Inhalt:
Hilda und Jim sind ein drolliges, altes Ehepaar. Sie leben friedlich auf dem englischen Land ohne direkte Nachbarn. Als Jim eines Tages im Radio eine Meldung hört, dass sich bald ein Krieg anbahnen soll, ergreift er Präventivmaßnahmen. Streng nach einem kleinen Handbüchlein der Regierung, bzw. des Landratsamtes. Seine Ehefrau Hilda hingegen lässt ihren Mann werkeln, passt auf, dass er nichts kaputt macht und geht ihrem gewohnten Tagesablauf nach.
Doch, was dann passiert, hätte sich das Ehepaar wohl nie träumen lassen...
Der Film basiert auf einem Buch (Comic?) von Raymond Briggs.
Der Anfang ist - für einen eigentlich animierten Film - etwas seltsam... Es werden reale Szenen einer Demonstaration oder eines Atommülltransports gezeigt. Auch andere Szenen sind nicht gezeichnet oder animiert, sondern 'real aufgenommen'. Ich vermute auch, dass entweder ein bisschen mit Computern animiert wurde, bzw. vielleicht auch in der Art von Wallace & Gromit. Zumindest sahen manche Sequenzen so aus. Was ich persönlich aber nicht negativ finde, denn die Bilder reihen sich wirklich gut in die Szenerie und Atmosphäre ein. Es ist ein besonderes Bonbon, das dem Zuschauer geboten wird.
Die Musik... ja, die hätte mich beinahe verschreckt, denn das Titellied (von David Bowie) fand ich nicht besonders passend. Später aber wird es besser. Wobei man dazu sagen muss, dass die musikalische Untermalung eher zweitrangig ist und der Film wirklich von den Protagonisten Jim und Hilda lebt.
Genau diese beiden besitzen einen untrüglichen, drolligen Charme. Sie sind das typische Ehepaar, das den zweiten Weltkrieg mitbekommen hat und noch in 'ihrer' Zeit leben. Hilda - die Mutter, die Hausfrau, die Saubermacherin. Jim, der seinen bubischen Schalk behalten hat, der Mann im Haus ist und doch gern mal in die Vergangenheit zurück schaut. Die beiden mosern, nörgeln, haben Witz, sind einfach furchtbar sympathisch und stellen nichts in Frage - nichts! So kommt es beispielsweise zu den absurden Sicherheitsmaßnahmen.
Der Film belehrt in gewisser Weise auch. Nicht mit oberlehrerhaftem Zeigefinger. Eher passend zur Geschichte erfährt man, wie es zu Zeiten des zweiten Weltkriegs zugegangen ist - von britischer Seite. Wer war da noch mal gegen wen? Jim klärt auf.
Man verfolgt das beschauliche Leben der beiden bis eine ungeahnte Wendung eintritt. Tatsächlich habe ich bis zum Schluss angenommen, dass es irgendwie erklärt wird - aber nein. Das Ende ist... traurig. Für mich auch ein bisschen verwirrend, weil ich einfach so auf ein anderes Ende gehofft habe, das aufklärt, denn die Wendung hielt ich für ein bisschen unrealistisch - im Zusammenhang gesehen.
Der Film ist ja auch schon etwas älter und meine Version wurde remastert. Dabei hat man wohl bei der Synchro vergessen den Ton einzupegeln. Jedenfalls musste ich DVD-Player und Fernseher etwas mehr aufdrehen als sonst, um alles zu verstehen.
Insgesamt bin ich von dem Film aber sehr angetan. Wem Die letzten Glühwürmchen gefallen hat, dem wird Wenn der Wind weht bestimmt auch gefallen - und umgekehrt.
Kurz: Ein herzlicher Film, der witzig und charmant ist, aber auch traurig stimmt und zum Nachdenken anregt.
Weitere Informationen:
Basiert auf einem Buch / Comic (deutsch, englisch) von Raymond Briggs
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: When the wind blows
Regie: Jimmy T. Murakami
Länge: 80 Minuten
FSK: 6
Auf DVD erhältlich.
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Mittwoch, 25. April 2012
Donnerstag, 12. April 2012
[Minifilmrezension] Die Tribute von Panem
Inhalt:
In einer nicht allzu fernen Zukunft: Aus dem zerstörten Nordamerika ist der Staat Panem entstanden, das Kapitol regiert das ums Überleben kämpfende Volk mit eiserner Hand. Um seine Macht zu demonstrieren, veranstaltet das Regime jedes Jahr die grausamen Hungerspiele: 24 Jugendliche, je ein Mädchen und ein Junge aus Panems zwölf Distrikten, müssen in einem modernen Gladiatorenkampf antreten, den nur einer von ihnen überleben darf. Als ihre kleine Schwester Prim für die Spiele ausgelost wird, nimmt die 16-jährige Katniss freiwillig ihren Platz ein. Der zweite Kandidat aus Katniss Distrikt ist Peeta, den sie seit ihrer Kindheit kennt. Kurz bevor das perfide Turnier beginnt, gesteht Peeta Katniss seine Liebe. Doch das Kapitol macht sie zu Todfeinden...
[Quelle: amazon.de]
Meine Meinung:
Wie bei allen Buchverfilmungen war ich auch bei diesem Film sehr skeptisch. Vor allem, wenn man das Buch zuerst gelesen hat, kann doch der Film nur schlechter sein. Oder?
Aber Die Tribute von Panem hat mich da wirklich positiv überrascht. Auch nach dem tollen Trailer hatte ich noch Bedenken, aber der Film hat sie dann (fast) komplett beiseite gewischt. Die Umsetzung fand ich insgesamt wirklich sehr gelungen. Die Abfolge hält sich sehr nah ans Buch. Ich habe kaum gemerkt, dass etwas weggelassen wurde (bzw. dass überhaupt).
Es gab Szenen, sogar im Vergleich relativ lang, die wirklich komplett ohne Musik waren. Vor allem bei der Ernte-Szene, in der Katniss sich freiwillig meldet, kam dieser Filmabschnitt ganz ohne musikalische Begleitung aus. War auch gar nicht nötig, weil genau diese Sequenz so eindrücklich war und so auch viel authentischer wirkte. Hier spielten die Bilder eine größere Rolle und konnten so, meiner Meinung nach, auch viel besser wirken.
Auch die Schauspieler haben echt einen super Job gemacht. Zwar fand ich Jennifer Lawrence als Katniss anfangs etwas... unpassend. Vor allem, da Katniss am Anfang ja echt 'wild' beschrieben wurde, aber sie hat wirklich eine ganz tolle Katniss abgegeben! Auch die anderen, Peeta, Haymitch, Effi, etc., haben auf ganzer Linie überzeugt.
Es gibt zwei kleine Kritikpunkte: Mir war der Film nicht intensiv genug. Vor allem bei Rue ist mir das aufgefallen. Die Szene an sich war traurig, aber als ich sie gelesen habe, habe ich wirklich geheult - im Kino nicht. Ich will damit nicht sagen, dass sie nicht emotional war, aber mich hat sie schlichtweg nicht ganz gepackt - auch andere Szenen nicht so ganz. Mag aber auch daran liegen, dass ich solche Szenen prinzipiell im TV/Kino nicht so gern sehe...
Der nächste ist, dass die Distrikte nicht, bzw. kaum vorgestellt wurden. Das hätte man in mindestens zwei Szenen besser einbauen können. Was mich an sich weniger gestört hat, weil ich es vom Buch noch wusste, aber meiner Kollegin musste ich erklären wie das mit den Distrikten ist etc. Klar, für den ersten Film braucht man sie nicht unbedingt, um ihn zu verstehen. Aber später werden sie ja dann schon wichtiger.
