band mit viel Gefühl und der auch zum Nachdenken anregt. Unwiderstehlich!



Weitere Informationen:
Verlag: Flux
Taschenbuch
Seiten: 302
Reihe: Paradise
ISBN: 9780738718682
Preis: [D] ~ 7,60 €

Donnerstag, 1. März 2012

[Rezension] Harry Potter und der Stein der Weisen von J. K. Rowling

1. Band

Inhalt:
Eigentlich hatte Harry geglaubt, er sei ein ganz normaler Junge. Zumindest bis zu seinem elften Geburtstag. Da erfährt er, dass er sich an der Schule für Hexerei und Zauberei einfinden soll. Und warum? Weil Harry ein Zauberer ist.
Und so wird für Harry das erste Jahr in der Schule das spannendste, aufregendste und lustigste in seinem Leben. Er stürzt von einem Abenteuer in die nächste ungeheuerliche Geschichte, muss gegen Bestien, Mitschüler und Fabelwesen kämpfen. Da ist es gut, dass er schon Freunde gefunden hat, die ihm im Kampf gegen die dunklen Mächte zur Seite stehen.

[Quelle: carlsen.de]


>>Leseprobe<<



Harry lebt, seitdem seine Eltern gestorben sind, bei seiner Tante Petunia, ihrem Mann Vernon und seinem Cousin Dudley. Von den Dursleys wird er nicht gerade freundlich behandelt, eher wie ein geduldetes Insekt.
Doch alles ändert sich. Kurz vor seinem elften Geburtstag geschehen seltsame Dinge. Harry bekommt einen Brief, den ihm sein Onkel aber gleich wegnimmt. Doch der Brief bleibt hartnäckig und sucht Harry immer wieder auf - egal wo die Familie auch hingeht.
So erfährt Harry schlussendlich an seinem Geburtstag, dass er ein Zauberer ist und ab dem kommenden Schuljahr auf die Zaubererschule Hogwarts gehen soll. Auf dem Weg zum Internat und auch dort findet Harry ein Zuhause, Freunde, aber auch den Anfang eines großen Abenteuers...

Der erste Band der Harry Potter Reihe.
Tatsächlich habe ich diesen Band zum ersten Mal gelesen, obwohl ich die Bände drei bis sieben bereits regelrecht inhaliert habe. Der Schreibstil, das hat mich mit am meisten überrascht, ist wie in den Nachfolgern: Fantastisch, lebendig, großartig, flüssig. Rowling schafft es schon mit ihrem ersten Werk den Leser vollkommen für sich, bzw. vielmehr für Harry und seine Welt zu gewinnen.
Auch oder obwohl ich den Verlauf der Geschichte bereits kannte, war der Band unheimlich spannend. Mit Harry Potter und der Stein der Weisen bin ich wieder ganz tief in Harrys Welt eingetaucht und er hat mich - nach wie vor - vollkommen verzaubert.
Natürlich mag ich die Charaktere - oder habe eine Abneigung gegen sie, was ja auch ganz im Sinne der Geschichte ist. Mir kamen Harry & Co aber doch recht "reif" und gefasst für ihr Alter vor. Auch Harry nimmt die Tatsache, dass er ein Zauberer ist recht gelassen auf. Er zweifelt zwar, aber irgendwie kam dieser Zweifel bei mir nicht ganz rüber. Vielleicht auch, weil ich die Nachfolger schon kannte/kenne.
Trotz des Altersunterschieds zwischen Harry und mir konnte ich auf jeder Seite vollkommen mitfiebern. Mir gefallen zwar die späteren Bände besser, aber nicht, weil Harry dann älter ist, sondern weil es einfach noch spannender und mysteriöser wird.
Ein weiterer Punkt (ich möchte nicht Vor- oder Nachteil sagen...) ist, dass ich diesmal auch Snape in einem anderen Licht sehe, kenne ich doch seine wahren Beweggründe.
Ich hätte nicht gedacht, dass ich so viel Spaß an diesem Teil haben könnte, denn ich hatte Bedenken, dass Harry doch etwas jung ist und ich es eher 'langweilig' finden würde. Aber diese Bedenken konnte ich vollkommen beiseite wischen.

Kurz: Die Charaktere und die Welt, ihre Gegeben- und Gepflogenheiten sind einfach nur phantastisch. Die Reihe sollte einfach in keinem Buchregal fehlen - auch wenn man dem skeptisch gegenüber steht (wie ich anfangs). Aber die Detailverliebtheit, die Protagonisten mit ihren ganz 'realen' Ecken und Kanten überzeugen einfach auf ganzer Linie und entführen nur zu gern in die magische Welt!



Weitere Informationen:
Offizielle (Buch-)Seite
Verlag: Carlsen
Übersetzer: Klaus Fritz
gebunden
Seiten: 336
Originaltitel: Harry Potter and the Philosopher's Stone
Reihe: Harry Potter
ISBN: 978-3-551-55167-2
Preis: [D] 15,90 €

Dienstag, 21. Februar 2012

[Rezension] Touched: Der Preis der Unsterblichkeit von Corrine Jackson



Inhalt:
Wie ein feuriger Blitzschlag ...
... fühlt es sich an, als Asher in Remys Leben tritt. Doch sich ihm zu nähern, bedeutet tödliche Gefahr. Funken sprühen, wenn sie sich berühren, und diese machtvolle Energie ist kaum zu bändigen. Aber Remy will nichts mehr riskieren, zu lange hat sie gelitten unter ihrem gewalttätigen Stiefvater und der Feigheit ihrer Mutter, deren Schmerzen sie immer wieder auf sich nahm. Denn Remy verfügt über eine einzigartige Fähigkeit: Sie kann Menschen durch Berührung heilen. Im friedvollen Maine, wo ihr leiblicher Vater mit seiner neuen Familie lebt, will sie endlich ein normales Leben führen. Doch kann sie ihrem Schicksal entrinnen? Kann sie Asher entkommen?

[Quelle: thienemann.de]



Remy lebt mit ihrer Mutter und deren Lebensgefährten zusammen in einer kleinen Wohnung in New York. Ihr Leben ist alles andere als leicht, denn Dean (Remys Stefvater) schlägt und quält nicht nur Remys Mutter Anna, sondern auch sie selbst. Von ihrem leiblichen Vater hat Remy seit Jahren nichts gehört - lediglich der Unterhalt kommt pünktlich.
Als Dean seine Frau und Remy wieder einmal krankenhausreif schlägt, ruft dies diesmal auch Remys leiblichen Vater Ben auf den Plan, der sie kurzerhand mit nach Blackwell Falls nimmt. Er weiß nichts von Remys Gabe zu heilen, noch, dass Remy diesen Umständen seit Jahren ausgesetzt war. Er versucht ihr ein Heim und eine Familie zu bieten.
Remy ist anfangs skeptisch, vor allem als sie am Strand den mysteriösen Asher trifft, vor dem sie ihre Halbschwester Lucy warnt. Doch Remy kann sich Asher nicht entziehen und will für die vage Angst ihre neue Familie auch nicht aufgeben...

