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Mittwoch, 25. Januar 2012

[Filmrezension] Chihiros Reise ins Zauberland


Inhalt:
Chihiro zieht gerade mit ihren Eltern um. Natürlich hat das Mädchen keine Lust darauf. Auf dem Weg zu ihrem neuen Zuhause kommen sie an einer merkwürdigen Mauer mit Durchgang vorbei. Chihiros Eltern sind neugierig und wollen die Gegend erkunden, während Chihiro ganz und gar nicht der Sinn danach steht.
Trotzdem folgt sie ihren Eltern und zusammen stoßen sie auf eine Art verlassenen Vergnügungspark. Überall gibt es (typisch japanische) Stände und sogar Essen! Chihiros Eltern machen sich sofort daran, doch Chihiro ist die ganze Sache nicht geheuer...
Als es dunkel wird, offenbart sich auch ihr (un)gutes Gefühl: Seltsame Gestalten belagern die verlassene Stadt, ihre Eltern verwandeln sich in Schweine und Chihiro weiß nicht mehr, was sie machen soll. Gerettet wird sie vom Jungen Haku, der sie kurzerhand im Badehaus unterbringt, wo Chihiro fortan arbeiten soll... Ob sie mit ihren Eltern jemals wieder in ihre Welt kommt?

Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass Chihiros Reise ins Zauberland einer der zauberhaftesten Filme ist, die ich je gesehen habe.
Der Film versprüht den typischen Ghibli-Charme und darüber hinaus toppt es mit einer leichten, aber doch tiefgründig(er)en Geschichte voll mit Mythen, Legenden und Zauber. Der ganz besondere Flair der plastischen und fließenden Animationen wird noch von der Musik unterstützt. Es herrscht hier wirklich die perfekte Kombination aus Bild und Ton. Vielmehr trägt die musikalische Begleitung noch zu der spannenden und prickelnden Atmosphäre bei, sodass man wirklich glaubt, den "Zauber" der von Chihiro ausgeht anfassen zu können.
Ganz im Gegensatz zu anderen (Anime)Synchronisationen ist diese hier wirklich gelungen. Zwar ist sie anfangs ein klein wenig gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem passt sie super zu den Charakteren. Vor allem die Betonung ist wirklich sondergleichen - im positiven Sinn. Wie oft habe ich lustlose Synchrosprecher bei anderen Zeichentrickfilmen erlebt? Hier definitiv nicht!
Chihiro wartet mit viel Magie und mythischen Einblicken auf. Die vielen japanischen Gottheiten und Bräuche versteht man durchaus auch bei uns. Für uns wirkt es vielleicht noch ein klein wenig exotischer. Trotzdem macht es einfach viel Spaß Chihiro auf ihrer "Reise" durchs Zauberland zu begleiten.
Besonders Chihiros Entwicklung vom verzogenen, störrischem Kind zu einem starken, jungen Mädchen ist äußerst beeindruckend. Sie durchläuft diese vollkommen natürlich - aber nicht ohne Kampf mit sich selbst. Der Film zeigt, dass einiges an Mut und Überwindung dazu gehört.
Auch die anderen Charaktere habe ich, trotz mancher Bosheiten, in mein Herz geschlossen. Sie sorgen nicht nur für witzige Situationen und eine knisternde Stimmung, sondern eben auch für einen Gegenpart zum Menschenmädchen Chihiro, bzw. unterstützen einige das Mädchen.
Der Film ist relativ lang, was man, meiner Meinung nach, vor allem am Anfang merkt. Ich weiß nicht, ob das vielleicht für jüngere Zuschauer nicht etwas zu langwierig ist. Aber ich denke spätestens nach einer halben Stunde wird jeder gebannt vor der Flimmerkiste sitzen. Abgesehen davon bleibt auch noch die ein oder andere (kleine) Unklarheit offen (was es z. B. mit dem Ohm-Gesicht auf sich hat). Allerdings machen Charakterdesign, die atemberaubende Musikunterstützung, die fulminanten Animationen und allen voran die Geschichte selbst dies mehr als wett.
Ich habe unten angegeben, dass die DVD FSK 12 ist. Tatsächlich ist "nur" das Bonusmaterial mit dieser Freigabe versehen. Der Film an sich ist ohne Altersbeschränkung!


Kurz: Ein zauberhafter, knisternder Film für Groß und Klein. Die perfekte Kombination aus Bild und Ton bannt wirklich jeden vor dem Fernseher!




Weitere Informationen:
Die DVD ist als Sonderausgabe Große Kinomomente, Einzeldisc und Special Edition erhältlich. Zum Film ist außerdem eine fünfteilige Anime-Comic-Reihe erschienen.
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: Sen to Chihiro no kamikakushi
Regie: Hayao Miyazaki
Länge: 120 Minuten
FSK: 12 (Bonusmaterial; Film: 0 / ohne Altersbeschräkung)
Auf DVD erhältlich.

Mittwoch, 4. Januar 2012

[Filmrezension] Kikis kleiner Lieferservice

Inhalt:
Kiki ist 13 und weiß was sie will: Hexe werden! Aber um ihren Berufswunsch anzutreten, muss Kiki erst ihre Ausbildung zum Hexenlehrling machen. Dafür muss sie ihre Heimat verlassen und ein Jahr in einer anderen Stadt arbeiten - als Hexe. So können junge Hexen Erfahrungen sammeln, neue Menschen kennen lernen und vor allem lernen selbstständig zu werden.
Begleitet wird Kiki von ihrem schwarzen Kater Jiji. Ganz hexenlike macht sie sich auf einem Strohbesen auf den Weg. Zu einer Stadt am Meer mit schönem Kirchturm will sie. Doch das ist alles gar nicht so einfach, wie es klingt...