Kurz: Eine wirklich gelungene Umsetzung, die mit tollen Schauspielern, tollem Cut und einer wunderbaren Atmosphäre aufwartet!
In einer nicht allzu fernen Zukunft: Aus dem zerstörten Nordamerika ist der Staat Panem entstanden, das Kapitol regiert das ums Überleben kämpfende Volk mit eiserner Hand. Um seine Macht zu demonstrieren, veranstaltet das Regime jedes Jahr die grausamen Hungerspiele: 24 Jugendliche, je ein Mädchen und ein Junge aus Panems zwölf Distrikten, müssen in einem modernen Gladiatorenkampf antreten, den nur einer von ihnen überleben darf. Als ihre kleine Schwester Prim für die Spiele ausgelost wird, nimmt die 16-jährige Katniss freiwillig ihren Platz ein. Der zweite Kandidat aus Katniss Distrikt ist Peeta, den sie seit ihrer Kindheit kennt. Kurz bevor das perfide Turnier beginnt, gesteht Peeta Katniss seine Liebe. Doch das Kapitol macht sie zu Todfeinden...
[Quelle: amazon.de]
Meine Meinung:
Wie bei allen Buchverfilmungen war ich auch bei diesem Film sehr skeptisch. Vor allem, wenn man das Buch zuerst gelesen hat, kann doch der Film nur schlechter sein. Oder?
Aber Die Tribute von Panem hat mich da wirklich positiv überrascht. Auch nach dem tollen Trailer hatte ich noch Bedenken, aber der Film hat sie dann (fast) komplett beiseite gewischt. Die Umsetzung fand ich insgesamt wirklich sehr gelungen. Die Abfolge hält sich sehr nah ans Buch. Ich habe kaum gemerkt, dass etwas weggelassen wurde (bzw. dass überhaupt).
Es gab Szenen, sogar im Vergleich relativ lang, die wirklich komplett ohne Musik waren. Vor allem bei der Ernte-Szene, in der Katniss sich freiwillig meldet, kam dieser Filmabschnitt ganz ohne musikalische Begleitung aus. War auch gar nicht nötig, weil genau diese Sequenz so eindrücklich war und so auch viel authentischer wirkte. Hier spielten die Bilder eine größere Rolle und konnten so, meiner Meinung nach, auch viel besser wirken.Auch die Schauspieler haben echt einen super Job gemacht. Zwar fand ich Jennifer Lawrence als Katniss anfangs etwas... unpassend. Vor allem, da Katniss am Anfang ja echt 'wild' beschrieben wurde, aber sie hat wirklich eine ganz tolle Katniss abgegeben! Auch die anderen, Peeta, Haymitch, Effi, etc., haben auf ganzer Linie überzeugt.
Es gibt zwei kleine Kritikpunkte: Mir war der Film nicht intensiv genug. Vor allem bei Rue ist mir das aufgefallen. Die Szene an sich war traurig, aber als ich sie gelesen habe, habe ich wirklich geheult - im Kino nicht. Ich will damit nicht sagen, dass sie nicht emotional war, aber mich hat sie schlichtweg nicht ganz gepackt - auch andere Szenen nicht so ganz. Mag aber auch daran liegen, dass ich solche Szenen prinzipiell im TV/Kino nicht so gern sehe...
Der nächste ist, dass die Distrikte nicht, bzw. kaum vorgestellt wurden. Das hätte man in mindestens zwei Szenen besser einbauen können. Was mich an sich weniger gestört hat, weil ich es vom Buch noch wusste, aber meiner Kollegin musste ich erklären wie das mit den Distrikten ist etc. Klar, für den ersten Film braucht man sie nicht unbedingt, um ihn zu verstehen. Aber später werden sie ja dann schon wichtiger.
Kurz: Eine wirklich gelungene Umsetzung, die mit tollen Schauspielern, tollem Cut und einer wunderbaren Atmosphäre aufwartet!
Mittwoch, 11. April 2012
[Filmrezension] # 9
Inhalt:
Die Welt ist zerstört durch einen Krieg Mensch gegen Maschine. In einem zerbombten Haus wacht Nummer 9 auf, eine kleine Puppe/Maschine/Roboter. Er macht sich auf den Weg nach draußen und trifft dort auf einen Artgenossen. Doch schon bald taucht eine Bestie, eine Maschine auf, die 9 und seine Artgenossen jagt und 2 sogar gefangen nimmt.
Das will 9 sich nicht gefallen lassen und versucht seinem neuen Freund zu helfen. Doch einige seiner anderen (insgesamt acht) Artgenossen wollen nur eins: Schutz. 9 versucht die Welt zu verändern und von den Maschinen zu befreien. So einfach wie es scheint, ist es aber nicht...
# 9 ist ein sehr düsterer Animationsfilm. Definitiv nichts für Jüngere! Die Welt ist zerstört, die Atmosphäre, besonders am Anfang, sehr bedrückend. Teilweise ist es auch ein bisschen gruslig, weil das Setting auch einfach so dunkel und pessimistisch ist.
Nichtsdestotrotz ist der Film auch sehr süß: Durch die kleinen ... ja, Puppen? Denn was 9 und seine Gefährten sind, wird nicht ganz klar. Vielleicht kleine Roboter, die eigenständig denken? Das trifft es nicht ganz. Aber das ist auch das Besondere an diesem Film: Kein Mensch oder Tier oder Fabelwesen ist der Protagonist, sondern eben ein Wesen wie 9. Der "Böse" wird durch eine Maschine dargestellt, die bedrohlicher wohl nicht sein könnte. Auch deren Schergen sind wie aus einem Horrorfilm entsprungen.
Am Anfang ist es mir nicht so leicht gefallen die neun Puppen-Roboter-Wesen auseinander zu halten. Doch die Details fallen dann langsam ins Auge: Jeder von ihnen ist so einzigartig und gründlich ausgearbeitet, dass man auch schnell ihren Charakter ausmachen kann.
So ist mir beispielsweise 9, der Hauptprotagonist, ein bisschen zu heroisch. Er ist sozusagen der Jüngste, gerade erwacht und weiß noch nichts von der Welt - und doch spielt er schon den Helden, den Rebellen, den Weltveränderer. 8 hat mich hingegen an Oogie-Boogie aus Nightmare before Christmas erinnert. 7 ist eine geborene Kämpferin, 6 ein bisschen... crazy. 5 ist schüchtern, aber durchaus klug und entwickelt sich. 3 und 4 sind die, na ich sag mal, typischen Zwillinge, die den Ruhepol der Gruppe darstellen. 2 einer der "Alten", der leicht verrückte Wissenschaftler, der alles wissen muss und 1, der Älteste, der Anführer, dem Schutz über alles geht, der auch ein bisschen unsympathisch wirkt.
Die Zeit, die die neun miteinander verbringen, ist im Vergleich recht kurz und dennoch spürt man die Verbindung zwischen den neun untereinander. Besonders ist mir das bei 5 und 9 aufgefallen, die einfach so eine tiefe Freundschaft eingegangen sind als wären sie schon immer zusammen gewesen.
Auch wenn die Stimmung im gesamten Film etwas drückend ist, es gibt durchaus auch die ein oder andere witzige Szene, es gibt Spannung, ein bisschen Action und es wird auch traurig (besonders am Ende). Dazu mischt sich, zu dem sonst relativ (!) reellem Zukunftsbild, ein bisschen dunkle Magie.