Es wirkt wie der erste Band einer Serie. Allerdings habe ich nichts dazu gefunden, ob es tatsächlich ein Serienauftakt ist.
Zuerst noch kurz zum Förmlichen: Der Schutzumschlag ist leicht angeraut, einerseits matt und andererseits auch glänzend. Das Cover spricht mich persönlich sehr an. Das Vorsatzpapier ist passend in dunklem Rot und mit den "Schnörkeln", die man schon auf dem Cover findet gestaltet, wofür ich persönlich ja ein totales Faible habe. Was mich sehr gefreut hat, dass es auch ein Lesebändchen gibt. Die Kapitelgestaltung ist wirklich auch sehr liebevoll gemacht! Die Schnörkel verzieren jeweils immer die erste Seite eines neuen Kapitels. Zauberhaft.
Jackson erzählt die Geschichte aus Remys Sicht, in der Ich-Perspektive, Vergangenheit. Der Schreibstil entspricht genau meinem Geschmack: Locker, flockig, leicht, jugendlich und vor allem zieht er mich sofort mit.
Da konnte ich auch die kleinen Schwächen übersehen. So denkt man sich anfangs, dass es "mal was anderes" wird, aber später (so ab Seite 100 etwa) erinnert die Geschichte doch sehr an altbekanntes (Twilight...). Nicht die Charaktere an sich, sondern einfach auch die Entwicklung der Geschichte, bzw. Remys und Ashers Beziehung.
So fand ich auch ein bisschen unglaubwürdig, dass die misstrauische Remy sich doch recht schnell bei ihrer neuen Familie so gut einlebt und sich "so schnell" auch geborgen und sicher fühlt. Andererseits konnte ich es aber auch nachvollziehen, denn mit Remys schwerer Kindheit ist es nur natürlich, dass sie sich nach Geborgenheit, Sicherheit und Liebe sehnt.
Die Charaktere mochte ich sehr gerne. Ich war positiv überrascht, dass Lucy so ein guter Mensch ist und auch, dass Remy trotz ihres Misstrauens so in ihrer neuen Umgebung aufblüht. Asher bleibt natürlich der Mystiker, wie auch seine Geschwister, deren Geheimnis ja aber nach und nach gelüftet wird.
Die Grundidee, die hinter dem Teenie-Geschwärm steckt, ist anders als bei Twilight. Es erinnerte mich eher an eine Mischung aus Bis(s) ... und Evermore. Aber im krassen Gegensatz steht Remy, die einfach ein starker Charakter ist und trotzdem weich bleibt. Sie ist weder dumm, noch übermäßig sentimental und eher kämpferisch, aber trotz allem nun mal eine Jugendliche.
Auch das Konzept mit Remys Gabe (ich habe schon vermutet, welches Geheimnis sie tatsächlich trägt bevor es gelüftet wurde) und ihrer Geschichte fand ich sehr schön. Die Gefahr geht hier tatsächlich auch von etwas ganz Realem aus: Dem brutalen Schläger-Stiefvater Dean! Okay, an manchen Stellen fand ich es etwas übertrieben, aber mit derart Dingen kenne ich mich auch nicht aus...
Es gab noch eine kleine Unstimmigkeit meiner Meinung nach in Remys Geschichte, die aber wirklich marginal war.
Zu Remys und Ashers Beziehung: Nun, die wird später etwas kitschig, aber trotzdem sooo süß. Es ist, ähnlich wie bei Bis(s) ... und Evermore, eine eher altmodische Beziehung. Möchte die Autorin da gewisse Werte vermitteln? Aber an sich mag ich solche Beziehungen einfach (in Büchern), sodass die Leser noch davon träumen können.
Besonders am Schluss war ich sehr gerührt. Als Leser habe ich mit Remy wirklich (gefühlt) jedes einzelne Gefühl durchlaufen: Wut, Trauer, Ekel, Hass, Liebe, Verliebtheit, Geborgenheit... Remy war für mich einfach so ein nachdrücklicher und eindrücklicher Charakter, dem ich so gern gefolgt bin.
Wie oben schon erwähnt, wird zum Schluss noch Remys Geheimnis, bzw. ein Geheimnis, gelüftet, welches man sich aber gerade auf den letzten Seiten schon zusammenreimen konnte. Spitzfindige Leser vielleicht auch schon eher.
Das Ende war für mich an sich abgeschlossen. Es lässt aber trotzdem noch Raum für eine Fortsetzung. Man kann es aber getrost auch als Einzelband lesen.

Kurz: Wer eine wunderschöne Liebesgeschichte lesen möchte, mit ein bisschen Magie und durchaus auch realen Problem, der ist hier richtig. Man darf sich nicht an Parallelen zu anderen Jugenbüchern stören. Lieber sollte man sich von Remy tragen und führen lassen! Touched wirkt wie der Wirbelsturm vom Zauberer von Oz: Man kennt ihn, aber er ist trotzdem immer gewaltig!



Weitere Informationen:
Interview mit der Autorin
Verlag: Thienemann
Übersetzer: Heidi Lichtblau
gebunden, mit Schutzumschlag
Seiten: 416
Originaltitel: Touched
ISBN: 978-3-522-20157-5
Preis: [D] 16,95 €

Samstag, 18. Februar 2012

[Rezension] Cassia & Ky - Die Flucht von Ally Condie

2. Band

Inhalt:
Wie durch ein Wunder gelingt Cassia die Flucht in die Äußeren Provinzen. Sie will nach Ky suchen, ihrer großen Liebe.
Dort kämpft Ky als Soldat für die Gesellschaft und ist ununterbrochen brutalen Angriffen ausgesetzt. Als Cassia endlich auf eine Spur von Ky stößt, ist er bereits entkommen und auf dem Weg in die wilden Canyons in den Grenzgebieten.
Verzweifelt macht sich Cassia auf den lebensgefährlichen Weg. Was wird sie am Ende der ihr bekannten Welt finden? Zwischen steinigen Schluchten und staubigen Pfaden sucht Cassia nicht nur nach Ky – sondern auch nach sich selbst.

[Quelle: fischerverlage.de]



Cassia ist immer noch auf Arbeitseinsatz und versucht einen Weg zu Ky zu finden. Sie sieht eine Möglichkeit als einige Mädchen in die äußeren Provinzen geschickt werden sollen.
Währenddessen kämpft Ky ums Überleben. Immer wieder werden junge Männer und Jungs als Kanonenfutter in verlassene Dörfer der äußeren Provinzen geschickt. Dort überlebt niemand lange, aber Ky gibt nicht auf. Denn er will Cassia finden.
Beide, Cassia und Ky, planen ihre Flucht: Weg von der Gesellschaft.

Der zweite Band der Cassia & Ky Reihe.
Ich finde Condies Stil immer noch sehr leicht, fluffig, beinahe leicht poetisch. Es war hier nicht so, dass mich das Buch vollkommen eingesogen hat, aber doch sehr berührt und mich wie auf einer Wolke durch die Geschichte getragen hat.
Anders als im ersten Band wird die Geschichte hier abwechselnd aus Cassias und Kys Sicht erzählt. Jeweils in der Ich-Perspektive im Präsens. So bekommt man noch einen direkteren Einblick vor allem in Kys Beweggründe. Es gibt ein Geheimnis, das erst zum Schluss gelöst wird, das eine eigene Art von Spannung erzeugt. Es gelingt Condie trotz Ich-Perspektive dieses Geheimnis zu bewahren und trotzdem neugierig zu machen.
Der zweite Band ist ähnlich wie der erste: Es passiert nicht wirklich viel. Der Titel ist Programm und zieht sich wie ein roter Faden durch die komplette Geschichte, bzw. das ganze Buch: Die Flucht. Stellenweise ist es traurig, sensibel, aber immer unglaublich berührend. Die Gedichte am Anfang wurden wirklich perfekt ausgewählt.
Im Vordergrund stehen einfach die Charaktere, ihr Bruch mit der Gesellschaft, ihre Liebe zueinander, die Freundschaften, die sich trotz (oder gerade wegen) der harten Zeit bilden. Die Gedanken an Familie und Freunde.
Hier lernt man Cassia und vor allem Ky besser kennen. Erfährt mehr über die Lebensweise der Menschen außerhalb der Gesellschaft, mehr über die Welt an sich - und auch über das System.
Die Charaktere mochte ich nach wie vor sehr gerne. Obwohl ich finde, dass hier fast ein bisschen der Gegenpart zu den "guten" Charakteren fehlt, der in Band eins ja in Form der Funktionärin gegeben war. Weshalb es aber nicht langweilig wird! Denn Indie ist ein geradliniger und trotzdem undurchschaubarer Charakter, den ich bis zum Schluss nicht ganz einordnen konnte.
Im Nachhinein würde ich beinahe sagen, dass der erste Band wie der erste Stock eines Hauses ist/war. Im zweiten Band dringt man schon weiter nach unten und ich habe das Gefühl, dass der dritte Band "die Leichen im Keller" an die Oberfläche zerren wird. Die Flucht endet zwar nicht mit einem bösen Cliffhanger, aber das Ende bleibt (weiterhin) offen.