Ich hatte den Film vor einiger Zeit schon mal nebenher im TV gesehen. Da sprach mich der Film allerdings nicht an. Wohl, weil ich ihn zum einen nebenher, also stückchenweise, gesehen habe und zum anderen auch nicht gleich von Anfang an.
Aber diesmal hat mich dieser relativ unbekannte Ghibli-Film total geflasht! Ich war schnell von Kiki und ihrem schwarzen Kater Jiji begeistert - von ihren Aufgaben und wie sie ihre Arbeiten erledigt.
Jiji, die sprechende Katze, hat mich nicht nur einmal zum Schmunzeln und Lachen gebracht. Ebenso wie Kiki selbst. Die beiden kann man einfach nur schnell ins Herz schließen und mit ihnen mitfühlen und bangen. Es war sehr interessant zu verfolgen, wie sich die beiden (vom Land) in einer Großstadt durchschlagen und auf die unterschiedlichsten Leute treffen.
Ganz wie ich/man es von Ghibli erwartet, ist die Synchro super, wenn nicht perfekt. Ebenso die Musik ist sehr passend. Einmal mehr musste ich daran denken, dass Ghibli das japanische Disney ist. Wobei ich das fast ein bisschen... unfair finde. Denn Ghibli spricht in seinen Geschichten, besonders hier, nicht nur kleine und junge Kinder an, sondern durchaus auch ältere! Die Geschichte wirkt nicht 'schnell durchgezogen', sondern entwickelt sich Stück für Stück. Nur das Ende ist ein bisschen abrupt. Vielleicht ist es auch ein bisschen zu 'hoch' für die ganz kleinen Zuschauer. Aber ich bin sicher Jiji zieht sie ganz in ihren Bann - den Rest erledigt dann Kiki selbst.

Kurz: Ein zauberhafter, lustiger, einfühlsamer Film aus berühmter Feder. Hinter diesem Anime steckt mehr als man auf den ersten Blick vermutet!


Weitere Informationen:
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: Majo no takkyûbin
Regie: Hayao Miyazaki
Länge: 98 Minuten
FSK: 0 / Ohne Altersbeschränkung
Auf DVD erhältlich.

Mittwoch, 28. September 2011

[Filmrezension] Perfect Blue

Inhalt:
Mima Kirigoe ist eine erfolgreiche Pop-Sängerin der Mädchengruppe CHAM. Doch sie entscheidet sich ihre Karriere als Sängerin zu beenden und lieber in die Schauspielwelt einzutauchen. Ihre Fans nehmen dies anfangs nicht so gut auf und auch ihre Betreuerin Rumi spricht sich nicht gerade für Mimas Entscheidung aus.
Als Mima dann ihre erste kleine Rolle bekommt - in einer aktuellen Krimifernsehserie - setzt sich ihr Manager Tadokoro für eine bessere Rolle ein. Mima wird als Charakter zunehmend wichtiger für die Serie. Doch es geschehen seltsame, unheimliche Dinge. Der Fotograf, der erotische Fotos von Mima gemacht hat, wird ermordet aufgefunden. Außerdem betreibt scheinbar ein abgedrehter Fan eine Homepage in Mimas Namen - und er scheint viel über Mima zu wissen. Realität und Fiktion verschwimmen...

Der Film ist aus dem Jahr 1997. Das Internet also noch nicht so verbreitet - selbst in Japan. Deswegen muss Rumi Mima erst erklären, was eine Homepage ist, denn Mima hat bis dato noch keinerlei Kontakt mit Computern und dem WWW gehabt. So zieht diese Homepage Mima auch in einen Strudel. Denn dort stehen Dinge, die sie getan hat und "ihre" Meinung. Was sie anfangs noch lustig findet, wird beizeiten abgedreht, beinahe shizophren. Wie der Film selbst.
Die Szenen wechseln teilweise in den Perspektiven. Man weiß auch oftmals nicht gleich, was nun real ist, was Mima vielleicht geträumt hat, was gespielt wurde. Der Film an sich wirkt relativ real. So real wie eben ein animierter Film wirken kann.
Die Charaktere sind wie aus dem richtigen Leben gegriffen. Es gibt die schöne Mima, die vielleicht etwas naiv und auch ein bisschen arrogant wirkt. Den etwas ekligen und unheimlichen verrückten Fan und Stalker (?). Den beinahe skrupellosen und schleimigen Manager. Also durchaus reale Charaktere mit Kanten und Macken. Die Synchro passt hervorragend dazu.
Größtenteils verfolgt man als Zuschauer die ehemalige Pop-Sängerin Mima, die eine Schauspielerin sein möchte und in dieser Rolle auch gefordert wird.

Kurz: Ein spannender Psycho-Film über eine junge Schauspielerin, einen Stalker und das verrückte, gefährliche Leben eines Stars.




Weitere Informationen:
Der Film basiert auf einem Roman von Yoshikazu Takeuchi
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: Perfect Blue
Regie: Satoshi Kon
Länge: 78 Minuten
FSK: 16
Auf DVD erhältlich.