Die Ausarbeitung der Charaktere, das Setting, das gesamte Design finde ich persönlich einfach durchweg gelungen. Es ist mal eine etwas andere Art von Animationsfilm, wobei die Animationen durchaus sehr flüssig sind. Zusammen mit der Musik, die wirklich auf den Ton genau perfekt ist, erschafft der Regisseur (und sein Team) eine ganz besondere Zukunftsvision.
Kurz: # 9 ist definitiv nichts für schwache Nerven, aber ein so wunderbarer wie düsterer Film.
Weitere Informationen:
Basiert auf einem Kurzfilm. Gibt es auch als exklusive Amazon-Edition (Blu-Ray).
Mehr Infos zur Ausstattung der Blu-Ray.
Originaltitel: 9
Regie: Shane Acker
Länge: 79 Minuten
FSK: 12
Auf DVD/Blu-Ray erhältlich.
Freitag, 6. April 2012
[Minifilmrezension] Oben
Inhalt:
Carl und Ellie lernen sich schon in ihrer Kindheit kennen. Ellie ist ein Wildfang und eine Abenteurerin, während Carl eher zurückhaltend und ruhig ist. Das Leben bewegt sich, die beiden werden älter bis Ellie stirbt.
Carl will ihren Traum wahr machen: Ihr Haus neben den Paradise Falls! Kurzentschlossen hängt der alte Kauz zigtausend, heliumgefüllte Luftballons an sein Haus und fliegt Richtung Südamerika davon. Nichts ahnend, dass sich der kleine Pfadfinder Russell als blinder Passagier eingeschlichen hat. Was Carls letztes Abenteuer werden soll, wird jedoch eher sein erstes...
Meine Meinung:
Man könnte meinen, dass ein Film mit einem so alten Protagonisten und so einem aufrührerischen jungen doch etwas langatmig und nervig werden könnte - im Gegenteil! Carl und Russell ergänzen sich und gerade die Zuschauer mittleren Alters (also alle über 10 und alle unter 70) werden viel zu lachen haben.
Aber zum Anfang: Der ist sehr poetisch. Es wird kaum gesprochen, bzw. tragen die Musik und die zauberhaften Animationen das Leben von Carl und Ellie vor. Das ist so ergreifend geschildert, dass ich tatsächlich zu Ellies Ende ein paar Tränchen verdrückt habe. Besonders Carls Ausdruck und wie er trotz dem Tod seiner Ehefrau weiter macht, sind sehr berührend.
So drückend bleibt es nicht lange. Denn Carl ist zwar ein "alter Zausel" (wie mein Dad ihn nennen würde) und kommt vielleicht etwas ruppig rüber, doch er ist tief innen drin noch ein Kind. Er beweist, dass Abenteuer keine Frage des Alters sind. Macht er sich doch auf den Weg (samt Haus!) zu den Paradise Falls. Nur Russell, zugegeben ein kleiner Nervling, aber trotzdem auf seine Art liebenswert, macht ihm da einen Strich durch die Rechnung und sorgt auch für den ein oder anderen Lacher.
Die Ideen von Oben sind schon speziell, sehr kurios und unrealistisch - auch wenn der Anfang anderes vermuten lässt. Dennoch aber auf seine ganz eigene Art lustig und charmant.
Die Animationen sind toll und liebevoll, aber anders ist man es aus dem Hause Pixar und Disney ja auch nicht gewohnt. Dazu kommt die Musik, die den Zuschauer auf ganz wunderbare und einfühlsame Weise durch den Film begleitet.
Kurz noch etwas zur Ausstattung der DVD (ich besitze sie selbst nicht): Es gibt neben "Englisch" und "Deutsch" auch "Österreichisch", was ich sehr drollig fand. Ganz kurz hab ich auch mal reingehört: Carl spricht tatsächlich einen leichten Akzent, den ich anfangs gar nicht rausgehört habe. Dazu gibt es bei den Extras noch zwei Kurzfilme: Teilweise wolkig und Dugs Sondereinsatz. Ersterer greift die Storch-Thematik (Wo kommen die Babies her?) auf ganz witzige und märchenhafte Weise auf. Zweiterer erklärt wie es zu Dugs (ein 'sprechender' Hund) Spezialkommando überhaupt kommt - ebenfalls sehr lustig!
Kurz: Oben ist kein Film, den ich mir ständig ansehen könnte. Dennoch ist es ein wunderbarer Film, der mal traurig, mal lustig, mal spannend, mal kurios und auch turbulent ist!
Carl und Ellie lernen sich schon in ihrer Kindheit kennen. Ellie ist ein Wildfang und eine Abenteurerin, während Carl eher zurückhaltend und ruhig ist. Das Leben bewegt sich, die beiden werden älter bis Ellie stirbt.
Carl will ihren Traum wahr machen: Ihr Haus neben den Paradise Falls! Kurzentschlossen hängt der alte Kauz zigtausend, heliumgefüllte Luftballons an sein Haus und fliegt Richtung Südamerika davon. Nichts ahnend, dass sich der kleine Pfadfinder Russell als blinder Passagier eingeschlichen hat. Was Carls letztes Abenteuer werden soll, wird jedoch eher sein erstes...
Meine Meinung:
Man könnte meinen, dass ein Film mit einem so alten Protagonisten und so einem aufrührerischen jungen doch etwas langatmig und nervig werden könnte - im Gegenteil! Carl und Russell ergänzen sich und gerade die Zuschauer mittleren Alters (also alle über 10 und alle unter 70) werden viel zu lachen haben.
Aber zum Anfang: Der ist sehr poetisch. Es wird kaum gesprochen, bzw. tragen die Musik und die zauberhaften Animationen das Leben von Carl und Ellie vor. Das ist so ergreifend geschildert, dass ich tatsächlich zu Ellies Ende ein paar Tränchen verdrückt habe. Besonders Carls Ausdruck und wie er trotz dem Tod seiner Ehefrau weiter macht, sind sehr berührend.
So drückend bleibt es nicht lange. Denn Carl ist zwar ein "alter Zausel" (wie mein Dad ihn nennen würde) und kommt vielleicht etwas ruppig rüber, doch er ist tief innen drin noch ein Kind. Er beweist, dass Abenteuer keine Frage des Alters sind. Macht er sich doch auf den Weg (samt Haus!) zu den Paradise Falls. Nur Russell, zugegeben ein kleiner Nervling, aber trotzdem auf seine Art liebenswert, macht ihm da einen Strich durch die Rechnung und sorgt auch für den ein oder anderen Lacher.
Die Ideen von Oben sind schon speziell, sehr kurios und unrealistisch - auch wenn der Anfang anderes vermuten lässt. Dennoch aber auf seine ganz eigene Art lustig und charmant.
Die Animationen sind toll und liebevoll, aber anders ist man es aus dem Hause Pixar und Disney ja auch nicht gewohnt. Dazu kommt die Musik, die den Zuschauer auf ganz wunderbare und einfühlsame Weise durch den Film begleitet.
Kurz noch etwas zur Ausstattung der DVD (ich besitze sie selbst nicht): Es gibt neben "Englisch" und "Deutsch" auch "Österreichisch", was ich sehr drollig fand. Ganz kurz hab ich auch mal reingehört: Carl spricht tatsächlich einen leichten Akzent, den ich anfangs gar nicht rausgehört habe. Dazu gibt es bei den Extras noch zwei Kurzfilme: Teilweise wolkig und Dugs Sondereinsatz. Ersterer greift die Storch-Thematik (Wo kommen die Babies her?) auf ganz witzige und märchenhafte Weise auf. Zweiterer erklärt wie es zu Dugs (ein 'sprechender' Hund) Spezialkommando überhaupt kommt - ebenfalls sehr lustig!