Kurz: Weiterhin sehr spannend. Es wird tiefer geschürft und Cassia und Ky werden fester in die Geschehnisse eingewoben. Die "Explosion" kam noch nicht, trotzdem kann ich nur sagen: Mehr!




Weitere Informationen:
Trailer
Verlag: FJB / Fischer Jugendbuch
Übersetzer: Stefanie Schäfer
gebunden, mit Schutzumschlag
Seiten: 464
Originaltitel: Crossed
Reihe: Cassia & Ky
ISBN: 978-3-8414-2144-9
Preis: [D] 16,99 €


Auch hier wieder die wunderschöne Aufmachung ohne Schutzumschlag:
Wieder leicht gummiartig und matt, während der Titel (am Buchrücken) und das Mädchen im Glasball glänzend sind. Im Innenteil befindet sich zudem noch eine gezeichnete Karte, die es dem Leser verdeutlicht, wie es in den Canyons, bzw. äußeren Provinzen aussieht. Der absolute Hingucker ist wieder mal das giftgrüne Vorsatzpapier!

Montag, 6. Februar 2012

[Rezension] Das verbotene Eden: David und Juna von Thomas Thiemeyer

1. Band
Inhalt:
Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Seit den »dunklen Jahren« leben Männer und Frauen in erbitterter Feindschaft. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in den Ruinen der alten Städte hausen, haben die Frauen in der wilden Natur ein neues Leben angefangen.
Nichts scheint undenkbarer und gefährlicher in dieser Welt als die Liebe zwischen der 17-jährigen Kriegerin Juna und dem jungen Mönch David. Und doch ist sie der letzte Hoffnungsschimmer …

[Quelle: pan-verlag.de]


>>Leseprobe<<



Seit 65 Jahren leben Frauen und Männer getrennt voneinander. Beide haben jeweils eine eigene Gesellschaft aufgebaut und mittlerweile eine Art Friedensabkommen untereinander geschlossen. Vor langer Zeit mutierte vermutlich ein Virus und führte dazu, dass Frauen und Männer sich gegenseitig nicht mehr ausstehen konnten, ja regelrechten Hass aufeinander entwickelten.
Die Frauen bauten sich eine eher naturnahe autarke Gesellschaft auf, während die Männer in den alten Ruinen der Städte blieben und teilweise noch von dem leben, was von der Gesellschaft vor den "dunklen Jahren" übrigblieb, wie Autos, Benzin etc.
Der Frieden zwischen beiden Parteien ist äußerst brüchig, denn auf beiden Seiten gibt es extreme Fraktionen, die nur eins wollen: Getrennt vom anderen Geschlecht zu sein.
In diese Welt werden die Kriegerin Juna und der Mönch David geboren, die beide kaum gegensätzlicher sein könnten und trotzdem einander begegnen...

Der erste Band der Reihe Das verbotene Eden.
Die Aufmachung gefällt mir sehr gut. Ich mag das stechende Grün vom Umschlag. Darunter verbirgt sich ein warmes orange mit metallenschimmernden, geprägten Buchstaben auf dem Buchrücken. Der Kontrast von Grün und Orange ist mutig, aber passt unheimlich gut. Das Vorsatzpapier ist auch besonders: Es zeigt eine gezeichnete Karte von Junas und Davids Welt. So kann man sich während des Lesens immer mal wieder orientieren.
Das Buch ist in 3 Teile aufgeteilt. Jeweils am Anfang eines Teils ist ein Dokument aus der Vorzeit untergebracht. Mal eine, mal zwei Seiten. Es gibt ein paar Schlüsse darauf, wie es zum Zerwürfnis zwischen den Männern und Frauen gekommen ist und wie es den Menschen damit ging.
Ich muss zugeben, dass ich mich an den Schreibstil erst einmal ein bisschen gewöhnen musste. Er ist nicht schlecht, aber einfach ... anders. Ich wollte beinahe sagen "distanziert", aber das stimmt auch nicht so ganz. Der Roman lässt sich wunderbar leicht lesen, es entsteht tatsächlich ein 'Kopfkino'. Dabei wird aber nicht zu ausufernd beschrieben, genau passend. Manchmal wäre ich gerne (noch) näher an den Charakteren dran gewesen. Zwar wird die Geschichte (größtenteils) abwechselnd aus Junas und Davids Sicht (dritte Person) erzählt und man ist ihnen schon nahe, aber ich hätte mir ein klein wenig mehr Nähe gewünscht. Vielleicht indem man (noch) etwas mehr auf ihre Gefühlswelt eingegangen wäre.
Wer gleich auf eine Liebesgeschichte antreffen will, der muss sich etwas gedulden. Aber das fand ich in diesem Fall eher zweitrangig. Denn Thomas Thiemeyer erschafft hier eine wahnsinnig interessante Welt in der nahen Zukunft. Eben deswegen hat mich auch das Buch so gereizt. Die allerkleinsten Details werden natürlich nicht geklärt - schlichtweg, weil die Protagonisten selbst nicht wissen, wie es genau zu dem "Zerfall" kam. Trotzdem fand ich es unheimlich spannend mitzuerleben, wie unterschiedlich David und Juna leben, wie sie aufgewachsen sind. Und dennoch finden sie zusammen.
Während ich David eher als offenen Charakter eingeschätzt habe, kam mir Juna eher etwas dickköpfig und starrsinnig vor. Was sie letztendlich auch ist, aber sie verschließt sich nicht ganz vor neuen und anderen Gedanken. David ist in der Beziehung eher der Schwächere, aber auch er gewinnt an Stärke und beweist schlussendlich, dass auch er sich durchsetzen kann. Die beiden sind auf den ersten Blick das genaue Gegenteil - auch, wenn man an die 'Frauen-Männer-Klischees' denkt. Mitzuerleben, wie sie selbst wachsen und sich ändern, war faszinierend.
Die anderen Protagonisten fand ich auch sehr ausgereift. Zwar wirkten sie auf den ersten Blick undurchsichtig, teilweise auch ein bisschen flach, aber vor allem hinter den 'wichtigeren' steckt mehr als man denkt.
Witzig fand ich auch, wie der Autor ein paar Hinweise streut, wo sich die Geschichte abspielt. Ich glaube es erraten zu haben. Genau diese kleinen Brotkrumen, die hier gestreut wurden, machten das Lesen selbst lebendig. Ich jedenfalls war ganz gefangen von der Welt, der Zukunftsvision und den dunklen Wolken, die kaum eine handbreit über den Köpfen von David und Juna schwebten.

