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Freitag, 26. November 2010

[Rezension] Die Prophezeiung der Schwestern von Michelle Zink

1. Band

Inhalt:
Zwei Schwestern im Bann einer jahrhundertealten Prophezeiung
Kurz nachdem ihr Vater unter mysteriösen Umständen zu Tode gekommen ist, erfährt die siebzehnjährige Lia, dass sie und ihre Zwillingsschwester Alice Teile einer uralten Prophezeiung sind: Eine von ihnen ist das Tor, durch das Samael, der gefallene Engel, aus der Anderswelt wiederkehren und die sieben Plagen über die Menschheit bringen kann. Die Aufgabe der anderen Schwester ist es, darüber zu wachen, dass das Tor den Verlockungen Samaels widersteht.
Wider Erwarten ist Lia selbst, nicht etwa die ehrgeizige, berechnende Alice, das Tor für Samael. Mit Hilfe der geheimnisvollen vier Schlüssel – die sie allerdings erst finden muss – kann sie das Tor zur Anderswelt schließen und die Gefahr auf ewig abwenden. Doch Alice ist ganz und gar nicht gewillt, ihre Rolle als Wächter zu akzeptieren. Im Gegenteil: Sie tut alles dafür, dass der Dämon von Lia Besitz ergreift und durch sie die Welt in die Apokalypse stürzt …
Ein dramatisches, romantisches Fantasyepos über zwei Schwestern, die eine jahrhundertealte Prophezeiung zu Todfeindinnen macht.

[Quelle: randomhouse.de]



Amalia Milthorpe, kurz Lia, hat gerade ihren Vater verloren. Dieser starb unter mysteriösen Umständen. Jetzt sind die Geschwister, Lia, ihre Zwillingsschwester Alice und ihr kleiner Bruder Henry, auf sich gestellt. Ihre Tante Virginia kümmert sich um den Haushalt und um ihren Bruder.
Es könnte alles leichter sein, wäre da nicht dieses seltsame Zeichen auf Lias Handgelenk, das von Tag zu Tag dunkler und klarer wird. Doch Lia weiß n ichts damit anzufangen. Sie kann sich keinem anvertrauen, denn zu groß ist ihre Angst als verrückt abgestempelt zu werden.
Nach einem Besuch der Geisterbeschwörerin Sonia Sorrensen, ist Lia noch ratloser und aufgelöster. Angeblich hat ihr toter Vater versucht Kontakt mit ihr aufzunehmen. Lia wird immer weiter in eine Welt gezogen, die sie nicht versteht... In die Anderswelt, die WElt der Prophezeiung und die Welt des Schicksals...

Dies ist der erste Band der Reihe, die eine Trilogie werden soll.
Erzählt wird die Geschichte aus Lias Perspektive. Da der Roman Ende des 19. Jahrhunderts spielt ist die Wortwahl auch teilweise etwas veraltet, aber noch gut verständlich. Allerdings weiß man nicht gleich in welcher Zeit man sich befindet, was einen anfangs ein bisschen ratlos, verwirrt zurücklässt.
Mit Lia konnte ich leider nicht mitfühlen. Sie wirkte irgendwie distanziert und steif. Überhaupt fehlte der Geschichte um die Schwestern einfach die Dynamik.
Die Idee an sich ist wirklich toll und interessant. Aber lässt sich leider auch unheimlich zäh lesen. So kam es mir jedenfalls vor. Es ist wie ein großes Puzzle: Man selbst hat ein Teil entdeckt, will es an den richtigen Platz setzen, aber ein anderer hat es in Händen und sucht ewig, vergeblich nach dem richtigen Platz.
Natürlich sollten Wendungen nicht zu schnell geschehen, aber hier war eher das Gegenteil der Fall.
Erst gegen Ende wird es etwas spannender und man kann auch ein bisschen mitfühlen. Ansonsten konnte ich Lias Entscheidungen oftmals einfach nicht nachvollziehen - ebensowenig wie ihre Gefühle.
Auch wenn meine Kritik jetzt negativ klingt: Die Geschichte an sich gefiel mir sehr gut. In dem heutigen Vampir- und Werwolf-Dschungel an Jugendromanen hebt sich Die Prophezeiung der Schwestern deutlich hervor. Nicht nur durch die Zeit, in der die Geschichte spielt. Die Heldin wünscht man sich vielleicht etwas aktiver und zugänglicher.

Kurz: Interessante Geschichte, etwas lahme Umsetzung!


Weitere Informationen:
Verlag: cbj
gebunden, mit Schutzumschlag
Seiten: 416
Originaltitel: Prophecy of the Sisters
Reihe: Prophecy of the Sisters
ISBN: 978-3-570-13721-5
Preis: [D] 17,95 €