Kurz: Oben ist kein Film, den ich mir ständig ansehen könnte. Dennoch ist es ein wunderbarer Film, der mal traurig, mal lustig, mal spannend, mal kurios und auch turbulent ist!
Donnerstag, 22. März 2012
[Minifilmrezension] John Carter - Zwischen zwei Welten
Inhalt:
John Carter ist Soldat im amerikanischen Bürgerkrieg, eckt aber bei seinen Vorgesetzten an und will sich nicht weiter in den Kampf schicken lassen. Seine Flucht vor der Armee hat er sich allerdings anders vorgestellt, denn plötzlich findet er sich auf einem fremden Planeten und inmitten eines Kampfs fremdartiger Stämme wieder. Während seiner Reise verdient er sich den Respekt des Anführers einer der Stämme und verliebt sich in eine Prinzessin. Und letztendlich liegt die Zukunft des ganzen Planeten in den John Carters Händen.
[Quelle: amazon.de]
Meine Meinung:
Vorweg: Der Film basiert auf dem Roman A Princess of Mars von Edgar Rice Burroughs.
Ich war sehr skeptisch, ob ich den Film überhaupt sehen wollte. Klar, der Trailer sah ganz gut aus, aber der Schein kann ja trügen und irgendwie hatte ich so eine negative Tendenz. Aber wenn man dann an einem Samstagabend eh nix zu tun hat und eingeladen wird... Bereut habe ich es nicht!
Der Anfang hat mich ein bisschen an Sherlock Holmes und Pastworld erinnert. Worauf der Film genau hinaus will, was passiert, worum's eigentlich geht... keine Ahnung. Aber schon von der ersten Sekunde an fesseln die Bilder, die Musik, die Schauspieler. Kam mir der eine nicht bekannt vor? Malcolm mittendrin Fans sollten ihn erkennen.
John Carter ist ein Kämpfer - durch und durch. Obwohl er sichtlich eine große Last mit sich herumschleppt, beinahe apathisch scheint, hat er doch so viel Kampfwillen, dass er sich nicht so einfach festnehmen oder unterdrücken lässt. Genau das kommt schon in den ersten Minuten rüber und ich fand das so faszinierend. Denn normalerweise entwickeln sich die Helden ja erst, aber John Carter ist schon in gewisser Weise ein Held.
Richtig los geht es dann aber eigentlich erst als John Carter nach Barsoom (dem Mars) kommt. Hier sind die Bilder wirklich beeindruckend. Anders kann ich es nicht beschreiben. Die Tharks, die Bewohner von Helium und Zadonga, ihre Städte und Maschinen und Luftschiffe. Einfach Wahnsinn. Die Geschichte selbst ist bestimmt nicht die tiefgründigste, aber sie unterhält, ist spannend und auch ein bisschen geheimnisvoll.
Natürlich bleibt eine Portion Romantik nicht aus. Wie so oft bei solchen Filmen fand ich die Szenen... na ja, etwas kitschig. Ich habe sicherlich schon kitschigeres gesehen und insgesamt haben das die Schauspieler auch sehr gut gemacht, aber... es ist halt nich so ganz meins. Ich muss aber gestehen, dass man dieses Prickeln und die Spannung zwischen der Mars-Prinzessin Dejah und John Carter vom ersten Moment an förmlich spürt und beinahe ergreifen kann.
Es gibt also neben spannenden, romantischen und abenteuerlichen Szenen auch lustige und action-/kampflastige Szenen. Während ich die 3D-Effekte eher... mäßig fand. Teilweise war die Wirkung schon recht gut, aber eben auch nicht mehr. Der Film wurde auch nicht als 3D gedreht, sollte ich dazu sagen.
Kurz: Ein toller Mix mit sympathischen Charakteren und Darstellern und einem etwas überraschendem Ende. Bildgewaltiges Kino.
John Carter ist Soldat im amerikanischen Bürgerkrieg, eckt aber bei seinen Vorgesetzten an und will sich nicht weiter in den Kampf schicken lassen. Seine Flucht vor der Armee hat er sich allerdings anders vorgestellt, denn plötzlich findet er sich auf einem fremden Planeten und inmitten eines Kampfs fremdartiger Stämme wieder. Während seiner Reise verdient er sich den Respekt des Anführers einer der Stämme und verliebt sich in eine Prinzessin. Und letztendlich liegt die Zukunft des ganzen Planeten in den John Carters Händen.
[Quelle: amazon.de]
Meine Meinung:
Vorweg: Der Film basiert auf dem Roman A Princess of Mars von Edgar Rice Burroughs.
Ich war sehr skeptisch, ob ich den Film überhaupt sehen wollte. Klar, der Trailer sah ganz gut aus, aber der Schein kann ja trügen und irgendwie hatte ich so eine negative Tendenz. Aber wenn man dann an einem Samstagabend eh nix zu tun hat und eingeladen wird... Bereut habe ich es nicht!
Der Anfang hat mich ein bisschen an Sherlock Holmes und Pastworld erinnert. Worauf der Film genau hinaus will, was passiert, worum's eigentlich geht... keine Ahnung. Aber schon von der ersten Sekunde an fesseln die Bilder, die Musik, die Schauspieler. Kam mir der eine nicht bekannt vor? Malcolm mittendrin Fans sollten ihn erkennen.
John Carter ist ein Kämpfer - durch und durch. Obwohl er sichtlich eine große Last mit sich herumschleppt, beinahe apathisch scheint, hat er doch so viel Kampfwillen, dass er sich nicht so einfach festnehmen oder unterdrücken lässt. Genau das kommt schon in den ersten Minuten rüber und ich fand das so faszinierend. Denn normalerweise entwickeln sich die Helden ja erst, aber John Carter ist schon in gewisser Weise ein Held.
Richtig los geht es dann aber eigentlich erst als John Carter nach Barsoom (dem Mars) kommt. Hier sind die Bilder wirklich beeindruckend. Anders kann ich es nicht beschreiben. Die Tharks, die Bewohner von Helium und Zadonga, ihre Städte und Maschinen und Luftschiffe. Einfach Wahnsinn. Die Geschichte selbst ist bestimmt nicht die tiefgründigste, aber sie unterhält, ist spannend und auch ein bisschen geheimnisvoll.
Natürlich bleibt eine Portion Romantik nicht aus. Wie so oft bei solchen Filmen fand ich die Szenen... na ja, etwas kitschig. Ich habe sicherlich schon kitschigeres gesehen und insgesamt haben das die Schauspieler auch sehr gut gemacht, aber... es ist halt nich so ganz meins. Ich muss aber gestehen, dass man dieses Prickeln und die Spannung zwischen der Mars-Prinzessin Dejah und John Carter vom ersten Moment an förmlich spürt und beinahe ergreifen kann.
Es gibt also neben spannenden, romantischen und abenteuerlichen Szenen auch lustige und action-/kampflastige Szenen. Während ich die 3D-Effekte eher... mäßig fand. Teilweise war die Wirkung schon recht gut, aber eben auch nicht mehr. Der Film wurde auch nicht als 3D gedreht, sollte ich dazu sagen.
Kurz: Ein toller Mix mit sympathischen Charakteren und Darstellern und einem etwas überraschendem Ende. Bildgewaltiges Kino.