Kurz: Eine mitreißende Zukunfstvision der anderen Art. Lässt an kleinen Stellen ein bisschen Distanz aufkommen, aber überzeugt einfach mit einer spannenden, liebenswerten, ein bisschen schaurigen Geschichte!



Weitere Informationen:
Trailer
Karte zu Das verbotene Eden
Verlag: PAN
gebunden, mit Schutzumschlag
Seiten: 464
Reihe: Das verbotene Eden
ISBN: 978-3-426-28360-8
Preis: [D] 16,99 €

Donnerstag, 19. Januar 2012

[Rezension] Chroniken der Schattenjäger: Clockwork Angel von Cassandra Clare

1. Band

Inhalt:
London, 1878. Ein mysteriöser Mörder treibt in den dunklen Straßen der Stadt sein Unwesen. Ungewollt gerät Tessa in den Kampf zwischen Vampiren, Hexenmeistern und anderen übernatürlichen Wesen. Als sie erfährt, dass auch sie eine Schattenweltlerin ist und zudem eine seltene Gabe besitzt, wird sie selbst zur Gejagten. Doch dann findet sie Verbündete, und zwar im Institut der Schattenjäger. Dort trifft sie nicht nur auf James, hinter dessen zerbrechlicher Schönheit sich ein tödliches Geheimnis verbirgt, sondern auch auf Will, der mit seinen Launen jeden auf Abstand hält – jeden, außer Tessa. Tessa ist völlig hin und her gerissen, und weiß nicht, wem sie trauen soll. Schließlich sind die Schattenjäger ihre natürlichen Feinde.

[Quelle: arena-verlag.de]


>>Leseprobe<<



Tessa Gray hat ihre geliebte Tante gerade verloren und ist nun auf dem Weg von Amerika nach London. Dort will sie sich mit ihrem Bruder Nathaniel ein neues Leben aufbauen. Doch dort angekommen wird sie von zwei Damen, die sich als Bekannte von Nathaniel ausgeben, in ein Haus verschleppt und dort gefangen gehalten.
Tessa bekommt schon bald mit, was die Frauen von ihr wollen, denn Tessa hat eine einzigartige Gabe: Sie kann nicht nur die Gestalt wechseln, wenn sie einen persönlichen Gegenstand der betreffenden Person hat, sondern kann sich auch deren Erinnerungen (teilweise) einverleiben.
Nach Wochen der Qual und Gefangenschaft steht plötzlich ein junger Mann in Tessas Zimmer: William Herondale, der sich als sogenannter Schattenjäger entpuppt. Es kommt zum Kampf zwischen den Schwestern und den Schattenjägern. Tessa wird anschließend mit ins Schattenjägerinstitut gebracht.
Wo besteht der Zusammenhang zwischen den mysteriösen Morden, die seit einiger Zeit London Angst einjagen und Tessa? Was hat es mit den (menschlichen) Maschinen auf sich?

Der erste Band der Chroniken der Schattenjäger.
Ich war sehr gespannt auf diesen Band. Obwohl ich schon vorher gelesen habe, dass dieses Prequel nicht mit den Chroniken der Unterwelt mithalten kann, musste ich mir doch selbst ein Bild machen. Tja, und leider kann ich dem zustimmen.
Cassandra Clares Stil ist nach wie vor einfach flüssig, bezaubernd, vereinnahmend und vor allem einfach nur schön. Ich kann das gar nicht an bestimmten Formulierungen festmachen. Vielmehr am Gesamtpaket. Es passt einfach alles und auch die Wortwahl, die Metaphern sind meiner Meinung nach einfach gut gewählt.
Die Geschichte beginnt ein bisschen langsam, würde ich sagen. Der Leser begleitet in erster Linie Tessa, die mich an manchen Stellen (leider?) ein bisschen an Clary erinnert hat - aber natürlich trotzdem ein eigener Charakter ist. Da Tessa von dieser anderen Welt, sprich Dämonen, Hexenmeistern, Schattenjägern und ja nicht mal über sich selbst Bescheid weiß, wird auch der Leser erst einmal ein bisschen im Dunklen gelassen. Was ich aber nicht als negativ werten würde. Zum einen geht der (Genre)Stil doch ein bisschen in eine andere Richtung als die Chroniken der Unterwelt, zum anderen haben es auch bestimmt "neue" Leser der Serie einfacher, einzusteigen.
Während ich ja schon erwähnt habe, dass mich Tessa stellenweise an Clary erinnert hat, so hat mich Will teilweise (leider?) an Jace erinnert. Ich stehe dem ein bisschen kritisch gegenüber. Clary ging mir nach einer Weile beim lesen der Chroniken der Unterwelt auf die Nerven. Jace manchmal auch, aber ich mochte ihn im Großen und Ganzen. Ich mochte die Charaktere insgesamt, weil sie eben auf ihre Weise "frisch" und "neu" waren und eben (und vor allem!) ihre Macken, Ecken und Kanten hatten, was sie in meinen Augen einfach realistischer macht. Diese "guten" Eigenschaften sehe ich auch in diesem Band (an allen Charakteren). Gleichzeitig finde ich es aber ein bisschen schade, dass mich die beiden Hauptprotagonisten (Tessa und Will) an Clary und Jace erinnern. Wie gesagt, nicht immer, aber dieser Grundtenor ist einfach da.
Die Geschichte führt (mal wieder) in vielen Fäden zu einem Gesamtbild, das man auf den ersten Blick vielleicht falsch ansieht. Denn in letzter Minute werden wieder einige Missverständnisse und Geheimnisse aufgedeckt, die schon vorher für Unklarheiten sorgten und brodelten.
Ich mag an Clares Reihe(n) vor allem diese Ausgewogenheit: Die Charaktere kommen nicht zu kurz und wirklich nicht zu flach. Die Story ist (brilliant) durchdacht, führt auch gern mal auf falsche (und richtige) Fährten und bleibt durchweg spannend. Gleichzeitig gibt es aber auch immer noch eine Handlung im Unter- oder Hintergrund, die man auf den ersten Blick nicht so ganz erfasst. Dazu kommt in meinen Augen, dass es Clare einfach versteht den Leser komplett zu vereinnahmen und in ihre Welt zu ziehen - mit allem was dazu gehört.
Auch das gelang ihr bei Clockwork Angel wieder ganz hervorragend. Ich bin mehr als gespannt, wie sich die Geschichte und die Charaktere weiter entwickeln werden. Was hinter dem ein oder anderen noch steckt. Worauf die Ereignisse vom ersten Band (die, meine ich, relativ (!) abgeschlossen wirken) hinauslaufen.
Einen negativen Punkt, der mir einfach ins Auge gefallen ist, möchte ich hier noch anmerken, obwohl es nichts mit der Autorin zu tun hat: Im Deutschen heißt es "Klockwerk Engel". Das fand ich beim Lesen extrem irritierend, so heißt doch auch der Titel "Clockwork Angel". Ich habe das Original (noch) nicht gelesen, kann mir aber vorstellen, dass es im Original eben auch "Clockwork Angel" heißt. Daher verstehe ich nicht ganz, warum es auf Teufel komm raus und vor allem so eingedeutscht werden musste. "Uhrwerk Engel" hätte ich da noch eher verstanden als "Klockwerk". Aber gut. Die Übersetzer werden sich dabei (hoffentlich) etwas gedacht haben.

Kurz: Cassandra Clare lädt wieder in eine matschige, düstere, geheimnisumwitterte Welt ein, die auch "Neuleser" begeistern und faszinieren wird. Zwar gibt es ein paar Eckpunkte, die mir als "Altleser" nicht so gefallen haben, aber dennoch ist und bleibt Clockwork Angel einfach purer Lesegenuss.



Weitere Informationen:
Offizielle Seite
Verlag: Arena
Übersetzer: Franca Fritz, Heinrich Koop
gebunden, mit Schutzumschlag
Seiten: 580
Originaltitel: Clockwork Angel
Reihe: Chroniken der Schattenjäger / The Infernal Devices
ISBN: 978-3-401-06474-1
Preis: [D] 18,99 €

Freitag, 30. Dezember 2011

[Rezension] Die Tochter der Wälder von Julliet Marillier

1. Band

Inhalt:
Im 9. Jahrhundert nach Christus müssen die keltischen Fürsten ihr Land gegen den Ansturm der Briten verteidigen. Fern der Schlachtfelder wächst Sorcha als jüngste Tochter der Herren von Sevenwaters auf. Das behütete Leben findet ein jähes Ende, als ein Fluch ihre sechs Brüder trifft. Sorcha ist die Einzige, die sie retten kann – doch dafür muss sie mehr aufgeben, als sie sie jemals hätte vorstellen können …

[Quelle: droemer-knaur.de]




>>Leseprobe<<



Die Tochter der Wälder erzählt die Geschichte der jungen Sorcha und ihren sechs Brüdern. Sie leben in Irland, etwas isoliert nahe eines Sees. Sevenwaters ist ein wildes Land, der Wald mysteriös und voller Magie. Der Herr darüber ist Sorchas Vater Lord Colum. Ihre Mutter starb bei Sorchas Geburt. Da ihr Vater sich kaum für sie interessiert, wird das junge Mädchen mehr oder minder von ihren großen Brudern aufgezogen. Die Sieben verbindet ein inniges Verhältnis, auch wenn es mal die ein oder andere 'Streiterei' gibt.
Die Iren müssen ihr Land vor den britischen Eroberern verteidigen. Lord Colum geht mit den Ausländern sehr hart ins Gericht, doch Sorcha und ihren Brüdern Finbar und Connor gelingt es einen jungen Gefangenen zu retten. Doch der ist schwer verletzt und Sorcha, 12 Jahre alt und trotzdem bereits eine gute Heilerin, tut alles, um den jungen Briten wieder auf die Beine zu bringen.
Bis eines Tages eine geheimnisvolle Frau an Lord Colums Seite auftaucht. Sorcha und ihre Brüdern fühlen, dass sie etwas im Schilde führt. Doch sie ahnen nicht was und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Der erste Teil der Sevenwaters Reihe.
Es fiel mir anfangs ein bisschen schwer in Marilliers Schreibstil einzutauchen. Zum einen weil er stellenweise einfach etwas komisch war. Ich bin der Meinung, dass nicht alle Sätze grammatikalisch richtig waren und so bin ich immer mal wieder darüber gestolpert. Es kann auch an der Übersetzung liegen oder einfach daran, dass das Buch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Zum anderen schreibt Marillier teilweise sehr ausführlich. Dabei meine ich nicht, dass die Gegend besonders detailliert beschrieben wird. Aber eher die Gefühle von Sorcha, die die Geschichte erzählt, und die ganzen Hintergrundinformationen wie Erinnerungen und auch der (Aber)Glaube der Leute.
Allerdings fand ich das nicht ganz so schlimm. So lernt man Sorcha und das junge Irland viel besser kennen, wie es damals wohl gewesen war, warum die Leute so handeln. Es festigt die Atmosphäre und auch in gewisser Weise die Realität. Dabei verliert Sorcha nie den roten Faden, auch wenn sie um ihn herum noch viel spinnt und so dem Faden mehr Fleisch als manchmal nötig ist, gibt. Nichtsdestotrotz war ich immer total gespannt, wie es mit Sorcha weitergeht. Denn so, wie die Geschichte erzählt wird, möchte man am liebsten zu einem spannenderen Punkt springen und ganz dringend wissen, wie es sich weiter entwickelt. An solchen Stellen war ich dann regelrecht ungeduldig, was ich aber im Nachhinein eher als positiv empfinde. Es war nämlich nicht so, dass ich keine Lust hatte weiterzulesen. Vielmehr war ich so in Sorchas Worten verstrickt, dass ich dachte "Jetzt muss doch mal was passieren!" oder "Wie geht's denn jetzt weiter?" oder "Mach was, Sorcha! Mach was!".
Es gab Szenen im Buch, die mich unglaublich berührt haben. Bei denen mir zum Lachen und zum Weinen zu Mute war. Bei denen mir auch regelrecht schlecht geworden ist. Die mich so haben mitfühlen und -leiden lassen, dass ich tatsächlich geglaubt habe mittendrin zu stecken (oder zumindest so, dass Sorcha bei mir auf dem Sofa saß und mir ihre Geschichte ganz persönlich erzählt hat). Es ist wohl auch eines der wenigen Bücher, wenn nicht sogar das Einzige, denn spontan erinnere ich mich an kein weiteres, dass mich sogar vor Rührung zum 'Tränchen-abdrücken' gebracht hat. Diese Stelle war einerseits schon etwas... hm, schnulzig, aber andererseits konnte man die Gefühle regelrecht greifen. Es war einfach sehr rührig.
Tatsächlich habe ich dann den Schluß, also etwa die letzten 200 Seiten, förmlich verschlungen. Denn ich musste unbedingt wissen, wie Sorchas Geschichte endet. Trotzdem war es für mich beim Lesen, glaube ich, ganz gut, dass ich zwischen einigen Kapiteln das Buch eine Weile zur Seite gelegt und (parallel) etwas anderes gelesen habe. Irgendwie ist die Geschichte nämlich trotz allem ein harter Brocken (im positiven Sinn).
Zu den Charakteren nur schon so viel: Ich hab sie alle ganz schnell in mein Herz geschlossen. Allen voran natürlich die Erzählerin selbst: Sorcha. Sie ist einfach ein Wahnsinns-Charakter. Anders kann ich es gar nicht beschreiben. Ich habe sie mehr als einmal bewundert und am liebsten hätte ich sie manchmal geschüttelt, damit ein bisschen von ihrer Sturheit abfällt.
Auch Sorchas Brüder (Liam, Diarmid, Connor, Cormack, Finbar, Padrick) haben besonders zum Ende hin eine starke Wandlung durchgemacht. Die ist natürlich durchaus nachvollziehbar. Auch wenn die Brüder als Charaktere nicht soooo extrem oft und 'tief' auftauchen, gewinnt man doch einen guten Einblick.
Den Roten habe ich vom ersten Moment an in mein Herz geschlossen. So einen Mann hätte ich auch gern. Er ist stetig, beständig, auch irgendwie wild und einfach ein guter Kerl. Ich würde aber nicht sagen, dass er zu perfekt ist, denn auch Lord Hugh von Harrowfield, wie der Rote eigentlich heißt, hat seine Macken, Ecken und Kanten, die auch Sorcha nach und nach kennen lernt.
Durch die Länge der Geschichte, gewinnen sowohl die Story an sich als auch alle Charaktere eine ganz besondere Tiefe. Es gibt nicht nur einen guten Schurken, sondern gleich mehrere. Damit meine ich, dass die Beweggründe der "Bösen" (bis auf eine Person) recht gut beschrieben werden und nachvollziehbar sind. Sie haben, wie die anderen "guten" Charaktere auch, eine gewisse Tiefe, die sie eben nicht blass und farblos und als schlichter Gegenpart erscheinen lässt, weil es einen geben muss. Sie sind grausam, aber eben nicht, weil sie "böse" sind, sondern weil mehr dahinter steckt.
Das Ende, ich muss es zugeben, war nicht ganz nach meinem Geschmack. Ich hätte mir etwas anderes gewünscht. Trotzdem passte es einfach zur Geschichte. Hätte es so geendet, wie ich es mir gewünscht hätte, ich glaube, damit wäre ich auch nicht zufrieden gewesen.
Insgesamt war ich sehr fasziniert von Die Tochter der Wälder, auch wenn es Stellen gab, die ich am liebsten überblättert hätte (was aber eigentlich meiner Ungeduld zuzurechnen ist). Vor allem, weil in Sorchas Geschichte nicht alles so glatt läuft. Auch wenn es ein paar Fantasy-Elemente gibt, kam mir die Geschichte doch recht realistisch vor, denn im realen Leben passieren nun mal nicht immer "tolle" Sachen oder wenden sich schwupp-di-wupp zum Guten.