Dienstag, 6. März 2012
[Minifilmrezension] Ich - Einfach Unverbesserlich
Inhalt:
Nichts - so glaubt er zumindest - liegt Gru mehr am Herzen, als Unfrieden zu stiften und der Menschheit den Tag zu vermiesen. Inmitten einer wunderschönen Vorstadtidylle - zwischen hübschen Anwesen, gepflegten Gärten und fröhlichen Straßen - hat er es sich gemütlich gemacht. Das schwarze Haus, in dem er mit seiner Mutter wohnt, und der verödete Rasen davor sind leicht zu erkennen, doch sein wahres Reich verbirgt sich tief darunter in seiner weit verzweigten unterirdischen Geheimfestung. Umgeben von einer Armee von "Minions", kartoffelförmigen Zwergwesen, schmiedet der Hausherr hier seine genialen weltweiten Schurkenstreiche, deren Krönung die Entführung des Mondes werden soll.
[Quelle: amazon.de]
Meine Meinung:
Ich wollte den Film damals schon im Kino sehen, bin aber irgendwie nicht dazu gekommen... In 3D wäre er sicher sehr gut rüber gekommen, könnte ich mir vorstellen. Ich sag nur: Achterbahnfahrt! Die schon auf der DVD-Version soooooo aufregend war - fand ich.
Mich hat die Thematik fasziniert: Eine Geschichte über einen Bösewicht - und dann noch für Kinder. Die Gestaltung ist auch dementsprechend: Bunt, kindlich und eher weniger 'böse' oder 'düster'. Wobei Gru's Haus schon ein besonderes Schurkenhaus ist.
Die Minions erinnerten mich ein bisschen an Ü-Ei-Kapseln und sind, natürlich, alles andere als gruselig. Wenn auch recht verrückt und ein bisschen... doof. Aber gleichzeitig auch sehr lustig. Dr. Nevario, Gru's Assistent, ist auch alles andere als gemein oder böse, auch wenn er das wohl gern wäre. Nein, er ist eher schrullig und einfach alt.
Auch Konkurrenzschurke 'Vector' ist mehr eine Witzfigur als wirklich der typische Bösewicht. Da macht der Bankdirektor Perkins ihm schon mehr Konkurrenz. Obwohl er mich dementsprechend auch etwas an Bowser erinnert hat...
Alles in allem weiß man zwar, was im Großen und Ganzen passiert. Trotzdem überzeugen die lustigen Charaktere, die liebevolle Gestaltung und die witzigen Szenen einfach. Auch die Musik, die zwar anfangs ein bisschen seltsam in meinen Ohren klang, passt ganz gut. Es ist einfach ein spaßiger Film für Groß und Klein und allen voran Gru habe ich besonders ins Herz geschlossen.
Kurz: Ein witziger Film für die ganze Familie zum Immer-wieder-angucken!
Nichts - so glaubt er zumindest - liegt Gru mehr am Herzen, als Unfrieden zu stiften und der Menschheit den Tag zu vermiesen. Inmitten einer wunderschönen Vorstadtidylle - zwischen hübschen Anwesen, gepflegten Gärten und fröhlichen Straßen - hat er es sich gemütlich gemacht. Das schwarze Haus, in dem er mit seiner Mutter wohnt, und der verödete Rasen davor sind leicht zu erkennen, doch sein wahres Reich verbirgt sich tief darunter in seiner weit verzweigten unterirdischen Geheimfestung. Umgeben von einer Armee von "Minions", kartoffelförmigen Zwergwesen, schmiedet der Hausherr hier seine genialen weltweiten Schurkenstreiche, deren Krönung die Entführung des Mondes werden soll.
[Quelle: amazon.de]
Meine Meinung:
Ich wollte den Film damals schon im Kino sehen, bin aber irgendwie nicht dazu gekommen... In 3D wäre er sicher sehr gut rüber gekommen, könnte ich mir vorstellen. Ich sag nur: Achterbahnfahrt! Die schon auf der DVD-Version soooooo aufregend war - fand ich.
Mich hat die Thematik fasziniert: Eine Geschichte über einen Bösewicht - und dann noch für Kinder. Die Gestaltung ist auch dementsprechend: Bunt, kindlich und eher weniger 'böse' oder 'düster'. Wobei Gru's Haus schon ein besonderes Schurkenhaus ist.
Die Minions erinnerten mich ein bisschen an Ü-Ei-Kapseln und sind, natürlich, alles andere als gruselig. Wenn auch recht verrückt und ein bisschen... doof. Aber gleichzeitig auch sehr lustig. Dr. Nevario, Gru's Assistent, ist auch alles andere als gemein oder böse, auch wenn er das wohl gern wäre. Nein, er ist eher schrullig und einfach alt.
Auch Konkurrenzschurke 'Vector' ist mehr eine Witzfigur als wirklich der typische Bösewicht. Da macht der Bankdirektor Perkins ihm schon mehr Konkurrenz. Obwohl er mich dementsprechend auch etwas an Bowser erinnert hat...
Alles in allem weiß man zwar, was im Großen und Ganzen passiert. Trotzdem überzeugen die lustigen Charaktere, die liebevolle Gestaltung und die witzigen Szenen einfach. Auch die Musik, die zwar anfangs ein bisschen seltsam in meinen Ohren klang, passt ganz gut. Es ist einfach ein spaßiger Film für Groß und Klein und allen voran Gru habe ich besonders ins Herz geschlossen.
Kurz: Ein witziger Film für die ganze Familie zum Immer-wieder-angucken!
Mittwoch, 7. Dezember 2011
[Filmrezension] Küss den Frosch
Inhalt:
Tiane lebt mit ihrer Mutter in einem ärmeren Viertel von New Orleans. Sie arbeitet zwei Schichten als Kellnerin, um sich ihren großen Traum zu erfüllen: Ein eigenes Restaurant. Von dem träumte auch schon ihr Vater und Tiana setzt all ihre Energie daran diesen in die Wirklichkeit umzusetzen.
Als ihr dann ein sprechender Frosch ein verlockendes Angebot macht: Er sei ein reicher Prinz und gegen einen Kuss würde er Tiana helfen, ihren Wunsch zu erfüllen. Die junge Frau ist natürlich nicht angetan vom 'schleimigen' Frosch, aber für ihr Restaurant tut sie alles - und wird selbst zum Frosch!
Denn Prinz Naveen, der 'Froschprinz', wurde selbst vom Schattenmann, einem Vodoo-Zauberer namens Dr. Facilier, in eine grüne Amphibie verwandelt. Nun muss das grüne Pärchen durch den Bayou streifen, um Mama Odie zu finden. Denn die, so sagt Louis, der Alligator und neuer Weggefährte, könne die beiden wieder zurück verwandeln.
Küss den Frosch ist ja ein neuerer Disney-Film, der aber ohne Computeranimationen auskommt. Jedenfalls habe ich keine auffälligen gesehen. Es gibt wirklich schlechte Kritiken. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass man die meisten Disney-Filme, so behaupte ich mal, in seiner Kindheit und Jugend gesehen hat. Für mich heißt das, dass sie einfach immer in toller und irgendwie auch zauberhafter Erinnerung bleiben.
Nichtsdestotrotz habe ich mich köstlich unterhalten gefühlt, konnte über die Charaktere lachen und habe sie allesamt lieb gewonnen. Es ist nunmal keine sehr-nahe-am-Original-Märchen-Adaption, sondern eine in die Moderne übertragende. Mit dem typischen New Orelans Sound und der ganzen Atmosphäre des Mardi gras zeigt Disney einen sprühenden, lebendigen, bunten Film, der eben auf einem Märchen basiert.
Tatsächlich hat es mich stellenweise ein bisschen an Esmeralda, Forschprinzessin erinnert. Nicht im Detail natürlich. So aber beispielsweise, dass beide ihr Abenteuer als Frösche erleben und doch ein paar seltsame Weggefährten dabei aufstöbern. An manchen Stellen ist es auch ein bisschen gruselig. Vielleicht hätte ich mich da als Kind vor gefürchtet - ich weiß es nicht. Eine traurige Szene gibt es - leider - auch.