Kurz: Eine eindringliche, wunderbare Geschichte über einen alten Glauben, eine beinahe unlösbare Aufgabe mit starken, 'ungeschliffenen' Charakteren, die der ganzen Sache so viel Leben einhauchen, dass man selbst meinen könnte mit dabei zu sein.



Weitere Informationen:
Der Roman, bzw. die Reihe wurde in diesem Jahr neu aufgelegt.
Verlag: Knaur.
Taschenbuch
Seiten: 656
Originaltitel: Daughter of the Forest
Reihe: Sevenwaters
ISBN: 978-3-426-50906-7
Preis: [D] 9,99 €

Donnerstag, 24. November 2011

[Rezension] Tote Jungs küsst man nicht von Molly Harper

2. Band

Inhalt:
Jane Jameson ist Bibliothekarin mit Leib und Seele. Deshalb trifft es sie umso härter, als ihr überraschend gekündigt wird. Um ihren Kummer zu ertränken, geht sie in eine Bar und macht dort die Bekanntschaft des Vampirs Gabriel. Kurz darauf wird Jane bei einem Unfall lebensgefährlich verletzt. Zum Glück ist Gabriel zur Stelle, um Jane in eine Vampirin zu verwandeln und ihr dadurch das Leben zu retten. Doch damit fangen Janes Probleme erst richtig an. Denn von der Sonnenschutzcreme mit Lichtschutzfaktor 500 bis hin zur zahnschmelzstärkenden Zahnpasta stellt sie das Dasein als Vampirin vor ungeahnte Herausforderungen. Und wieder erweist sich der gut aussehende Gabriel als Retter in der Not, dessen Charme Jane bald schon nicht mehr widerstehen kann.

[Quelle: egmont-lyx.de]



Jane hat sich so langsam an ihr vampirisches Dasein gewöhnt. Auch, wenn ihre Mutter auf dieses Thema lieber nicht eingehen will und Jane sich immer noch vor ihrer raffgierigen Schwester schützen muss. Da kommt die Hochzeit ihres besten Freunds gerade recht. Oder auch nicht. Denn Zeb und Jolene, die Werwölfin, veranstalten eine bombastische Hochzeit. Jane soll Brautjungfer werden - mit dem scheußlichsten Kleid der Welt. Aber was tut man nicht alles für den besten Freund?
Die Familien der beiden sind nicht ganz so begeistert von der Vermählung. Während Zebs Mutter Ginger immer noch von einer Hochzeit mit Jane träumt, 'spielen' die Werwölfe in Jolenes Familie mit Zeb - was tödliche Folgen haben könnte. Wäre das noch nicht genug, muss sich Jane noch mit ihrer Geier-Schwester Jenny herumschlagen, die sich partout River Oaks, Janes Heim, unter den Nagel reißen will. Dabei scheint ihr jedes Mittel recht zu sein. Und dann ist da noch Großmutter Ruthie, die den nächsten (Stief-)Opa zu Grabe bringt und sich direkt einen neuen angelt, der Jane äußerst komisch vorkommt...

Der zweite Band der Nice girls / Jane Jameson Reihe.
Der Schreibstil ist gewohnt locker, flüssig, lustig und auch in gewisser Weise intelligent. Ich war sofort wieder in Janes Geschichte gefangen und konnte gleich mit ihr mitfühlen und -fiebern.
Ich mag, nein liebe, Jane einfach. Sie hat so einen wunderbar trockenen Humor, ist ein bisschen verplant, aber sehr herzlich - und weder auf den Mund noch auf den Kopf gefallen. Ein bisschen erinnert sie mich an die frühe Betsy (der Queen Betsy Reihe von Mary Janice Davidson) - nur, mit Verlaub, intelligenter. Auch Gabriel gewinnt in diesem Band etwas mehr an Tiefe, auch wenn der Vampir und Janes Erschaffer weiterhin undurchsichtig, mysteriös und spannend bleibt.
Wie erwähnt, erinnert mich Harpers Humor ein bisschen an die Betsy-Romane. Wobei Jane etwas intelligenter ist, die Witze vielleicht nicht ganz so lustig, bzw. eben eine andere Art sind. Vielleicht ging mir auch der ein oder andere durch die Lappen. Bei Jane nehmen natürlich auch Bücher eine große Rolle ein. Denn sie ist Bibliothekarin mit Leib und Seele und so konnte es sich wohl auch die Autorin nicht nehmen lassen, auf den ein oder anderen Klassiker der Literatur (natürlich 'Damen-Geschmack') einzugehen.
Während ich beinahe alle Charaktere mag oder sie zumindest mit einem Schmunzeln betrachte, brachte mich Mama Ginger und auch Janes Familie (ergo ihre Mutter, Schwester und Großmutter) beinahe zur Weißglut. Wie Jane da so ruhig bleiben kann - alle Achtung! Die Bagage ist einfach nur furchtbar. Sorry, aber das ist so typisch Dorf und Kleindenken, dass ich da noch einmal mehr eingewickelt wurde. Jane kann einem da nur Leid tun und so konnte ich auch besonders mit ihr mitleiden. Auch wenn ihre 'Gegenschläge' doch zarter ausfielen als es meine getan hätten.
Auch Zeb kommt in diesem Band nicht besonders gut weg. Der arme Kerl muss sich nicht nur vor einer Meute Werwälfe in Acht nehmen und sich gleichzeitig als würdiger (zukünftiger) Ehemann von Jolene beweisen. Nein, zudem macht seine Mutter Ginger ihm mit ihrer 'eigenen Welt' das Leben schwer. Was allerdings auch durchaus lustig sein kann und so für den ein oder anderen Lacher sorgte.
An sich passiert nicht so viel, betrachtet man den Action-Gehalt. Trotzdem werden einige Geheimnisse und Missetaten aufgedeckt, wobei Jane da entweder ein bisschen schwer von Begriff zu sein scheint oder aber sie geht nicht hartnäckig/aufgeschlossen genug an die Sache heran. Das kann zuweilen etwas frustrieren.

Kurz: Eine kurzweilige, lustige Unterhaltung, die einfach nur Lust auf mehr macht. Man darf gewisse Sachen nicht zu ernst nehmen und muss Jane einfach mögen.