Die Charaktere sind, wie ich schon sagte, toll. Ich mochte Tiana, Naveen, Lotti (die ziemlich aufgedreht ist, aber gleichermaßen auch total lustig), Ray, Louis... Wie bei allen Disney-(Zeichentrick-)Filmen schien mir das Ganze etwas schnell zu gehen. Aber die tolle Musik, die überaus passende Synchro und vor allem Ray und Lotti haben das wieder wett gemacht.
Mein einziger Kritikpunkt liegt hier bei den Bösewichtern. Ich muss gestehen, dass ich am Anfang (als ich den Film das erste Mal gesehen habe) nicht ganz verstanden habe, was Dr. Facilier aka der Schattenmann denn von Naveen will. Erst beim zweiten Mal kam der 'Klick'- und 'Aha'-Moment. Aber ganz nachvollziehbar fand ich das auch nicht. Er ist - gestalterisch - ein toller Bösewicht. Vielleicht denke ich da auch zu kompliziert und 'erwachsen'.
Kurz: Alles in allem ein fantastischer, bunter, lustiger, musikalischer Film mit so viel Charme. Die negativen Kritiken kann ich in keinster Weise nachvollziehen. Ein wunderbares Schmuckstück für die ganze Familie!
Weitere Informationen:
Bei Amazon gibt es eine limitierte Sonderedition mit einer Tiana-Shampoo-Flasche.
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: The Princess and the Frog
Regie: Ron Clements, John Musker
Länge: 93 Minuten
FSK: 0 / ohne Altersfreigabe
Als DVD / Blu-Ray / Blu-Ray + Digitial Copy erhältlich.
Tiane lebt mit ihrer Mutter in einem ärmeren Viertel von New Orleans. Sie arbeitet zwei Schichten als Kellnerin, um sich ihren großen Traum zu erfüllen: Ein eigenes Restaurant. Von dem träumte auch schon ihr Vater und Tiana setzt all ihre Energie daran diesen in die Wirklichkeit umzusetzen.
Als ihr dann ein sprechender Frosch ein verlockendes Angebot macht: Er sei ein reicher Prinz und gegen einen Kuss würde er Tiana helfen, ihren Wunsch zu erfüllen. Die junge Frau ist natürlich nicht angetan vom 'schleimigen' Frosch, aber für ihr Restaurant tut sie alles - und wird selbst zum Frosch!
Denn Prinz Naveen, der 'Froschprinz', wurde selbst vom Schattenmann, einem Vodoo-Zauberer namens Dr. Facilier, in eine grüne Amphibie verwandelt. Nun muss das grüne Pärchen durch den Bayou streifen, um Mama Odie zu finden. Denn die, so sagt Louis, der Alligator und neuer Weggefährte, könne die beiden wieder zurück verwandeln.
Küss den Frosch ist ja ein neuerer Disney-Film, der aber ohne Computeranimationen auskommt. Jedenfalls habe ich keine auffälligen gesehen. Es gibt wirklich schlechte Kritiken. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass man die meisten Disney-Filme, so behaupte ich mal, in seiner Kindheit und Jugend gesehen hat. Für mich heißt das, dass sie einfach immer in toller und irgendwie auch zauberhafter Erinnerung bleiben.
Nichtsdestotrotz habe ich mich köstlich unterhalten gefühlt, konnte über die Charaktere lachen und habe sie allesamt lieb gewonnen. Es ist nunmal keine sehr-nahe-am-Original-Märchen-Adaption, sondern eine in die Moderne übertragende. Mit dem typischen New Orelans Sound und der ganzen Atmosphäre des Mardi gras zeigt Disney einen sprühenden, lebendigen, bunten Film, der eben auf einem Märchen basiert.
Tatsächlich hat es mich stellenweise ein bisschen an Esmeralda, Forschprinzessin erinnert. Nicht im Detail natürlich. So aber beispielsweise, dass beide ihr Abenteuer als Frösche erleben und doch ein paar seltsame Weggefährten dabei aufstöbern. An manchen Stellen ist es auch ein bisschen gruselig. Vielleicht hätte ich mich da als Kind vor gefürchtet - ich weiß es nicht. Eine traurige Szene gibt es - leider - auch.
Die Charaktere sind, wie ich schon sagte, toll. Ich mochte Tiana, Naveen, Lotti (die ziemlich aufgedreht ist, aber gleichermaßen auch total lustig), Ray, Louis... Wie bei allen Disney-(Zeichentrick-)Filmen schien mir das Ganze etwas schnell zu gehen. Aber die tolle Musik, die überaus passende Synchro und vor allem Ray und Lotti haben das wieder wett gemacht.
Mein einziger Kritikpunkt liegt hier bei den Bösewichtern. Ich muss gestehen, dass ich am Anfang (als ich den Film das erste Mal gesehen habe) nicht ganz verstanden habe, was Dr. Facilier aka der Schattenmann denn von Naveen will. Erst beim zweiten Mal kam der 'Klick'- und 'Aha'-Moment. Aber ganz nachvollziehbar fand ich das auch nicht. Er ist - gestalterisch - ein toller Bösewicht. Vielleicht denke ich da auch zu kompliziert und 'erwachsen'.
Kurz: Alles in allem ein fantastischer, bunter, lustiger, musikalischer Film mit so viel Charme. Die negativen Kritiken kann ich in keinster Weise nachvollziehen. Ein wunderbares Schmuckstück für die ganze Familie!
Weitere Informationen:
Bei Amazon gibt es eine limitierte Sonderedition mit einer Tiana-Shampoo-Flasche.
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: The Princess and the Frog
Regie: Ron Clements, John Musker
Länge: 93 Minuten
FSK: 0 / ohne Altersfreigabe
Als DVD / Blu-Ray / Blu-Ray + Digitial Copy erhältlich.
Mittwoch, 23. November 2011
[Filmrezension] Juno
Inhalt:
Juno MacGuff ist 16 - und schwanger. Gleich bei ihrem ersten Mal. Doch was tun? Das Kind will sie nicht behalten. Abtreiben? Zur Adoption freigeben?
Und der Vater des Kinds? Ihr bester Freund Paul Bleeker hat da nichts zu melden.
Zum Inhalt kann ich gar nicht so viel sagen. Ich will ja auch nichts verraten. Im Kern geht's um eine etwas andere Teeniemom und ihre Schwangerschaft.
Mit viel Humor, Sarkasmus und einer Portion Gefühl zeigt der Film wie Juno (Ellen Page) mit ihrer ungewollten Schwangerschaft umgeht, wie sie versucht das Beste (auch für das Kind) draus zu machen. Da eine Abtreibung nicht in Frage kommt, sucht sich Juno die perfekten Adoptiveltern aus: Mark (Jason Bateman) und Vanessa Loring (Jennifer Garner).
Der Humor ist teilweise etwas unterschwellig. Juno ist sehr direkt und ein Kind aus der Mittelschicht (mittlere? untere?). Sie ist etwas... prollig, aber nicht dumm. Doch genau das macht ihren ganz besonderen Charme aus. Juno sieht sich mit einigen Vorurteilen konfrontiert. Doch denen kann sie (und ihre Stiefmutter Bren) gut Paroli bieten. Sie ist ja immerhin nicht auf den Mund gefallen.
Bleeker, der biologische Vater des Kinds, ist so ein Milchbubi. Unsicher, weil Juno schon sehr direkt ist, und irgendwie noch kein richtiger Mann. Aber man muss auch ihn einfach lieb haben. Ein bisschen Leid kann er einem auch schon tun.