Weitere Informationen:
Verlag: Egmont LYX
Taschenbuch, kartoniert mit Klappe
Seiten: 368
Originaltitel: Nice girls don't date dead men
Reihe: Nice girls / Jane Jameson
ISBN: 978-3-8025-8339-1
Preis: [D] 9,95 €

Donnerstag, 3. November 2011

[Rezension] Ruht das Licht von Maggie Stiefvater

2. Band

Inhalt:
Obwohl alles verloren schien, ist Sam zu Grace zurückgekehrt. Er hat den Wolf in sich besiegt und jetzt liegt ein ganzes Leben in seiner Menschengestalt vor ihm. Doch nun ist es Grace, deren Zukunft ungewiss erscheint. Sie, die sich ihrer menschlichen Haut immer so sicher war, hört nachts die Stimmen der Wölfe und weiß: Sie rufen nach ihr.
Wogegen Grace sich mit aller Macht wehrt, wäre Cole hochwillkommen. Cole wünscht sich nur eines: Vergessen. Vergessen, wer er ist. Vergessen, was er getan hat. Die Wolfshaut ist seine Zuflucht. Doch trotz der eisigen Kälte gelingt es ihm nicht, die Wolfsgestalt dauerhaft anzunehmen.
Als Coles Vergangenheit ihn einholt und sich immer mehr neugierige Augen auf die Wölfe richten, muss Sam zusehen, wie seine Welt zerbricht: Das Rudel schwebt in größter Gefahr und Grace hält nur noch die Liebe zu ihm in ihrem menschlichen Leben. Sam ahnt, dass der Wolf in ihr eines Tages siegen wird …

[Quelle: script5.de]



Der Frühling zieht ein in Mercy Falls. Sam kann immer noch nicht ganz fassen, dass er Sam geblieben ist. Da die Temperaturen langsam steigen, muss Sam sich auch klar werden, ob er Becks Platz einnehmen wird. Denn die neuen Wölfe könnten sich nun jeden Tag wieder in Menschen verwandeln.
So macht Sam auch Bekanntschaft mit einem der 'Neuen': Cole. Cole, der eigentlich nur vergessen, sich verlieren und ein Wolf bleiben will. Ausgerechnet er wird als erster ein Mensch. Die beiden sind sich nicht ganz grün, aber das ist nur das kleinere Übel mit dem sich Sam rumschlagen muss. Denn für ihn steht so viel mehr auf dem Spiel... und auch für Grace und das Wolfsrudel...

Der zweite Band der Wolves of Mercy Falls Reihe.
Ich muss gestehen, dass mich der Anfang gar nicht mit- und in die Geschichte reinziehen konnte. Der Schreibstil von Maggie Stiefvater ist wirklich schön. Wie auch schon im ersten Band ist er einfühlsam und wunderbar. Aber bis die Geschichte an sich in Gang kommt, dauert es. Auch wenn man durch kurze Sequenzen bereits eine Ahnung vom Verlauf, bzw. Ende des Bandes bekommt.
Diesmal wird aus vier Perspektiven erzählt: Grace, Sam, Cole und Isabel. Jeweils in der Ich-Form, Vergangenheit. Die Kapitel haben diesmal auch nicht die (sinkenden) Temperaturen zum 'Thema', sondern ihre Erzähler. Wenn ich schon bei der Form bin: Das Vorsatzpapier ist ein Traum! Es spiegelt den Hintergrund des Schutzumschlags wieder und ist leicht gerauht, beinahe wie der Band selbst oder ein bisschen wie geschöpftes Papier. Sehr schön!
Ich hatte zwar weniger Probleme an der Geschichte anzuknüpfen, aber trotzdem habe ich fast bis zur Hälfte eher nebenher gelesen. Vielleicht etwas unbeteiligt. Trotzdem hat es mich dann bis zum Schluß gepackt. Wieder habe mit allen mitgelitten und war - mit Grace - wütend, traurig, verängstigt. Vor allem das Ende hat mich (wieder einmal) sehr mitgenommen.
Grace und Sam mag ich als Charaktere nach wie vor sehr gerne. Isabel ja sowieso. Und Cole. Tja, der war etwas schwieriger, denn ich wusste anfangs nicht, wie ich ihn nehmen soll. Aber auch er ist mir im Laufe der Geschichte ans Herz gewachsen. Wer mir dagegen (ebenso 'mal wieder') absolut gegen den Strich ging, waren Graces Eltern. Einen solchen Brass auf Charaktere hatte ich ja auch schon lange nicht mehr. Ich erinnere mich da an Orpheus aus der Tintenwelt oder die allerfürchterlichste Person überhaupt: Dolores Umbridge aus Harry Potter. Nun. Graces Eltern kommen nicht ganz an die beiden ran, da die Brisbanes ja eher Nebencharaktere sind, aber solche Eltern wünsche ich echt niemandem. Fürchterlich. Sie kamen mir sogar noch schlimmer vor als im ersten Band.
Aber genug über zwei - unbedeutende - Charaktere ausgelassen. Dabei ist mir aber aufgefallen, dass die Eltern in dieser Reihe allgemein nicht sonderlich gut wegkommen. Wenn ich an Sams oder Isabels Eltern denke... Denn andere Eltern spielen in dem Sinn ja nicht die große Rolle (von Beck abgesehen). Sollte das den Leser bedenklich stimmen? Ich weiß es nicht, aber ich fand es auffällig und damit erwähnenswert.
Das Ende, sehr emotional, ist ein leichter, kleiner Cliffhanger. Also sollte man schon definitiv auch den letzten Band lesen, denn so endet die Geschichte eher offen. Während man Nach dem Sommer ja ach für sich stehen lassen konnte.
Was ich wieder sehr schön fand, waren die Einstreuungen von Sams Songzeilen. Auch allgemein, die Gegenwart von Musik. Ich bin jetzt kein Musikjunkie in dem Sinn, aber es gibt dem Buch, meiner Meinung nach, eine ganz besondere Atmosphäre.

Kurz: Ein würdiger Nachfolger. Wenn auch anfangs etwas langsam, so wirbeln die Ereignisse doch schnell durcheinander. Es wird wieder hoch emotional, traurig, rasend, ein bisschen lustig und auch ein bisschen düster. Einen Blick ist die Fortsetzung in jedem Fall wert.



Weitere Informationen:
Offizielle deutsche Seite der Autorin
Trailer
Verlag: script5
gebunden, mit Schutzumschlag
Seiten: 400
Originaltitel: Linger
Reihe: Wolves of Mercy Falls
ISBN: 978-3-8390-0118-9
Preis: [D] 18,90 €

Auch hier ist die Gestaltung ohne Buchumschlag wunderschön:

Mittwoch, 2. November 2011

[Rezension] Mein auf ewig von Shannon K. Butcher



Inhalt:
Seit Tagen hat die Reporterin Elise McBride nichts mehr von ihrer Schwester Ashley gehört. Ihre Sorge ist groß, denn in Chicago treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Ist Ashley sein jüngstes Opfer? Bei ihren Nachforschungen trifft Elise auf den attraktiven Ex-Polizisten Trent Brady, der ihr seine Hilfe anbietet. Und als Elise kurz darauf selbst in das Visier des Killers gerät, ist Trent ihre einzige Hoffnung ...