Da sich in Junos Leben auch einiges um Musik dreht, ist das natürlich auch ein Thema im Film. Das mit ihrer "Beziehung" zu Adoptivvater Mark angesprochen wird. Dabei reden sie aber über eher (für mich jedenfalls) unbekannte Bands. Und genauso abgedreht wie die Story ist, ist auch die Filmmusik dazu. Sehr passend!
Kurz: Ein witziger Film mit viel Humor über eine Teenie-Schwangerschaft.
Weitere Informationen:
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: Juno
Darsteller: Ellen Page, Jennifer Garner, J. K. Simmons, Michael Cera
Regie: Jason Reitman
Länge: 92 Minuten
FSK: 6
Auf DVD und Blu-Ray erhältlich.
Juno MacGuff ist 16 - und schwanger. Gleich bei ihrem ersten Mal. Doch was tun? Das Kind will sie nicht behalten. Abtreiben? Zur Adoption freigeben?
Und der Vater des Kinds? Ihr bester Freund Paul Bleeker hat da nichts zu melden.
Zum Inhalt kann ich gar nicht so viel sagen. Ich will ja auch nichts verraten. Im Kern geht's um eine etwas andere Teeniemom und ihre Schwangerschaft.
Mit viel Humor, Sarkasmus und einer Portion Gefühl zeigt der Film wie Juno (Ellen Page) mit ihrer ungewollten Schwangerschaft umgeht, wie sie versucht das Beste (auch für das Kind) draus zu machen. Da eine Abtreibung nicht in Frage kommt, sucht sich Juno die perfekten Adoptiveltern aus: Mark (Jason Bateman) und Vanessa Loring (Jennifer Garner).
Der Humor ist teilweise etwas unterschwellig. Juno ist sehr direkt und ein Kind aus der Mittelschicht (mittlere? untere?). Sie ist etwas... prollig, aber nicht dumm. Doch genau das macht ihren ganz besonderen Charme aus. Juno sieht sich mit einigen Vorurteilen konfrontiert. Doch denen kann sie (und ihre Stiefmutter Bren) gut Paroli bieten. Sie ist ja immerhin nicht auf den Mund gefallen.
Bleeker, der biologische Vater des Kinds, ist so ein Milchbubi. Unsicher, weil Juno schon sehr direkt ist, und irgendwie noch kein richtiger Mann. Aber man muss auch ihn einfach lieb haben. Ein bisschen Leid kann er einem auch schon tun.
Da sich in Junos Leben auch einiges um Musik dreht, ist das natürlich auch ein Thema im Film. Das mit ihrer "Beziehung" zu Adoptivvater Mark angesprochen wird. Dabei reden sie aber über eher (für mich jedenfalls) unbekannte Bands. Und genauso abgedreht wie die Story ist, ist auch die Filmmusik dazu. Sehr passend!
Kurz: Ein witziger Film mit viel Humor über eine Teenie-Schwangerschaft.
Weitere Informationen:
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: Juno
Darsteller: Ellen Page, Jennifer Garner, J. K. Simmons, Michael Cera
Regie: Jason Reitman
Länge: 92 Minuten
FSK: 6
Auf DVD und Blu-Ray erhältlich.
Mittwoch, 31. August 2011
[Filmrezension] Brokeback Mountain
Inhalt:
Wyoming, 1963: Der Rancher Ennis del Mar und der Rodeoreiter Jack Twist werden auf Brokeback Mountain angeheuert, den Sommer über eine Herde Schafe vor Wilderern und Raubtieren zu schützen. In der harten und rauen Einsamkeit der Berge entwickelt sich zwischen den beiden bald mehr als bloße Kameradschaft - sie verlieben sich ineinander. Doch angesichts der engstirnigen Moralvorstellungen in der konservativen US-Provinz bleiben ihnen nur getrennte Wege.
Die Cowboys heiraten, gründen Familien - und kommen doch nicht voneinander los. Nur heimlich können sie über die Jahre bei ihren seltenen Treffen in der Wildnis ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Bis Jack einen letzten verzweifelten Versuch unternimmt, für ihre Zukunft zu kämpfen...
[Quelle: amazon.de]
Der Film lässt in erster Linie Bilder sprechen. Mit der richtigen musikalischen Untermalung. Gerade am Anfang sieht man mehr von der Landschaft, den beiden Protagonisten Ennis (Heath Ledger) und Jack (Jake Gyllenhaal) und dem rauhen Leben der damaligen Cowboys.
Erzählt wird die Geschichte chronologisch: Vom ersten Treffen der beiden bis hin zum "alten" Ennis. Die beiden Schauspieler machen dabei ihre Arbeit wirklich sehr gut. Besonders Heath Ledger, der den wortkargen und rauhbeinigen Ennis del Mar spielt. Während Jack Twist eher quirrliger und unruhiger ist. Und definitv mehr redet. Auch die wenigen Liebesszenen haben beide gut gemeistert, anfangs zögerlich, aber später intensiver. Wenn es auch, in meinen Augen, ein bisschen kitschig (im Allgemeinen) rüber kam.
Aber auch die beiden Frauen, Lurreen (Anne Hathaway) und Alma (Michelle Williams), werden glaubhaft verkörpert. Die toughe Südstaatenlady Lurreen und die etwas unsichere Alma. Während wohl nur letztere etwas vom Doppelleben ihres Mannes etwas ahnt.
Kurz: Ein bildgewaltiger Film mit Top-Besetzung, der eine etwas andere Geschichte erzählt. Ohne dabei schmierig oder niveaulos zu wirken. Hier sprechen eher die Bilder, die Gestik und Mimik der Schauspieler.
Weitere Informationen:
Offizielle Seite
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Darsteller: Heath Ledger, Jake Gyllenhaal, Michelle Williams, Anne Hathaway
Regie: Ang Lee
Länge: 130 Minuten
FSK: 12
Auf DVD und Blu-Ray erhältlich.
~*~*~*~*~*~
Buch VS Film
Auch wenn der Film auf einer Kurzgeschichte basiert, wurde er nicht 1:1 umgesetzt. Was aber nicht schlimm ist. Im Gegensatz zum "Buch" wird der Film chronologisch erzählt. So zum Beispiel ist man direkt dabei, wenn Jack Rodeo reitet oder Lurreen kennenlernt. In der Kurzgeschichte erzählt Jack es nur.
Die Charaktere bleiben aber natürlich dieselben. Auch wenn Ledger und Gyllenhaal äußerlich ein bisschen zu perfekt aussehen, tut das der Geschichte an sich keinen Abbruch. Teilweise wurden sogar die Dialoge beinahe wörtlich übernommen. Jedenfalls kam es mir so vor und das finde ich wirklich sehr bewunderswert.
Natürlich wurde der Film mit ein paar Szenen aufgefüllt. Zum Beispiel rückt Lurreen mehr ins Licht und das Leben von Jack in Texas. Die kommen wortwörtlich in der Geschichte nicht vor, aber passen im Groben durchaus dazu. Andererseits wurden auch Beschreibungen und kleine Ereignisse weggelassen, die wahrscheinlich für eine visuelle Umsetzung zu vage oder wirr (zum Beispiel die vielen verschiedenen Ausflüge von Jack und Ennis über die Jahre) gewesen wäre. Aber auch das vermisst man als Leser und Zuschauer nicht. Einzig Joe Aguirre wirkt im Film etwas sanfter und milder als in der Kurzgeschichte.
Kurz: Wer den Film mochte, der wird auch die Kurzgeschichte mögen, wenn nicht gar lieben. Umgekehrt sicherlich genauso, denn hier gibt es an der Umsetzung wirklich nichts zu kritteln!