[Quelle: egmont-lyx.de]



Elise McBride ist freie Journalistin. Mit ihrer jüngeren Schwester Ashley hat sie regelmäßig Kontakt. Als die sich aber nicht mehr bei Elise meldet, macht die junge Frau sich Sorgen. Kurzer Hand benachrichtigt sie die Polizei und fährt zu Ashleys Haus. Elise macht sich große Sorgen um ihre Schwester, die zwar öfter mal ein paar Tage wegfährt, sich doch immer bei ihr meldet. Die Polizei scheint nicht voranzukommen und so macht sich Elise selbst auf die Suche nach ihrer Schwester.
Dabei lernt sie Ashleys Nachbarn, den Ex-Polizisten Trent Brady, kennen. Der hat seinen Dienst jedoch vor zwei Jahren nach einem Polizei-Unfall quittiert. Seitdem lebt er so dahin, doch als Elise seine Hilfe braucht, ist er zur Stelle. Die beiden sind nicht nur Ashley auf der Spur, sondern auch einem Serienkiller, der gar nicht leicht zu fassen ist...

Butchers Schreibstil ist nicht sensationell oder außerordentlich. Er ist eingängig und flüssig, lässt sich leicht lesen und reißt vor allem gut mit. Was sehr an einem wirklich tollem Spannungsaufbau liegt.
Erzählt wird die Geschichte um den Serienkiller, Ashleys Verschwinden und Elises Suche aus verschiedenen Sichten. Alle dritte Person, Vergangenheit. Hauptsächlich wird aber aus Elises und Trents Sicht erzählt. Der Leser erhascht aber auch Ausschnitte aus der Sicht des Serienmörders und Ashley.
Ein bisschen erinnerte mich die Geschichte an Criminal Minds. Vielleicht wegen dem Serienmörder? Profiler spielen da nämlich eher keine Rolle und es wird auch kaum aus der Sicht der Polizisten erzählt. Gruselig war es teilweise die Sicht des Mörders, dessen Identität relativ schnell klar ist, zu lesen und darin einzutauchen. Obwohl man den Namen und ein paar Verhaltensmuster des Serienmörders kennt, kommt er vorerst nicht mit den Protagonisten in Berührung. So schnappt man zwar ein paar Szenen von ihm auf, weiß aber erst viel später, wer er genau ist.
Da ich ja hauptsächlich Jugendbücher und Romantic Fantasy Romane lese und dem Genre Thriller/Krimi in gedruckter Form eher skeptisch gegenüber stehe, hat mich Mein auf ewig doch überrascht. Ich hätte beim besten Willen nicht gedacht, dass sich das Thema - Serienmörder - mit dem Genre - Romantic (!) Thrill (?) - so gut vertragen würde. Das liegt vor allem daran, dass ich mir einfach nicht ausmalen konnte, wie die Autorin in dieses ganze Setting eine Liebesgeschichte einflechten will, die nicht kitschig oder gezwungen ist. Bis ich zu eben jenem Punkt kam, konnte ich es mir wirklich nicht vorstellen. Klar, es hakt an der ein oder anderen Ecke, aber es gibt Schlimmeres. Denn im Fokus steht tatsächlich Ashleys Verschwinden und der Serienmörder.
Wie gesagt, ich bin eigentlich kein Thriller-Leser. Ich gucke mir so was lieber an, aber dieser Roman hat mich voll und ganz gefesselt, sodass ich ihn beinahe in einem Rutsch durchgelesen hätte. Das mag auch daran liegen, dass dieser Genre-Mix für mich Neuland ist und die 'alten Hasen' das etwas kritischer betrachten würden. Endgültig aufgelöst, wird seine Identität, wie oben erwähnt, allerdings erst relativ spät.
Wie eingangs schon erwähnt, kann der Leser auch für kurze Abschnitte in den Kopf des Mörders eintauchen und die Ereignisse aus seinen Augen betrachten. So kennt man auch von Anfang an seinen Namen und kann relativ schnell alle Puzzleteile zu ihm zusammensetzen. Trotzdem bekam so der 'Bösewicht' eine ganz besondere Art von Tiefe. Einmal in dieses - sorry - kranke Denken einzutauchen und diese Welt aus seinen Augen zu betrachten, war wirklich eine neue, beinahe erschreckende Erfahrung.
So geht es für die Charaktere manchmal auch ein bisschen zu glatt. Es gab auch durchaus eine Szene, die mir schlichtweg zu kitschig war. Wäre die über den Bildschirm geflimmert, hätte ich die Augen zugemacht oder weggeschaut - was ich immer mache, wenn es zu schmalzig wird. Zum Glück erstreckte sich das nur über wenige Zeilen.
Die Charaktere, vom Mörder abgesehen, waren allesamt interessant und sympathisch. Ich mochte sie gern, wenn sie auch keine 'Neuerfindungen' waren. Es herrschte eher bei deren Beziehung die 'typische' Problematik. Was mich fast ein bisschen Aufstöhnen ließ. Doch durch ihren beinahe ungebrochenen, fast unglaubwürdigen Kampfwillen, hat mich Elise dann doch als Heldin überzeugt.
Die romantischen Elemente sind vorhanden, aber nicht dominant, was ich ganz wichtig fand. Dennoch ging mir die Liebesbeziehung zwischen Elise und Trent etwas zu schnell oder besser gesagt, wurde sie mir zu schnell zu ernst. Klar, wer viele Liebesromane, besonders Romantasy liest, für den ist dies nichts neues. Zumindest bei den Sachen, die ich bisher gelesen habe, ging es immer recht schnell zur Sache. Natürlich tut das der Story in meinen Augen keinen Abbruch. Dazu sei auch gesagt, dass die eigentliche Liebesszene sehr später das erste Mal beschrieben wird. Doch wenn man sich den Ablauf der Geschehnisse durch den Kopf gehen lässt, dann ist die Entwicklung der Gefühle doch rapide.
Als, in meinen Augen, beinahe größten Pluspunkt kann ich nennen, dass es sich um einen Einzelband handelt. Die Geschichte ist also abgeschlossen, man steht nicht vor einem halbgaren Ende und fängt - nicht schon wieder - eine Reihe an. Zwar könnte rein theoretisch noch ein Band folgen, aber diese Geschichte ist (und bleibt) abgeschlossen.
Zuletzt möchte ich noch allen sehr spoilerphoben Lesern sagen, dass die Inhaltsangabe, wenn ich es ganz penibel, genau und streng nehmen würde, einen Spoiler enthält. Ich bin ja gegen "richtige" spoiler sehr allergisch, aber in diesem Fall hat es mich überhaupt nicht gestört, weil der "Spoiler" kein großer Wendepunkt in der Geschichte ist oder gar überraschend/unerwartet kommt. Zumindest nicht für die, die ein gewisses Gespür für Geschichten haben.

Kurz: Ein spannender, nervenkitzelnder Ausflug in ein - für mich - neues Genre. Ich bin jetzt dem Thriller- oder Romantic Thrill Genre weit weniger abgeneigt. Besonders die unterschiedlichen Sichtweisen, aus denen die Geschichte erzählt wird, geben dem Roman eine besondere Dynamik. Wer mit ein bisschen Romantik leben kann, die wirklich nicht dominant, aber an manchen Stellen ein bisschen schnell und kitschig ist, der wird hier einen wahren Page-Turner finden. Einen Blick kann man auf jeden Fall riskieren.



Weitere Informationen:
Verlag: EgmontLYX
Taschenbuch, kartoniert mit Klappe
Seiten: 400
Originaltitel: Love you to Death
ISBN: 978-3-8025-8475-6
Preis: [D] 9,99 €