Dienstag, 9. August 2011
[Filmrezension] Krabat
Inhalt:
Der Waisenjunge Krabat wird von einer dunklen Stimme angelockt. So landet er im Koselbruch auf einer Mühle, wo ihn der Müller empfängt. Der Junge wird als Lehrling angenommen und muss hart arbeiten bis seine Probezeit vorbei ist und er in die schwarzen Künste eingeweiht wird.
Es gibt 12 Müllerburschen auf der Mühle, die sich untereinander nicht ganz einig sind. Doch Tonda, der Altgeselle, nimmt den jungen Krabat unter seine Fittiche und warnt ihn vor dem Meister.
Erzählt wird die Geschichte, wie Krabat auf der Mühle lebt, wie er (und die anderen Müllerburschen) die schwarzen Künste erlernt und seinen Weg bestreitet.
Den Film habe ich damals bereits im Kino gesehen. Er hat mich fasziniert, da die Geschichte auch mal eine ganz andere war. Sie ist ein bisschen düster und geheimnisvoll.
Die Musik ist auch passend zur Athmosphäre, wenn auch nicht übertrieben eingesetzt. Die Effekte als die Müllerburschen kämpfen oder sich in Raben verwandeln finde ich auch gelungen. Man sieht hier, dass ein Film auch ohne großes Tamtam auskommen kann.
Die Schauspieler machen ihre Arbeit auch gut und hauchen dem Film Leben ein. Auch wenn ich David Kross am Anfang etwas steif für Krabat fand, hat er sich doch gut entwickelt. Besonders hat mir aber die Kantorka gefallen, auch wenn sie nicht ganz so viele Auftritte hatte. Der Müller hat mich ein bisschen an Mad-Eye Moody aus Harry Potter erinnert - mit seinen verzausten Haaren und der Augenklappe. Beide jagten mir ja ein bisschen Angst ein und beim Müller war das durchaus berechtigt.
Kurz: Ein toller deutscher Film mit eingehender Geschichte und guter Besetzung.
Weitere Informationen:
Offizielle Seite
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Darsteller: David Kross, Daniel Brühl, Robert Stadlober, Paula Kalenberg, Anna Thalbach
Regie: Marco Kreuzpaintner
Länge: 115 Minuten
FSK: 12
Auf DVD und Blu-Ray erhältlich.
~*~*~*~*~*~
Buch VS Film
Als der Film in die Kinos kam, tauchten auch viele Stimmen auf, dass der Film dem Buch nicht gerecht wird. Ich fand den Film klasse, kannte aber auch das Buch nicht. Bis zur Hälfte des Buches dachte ich auch immer noch: Der Film ist doch super!
Ja, das denke ich auch jetzt noch. Aber trotzdem sehe ich, dass so viel an... Herz und Tiefgang fehlt, was einem natürlich nicht auffällt, wenn man das Buch nicht kennt. Zum Beispiel wird im Buch deutlich, wann welcher Müllerknabe für den Müller "geopfert" wird. Im Film war mir das nicht so klar. Man muss einfach sagen: Es ist keine 1:1-Verfilmung! Aber für die Länge des Films durchaus okay.
Die Erzählerstimme fand ich super toll gewählt. Sie vermittelt einfach diesen Hauch von "Alter" in der Geschichte.
Der Zauberunterricht ist im Buch auch anders. Die Burschen lernen dort nicht zu kämpfen, sondern tatsächlich Zaubersprüche. Ebenso die Charaktere: Lyschko bleibt der ungemochte Müllerbursche - und er ist der einzige. Im Gegensatz zum Film. Auch Andrusch, der im Buch eigentlich ein lustiger Kerl ist, kommt im Film ein bisschen... ja, doof rüber. Das fand ich doch sehr schade.
Es gibt so viele Kleinigkeiten, die einfach die Geschichte besser erklären im Buch, die im Film nicht vorkommen oder vielleicht nur am Rande erwähnt werden. Auch die Zeit auf der Mühle wurde verkürzt: Während im Buch drei Jahre vergehen, sind es im Film nur zwei. Da musste wohl einiges gekürzt und herausgenommen werden.
Das Ende ist dafür relativ gleich. Im Großen und Ganzen hält sich der Film an bestimmte Eckpunkte des Buches und fügt sie teilweise in anderer chronologischer Abfolge wieder zusammen. Sieht man den Film als eigenständigen Film ist er wirklich gelungen. Im Vergleich zum Buch hinkt er aber etwas.
Kurz: Schöne Umsetzung mit dem üblichen Tiefgang-/Detailverlust, aber trotzdem mit Spaß an der Sache und toller Visualisierung!
Mittwoch, 1. Juni 2011
[Filmrezension] Hercules
Inhalt:
Herkules ist der Sohn von Hera und Zeus. Als Baby wird er aber vom Olymp entführt und beinahe sterblich gemacht.
Zeus und Hera suchen ihren Sohn natürlich, doch da Herkules mehr Mensch als Gott ist, darf er nicht zurück auf den Olymp. Aufgezogen wird er von einem älteren, kinderlosen Ehepaar. Doch Herkules merkt bald, dass er nicht wie alle anderen ist, denn er ist sehr stark. Stärker als alle anderen.
Als seine Zieheltern ihn über seine Herkunft aufklären, erfährt Herkules die Wahrheit: Er ist der Sohn des Zeus und kann nur als wahrer Held auf den Olymp zurückkehren. So macht sich der Junge auf die Suche nach dem berühmten Heldentrainer Philoktetes.
Disney vereint hier moderne Dialoge mit der griechischen Mythologie und Antike. Auch der Zeichenstil ist den Zeichnungen auf alten antiken Vasen und Tontellern nachempfunden.
Was wäre ein Disney-Film ohne musikalische Unterstreichung? Die flotten Lieder passen zum Tempo der Geschichte. Sie haben fast alle einen fröhlich-lustigen Ton, so wie auch der Film selbst.
Besonders Hades' Spießgesellen Pech und Schwefel sorgen eigentlich immer für eine Slapstick-Einlage. Wenn nicht, dann gibt es ja noch Phil und Pegasus, Herkules' geflügeltes weißes Ross. Oh, und natürlich Hades, den Gott der Unterwelt.
Selbst nachdem ich den Film so oft gesehen habe, konnte ich noch schmunzeln und lachen. Denn eins ist Herkules sicher nicht: Ernst und traurig!
Natürlich gibt es auch traurige und ernste Szenen. Auch kitschige! Manche Wendungen können einem auch durchaus als zu schnell erscheinen oder als unnatürlich. Dabei muss man, finde ich, immer dran denken, dass es in erster Linie ein Kinderfilm ist. Die Entwicklung ist schnell, doch als Kind ist mir das natürlich nicht so vorgekommen.
Der Witz entschädigt aber einfach für alles! Und nebenbei lernt man vielleicht auch noch das ein oder andere über die griechische Mythologie. Wenn man auch nicht alles für bare Münze nehmen darf.
Kurz: Herkules ist extrem: extrem stark, extrem lustig, extrem kitschig und extrem heldenhaft!
Weitere Informationen:
Es gibt eine Serie zu Herkules, die ich als Kind ebenfalls sehr gerne gesehen habe und die noch weiter auf die Protagonisten der antiken Legenden eingeht. Natürlich, wie auch im Film, sind nur die groben Eckpunkte "wahr".
Mehr Infos zur Ausstattung der DVD
Originaltitel: Hercules
Regie: Ron Clements, John Musker
Länge: 89 Minuten
FSK: 0 / ohne Altersfreigabe
Auf DVD erhältlich.
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